GEZ darf Daten bei Adressenhändlern kaufen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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München – Eine Gesetzesänderung soll bewirken, dass ARD und ZDF bei ihren Mailings an Haushalte leicht an für sie geeignete Adressen kommen.

GEZ-Gebührenbeauftragte klingeln oft unerwartet an – und bewirken nicht selten Verdruss bei den Medienkonsumenten. Da setzen die öffentlich-rechtlichen Anstalten lieber auf gezielten Briefversand, um vermutliche Wackelkandidaten vom Monatsobulus über derzeit 16,15 Euro zu überzeugen. Schließlich geht der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in Köln viel Geld verlustig, weil in Städten wie Berlin vermutlich viele schwarz hören und sehen: Fast 18 Prozent der Haushalte in der Hauptstadt sind nicht bei der GEZ als TV-Teilnehmer gemeldet.
 
Laut Süddeutsche Zeitung soll eine Gesetzesänderung nun bewirken, dass ARD und ZDF bei ihren Mailings leicht an für sie geeignete Adressen kommen. Im neuen Rundfunkstaatsvertrag, den die Landtage in diesen Wochen verabschieden, wird es ihnen generell gestattet, sich von Adressenhändlern – oft Medienhäuser wie Bertelsmann oder Burda – die benötigten Anschriften zu besorgen.

Längst hat die GEZ den Werbeweg über die Post entdeckt. Im Jahr 2003 wurden 3,2 Millionen Adressen akquiriert und etwa in der Zielgruppe junge Erwachsene 12,1 Prozent der angeschriebenen Deutschen zur Anmeldung bewegt.
 
Als sehr ertragreich hat sich für den GEZ-Komplex erwiesen, dass seit dem Jahr 2002 die Daten der Melderegister mit den Beständen des Senderverbunds abgeglichen werden: Wer umzieht, fällt auf. Auf Hausbesuche aber wird das System auch in Zukunft nicht verzichten. Wer sich weigert und lügt, kann dennoch nicht belangt werden. Schwarzsehen ist kein Fall für die Polizei. Es sei denn, der Gebührenbeauftragte und sein Zielobjekt prügeln sich. [mg]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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