Geplanter Verschleiß: Industrie wehrt sich gegen Vorwürfe

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Mit Unverständnis reagiert die Unterhaltungselektronik auf die Studie von Bündnis 90/Die Grünen zur absichtlichen Verwendung qualitativ minderwertiger Bauteile. Den Herstellern von Fernsehern, Blu-ray-Playern oder Set-Top-Boxen wird vorgeworfen, unterdimensionierte Elektrolytkondensatoren (Elkos) einzusetzen, um so die Lebensdauer der Produkte absichtlich zu verkürzen.

Laut der Studie könnte sich die Lebensdauer eines Produkts um fünf bis zehn Jahre verlängern, wenn Elkos eingesetzt würden, die weniger als ein Cent mehr kosten würden als die bislang verwendeten. Darüber hinaus, so heißt es in der Studie, würden die Kondensatoren absichtlich in die Nähe von Wärme abgebenden Bauteilen eingesetzt, um die Lebensdauer der Elkos weiter zu verkürzen.

Die Vorwürfe entsprächen nicht der Realität, entgegnet Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). „Der Vorwurf einer abgestimmten Handlungsweise zum schnelleren Verschleiß bei einzelnen Produkten oder Produktgruppen steht im absoluten Widerspruch zu unserem Selbstverständnis“, erklärt Kamp gegenüber DIGITAL INSIDER. Im harten Wettbewerb kann sich seiner Meinung nach niemand erlauben, qualitativ minderwertige Produkte zu verkaufen. „Sollte ein Gerät schon nach relativ kurzer Zeit kaputt gehen, wird der Verbraucher beim Neukauf sicherlich auf Produkte eines anderen Herstellers setzen“, so Kamp weiter.

Doch gerade in diesem Wettbewerb, der vornehmlich über einen unerbittlichen Preiskampf geführt wird, sehen die Verfasser der Studie den Nährboden für einen geplanten Verschleiß. Den Beweis bleiben sie indes schuldig, auch wenn sie aus unterschiedlichen Branchen etliche Beispiele für Schwachstellen in Produkten aufführen.

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[mh]

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626 Kommentare im Forum

  1. AW: Geplanter Verschleiß: Industrie wehrt sich gegen Vorwürfe Das würde ich auch machen, wenn ich meinen Absatz in Gefahr sehe. Und was die Haltbarkeit angeht: Da braucht man eigentlich keine Studie. Das merkt man auch so. Heute produzierte Fernseher könnten z.B. locker 10 Jahre halten. Aber komisch ist, dass die oft genug nach 2 - 3 Jahren kaputt gehen. Und bei S*ms*ng z.B. waren unterdimensionierte Bauteile (Elkos) ja schon einige Male recht offensichtlich.
  2. AW: Geplanter Verschleiß: Industrie wehrt sich gegen Vorwürfe Die gesetzliche Garantie muß rauf und alles ist wieder im Butter.
  3. AW: Geplanter Verschleiß: Industrie wehrt sich gegen Vorwürfe Längere Garantie? Dann fällt der Absatz, die Aktionäre weinen, es setzt Nachhaltigkeit ein und wir müssten alle mit uralter Technik leben die obendrein auch noch zu viel Energie verbraucht... Ah, soll ich das in etwa so verstehen, dass wenn mir Anbieter A den Strom zu teuer verkauft, ich einfach zu Anbieter B gehen kann und dann kräftig spare?
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