Hege: Rundfunkgebühr macht Privat TV das Leben schwer

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Berlin – Die vielfältigen Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks machen gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise den privaten Anbietern schwer zu schaffen.

Dies geht aus einer DIGITAL FERNSEHEN vorliegenden Studie der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten hervor. Deutschlands oberster Plattformregulierer Hans Hege stellt darin fest, dass der Gesetzgeber mit der Bestimmung der Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf die Finanzierbarkeit privater Inhalte „massiven Einfluss“ nimmt.

„Je mehr Inhalte vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk frei angeboten werden, desto schwieriger wird es, vergleichbare Inhalte privat gegen Entgelt zu finanzieren“, warnt Hege. Die Medienpolitik sei gefordert zu prüfen, ob und mit welchen Mitteln sie in der digitalen Welt die Möglichkeiten unterstützen kann, dass Inhalte auch künftig finanziert werden können, die Grundlage der öffentlichen Meinungsbildung und kulturellen Vielfalt seien.
 
Dabei verweist Hege auf die Schwiergikeiten von RTL und ProSieben, die Kosten ihrer HDTV-Ausstrahlung über zusätzliche Entgelte zu finanzieren, wenn ARD und ZDF ihr HD Programm rundfunkgebührenfinanziert unverschlüsselt und ohne besonderes Entgelt ausstrahlen. „Nur die öffentlich-rechtlichen Anstalten können nach dem bisher praktizierten Finanzierungsmodell mit einem periodischen Anstieg ihrer Einnahmen rechnen.“, fasst Hege zusammen.
 
Das führe zu einer Verschiebung der Gewichte innerhalb des dualen Rundfunksystems einerseits, zwischen der privaten Presse und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk andererseits. Aus der Rundfunkgebühr folgere das anhaltende Problem, „Inhalte zumindest aus aus Entgelten zu finanzieren“, so Hege. Dies sei aber eine „typische Finanzierungsform“, die Grundlage der Presse sei.
 
„Besonders schwer betroffen“ seien in diesem Zusammenhang private Internetangebote, die in „ihrer zentralen Finanzierungsquelle, den Werbeeinnahmen, beeinträchtigt werden, wenn ihnen der öffentlich-rehtliche Rundfunk Nutzer abzieht“, so Hege weiter. Ausdrücklich warnt Hege deshalb davor, die Rundfunkgebühr zu einer Art „Mediengebühr“ weiterzuentwickeln, die dann auch Internetinhalte finanzieren würde. Damit würde die Politik und nicht der Verbraucher die Medienentwicklung steuern. Für die privaten Anbieter müsse man deshalb eine „einfache Möglichkeit des Bezahlens“ entwickeln. [fp]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

378 Kommentare im Forum

  1. AW: Hege: Rundfunkgebühr macht Privat TV das Leben schwer Und da die öffentlich rechtlichen Sender von unseren Parteien kontrolliert werden ist dies auf absehbare Zeit auch politisch gewollt und wird auch so bleiben. Das kann ja wohl nicht das Problem von ARD und ZDF sein. Im Gegensatz zum Internet ist die TV Ausstrahlung der Auftrag dieser Sender und dazu gehört auch HD. Mit der Argumentation hätte man auch sagen können ARD und ZDF müssen weiter in Schwarz/Weiss senden damit die (damals noch nicht vorhandenen Privaten) gegen Gebühr in Farbe senden können.
  2. AW: Hege: Rundfunkgebühr macht Privat TV das Leben schwer Es ist wohl eher die Werbeflaute, die Probleme macht. Aber das ist das Grundprinzip des dualen Systems. Die Privaten senden von anfang an unter der Bedingung der Abhängigkeit von Werbung.
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