IFA: Unterhaltungselektronik spürt keine Wachstumsbremse

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Berlin – Zur Eröffnung der IFA herrscht bei Ausstellerung und Branchenverbänden Optimismus über das Messegeschäft und die Entwicklung der Branche.

„Die Hersteller von Unterhaltungselektronik erwarten in diesem Jahr ein weltweites Umsatzplus von 9,3 Prozent auf 678 Milliarden US Dollar“. Das sagte Hans-Joachim Kamp, der Vorsitzende des Fachverbandes Consumer Electronics im Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie e.V. und ZVEI-Vizepräsident, bei der Eröffnungspressekonferenz der IFA 2008. Für 2009 rechnet man mit einem weiteren Anstieg auf knapp 720 Milliarden. Wachstum gibt es vor allem im asiatisch-ozeanischen Raum.

Für Europa geht Kamp von einem leichten Umsatzrückgang von 2,4 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro aus. Dies sei besonders im Verhältnis des Pfundes zum Euro begründet, doch auch die verpatzte Teilnahme an der Fußball-EM habe in Großbritannien zu einem Nachfrageknick geführt. Die Schweiz, Österreich, die Niederlande und Deutschland verzeichnen dagegen zweistellige Zuwachsraten. In der Bundesrepublik wird ein 3,8-prozentiger Umsatzanstieg auf 14,5 Milliarden Euro erwartet. Dabei geht der Trend immer mehr zum großformatigen Flachbild-TV-Gerät in HD ready- oder Full HD-Qualität, oft auch in Kombination mit innovativen Audiolösungen für ein hochwertiges Heimkinoerlebnis.
 
Noch gilt es, mehr als 170 Millionen Röhrengeräte in Europa zu ersetzen. In diesem Jahr rechnet die Branche hier mit einem Absatz von 38 Millionen TV-Geräten, 21 Millionen Set-Top-Boxen, 33 Millionen Digital-Fotokameras, 35 Millionen MP3/MP4-Playern und 31 Millionen Kopfhörern.
 
„Die IFA setzt Trends, gibt Ausblicke auf die Zukunft und ist die traditionelle Plattform für Innovationen und Weltpremieren“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Dr. Rainer Hecker. Als Anziehungspunkt für Industrie, Handel und Medien sei sie seit vielen Jahren die global wichtigste Veranstaltung der CE-Industrie. Keine vergleichbare Leitmesse habe so viele internationale Fachbesucher. Mit einem Auftragsvolumen von 2,75 Milliarden Euro (2007) sei die IFA der zentrale europäische Handelsplatz und einer der größten Marktplätze für die CE-Branche weltweit.
 
Die Erweiterung um die Elektro-Hausgeräte trägt der Annäherung der beiden Märkte Rechnung.
 
„Nach vielen Jahren ohne eigene Leitmesse sind die Haushaltsgeräte-Hersteller aus gutem Grund zur IFA, als einer der weltweit wichtigsten Handelsmessen gekommen“, sagte der Vorsitzende des ZVEI-Fachverbands Elektro-Haushalt-Großgeräte, Dr. Reinhard Zinkann. Die Hälfte der Händler führt sowohl braune als auch weiße Ware im Sortiment, eine gemeinsame Messe mit der Unterhaltungselektronik sei für Handel, Verbraucher und Medien gleichermaßen attraktiv. Die größten Zuwächse verzeichnet die Branche der Home Appliances in Asien und Lateinamerika.
 
Europa bleibt aber trotz gegenwärtig stagnierender Absatzzahlen weiterhin der größte Markt für Hausgeräte, mit anhaltend positivem Trend, insbesondere in den östlichen Ländern, aber auch in Frankreich und Deutschland. Hier geht der Trend in Richtung Marke, Qualität, Features und Energieeffizienz. 180 Millionen Hausgeräte in europäischen Haushalten sind älter als zehn Jahre und oft nicht mehr effizient. Bei einer Umfrage äußerten zwar 75 Prozent die Bereitschaft zum Kauf etwas teurerer, aber umweltfreundlicher Produkte. Doch nur 17 Prozent haben in den letzten Monaten auch tatsächlich einen Kauf getätigt. So liegt beispielsweise der Absatzanteil besonders energiesparender Kältegeräte der Klasse A++ bisher bei nur drei Prozent.
 
„Es ist gelungen, das Rekordniveau der Vorjahresveranstaltung konstant zu halten und durch die Eingliederung der Elektro-Hausgeräte zur stärksten IFA aller Zeiten zu erweitern“, sagte der Geschäftsführer der Messe Berlin, Dr. Christian Göke. Mit dem notwendig gewordenen Bau von 11.000 Quadratmetern temporärer Hallenflächen werde das Ausstellungsgelände intensiver genutzt als jemals zuvor. Das Erfolgsrezept der IFA stütze sich auf die sieben Punkte Internationalität, International Keynotes, Vortragsprogramm, Fachbesucher, Strategische Partner, Emotionen, Medienpartnerschaften sowie Show- und Konzertprogramm.
 
So konnte der Anteil der ausländischen Aussteller gegenüber dem Vorjahr von 1 222 aus 33 Ländern auf 1.245 aus 63 Ländern gesteigert werden. Auch gelinge es zunehmend, die privaten Sendeanstalten für eine Rückkehr auf die IFA zu gewinnen. Über 20 nationale und internationale Sender sind in diesem Jahr unter dem Funkturm vertreten. [mg]

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