Kirch-Pleite: Strafprozess gegen Breuer startet im November neu

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Ex-Deutsche-Bank-Chef Breuer soll in einem der vielen Zivilverfahren rund um die Pleite von Medienzar Leo Kirch gelogen haben. Nach langen Ermittlungen hat diese Episode des juristischen Dauerbrenners ein strafrechtliches Nachspiel – allerdings erst im zweiten Anlauf.

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Der Mitte August geplatzte Strafprozess gegen Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer startet noch in diesem Jahr neu. Breuer muss sich vom 24. November an wieder vor dem Landgericht München I wegen versuchten Prozessbetrugs in einem Zivilverfahren rund um die Aufarbeitung der Pleite des inzwischen gestorbenen Medienmoguls Leo Kirch verantworten, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Die erste Auflage war nach einer Justizpanne vor einigen Wochen bereits nach Minuten vorbei. Die Staatsanwaltschaft wirft Breuer vor, 2003 in einem der Zivilprozesse um milliardenschweren Schadenersatz für die Kirch-Pleite gelogen zu haben.

In dem Strafverfahren geht es allerdings nicht um Geld, sondern um den Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs. Kirch hatte Breuer und sein Geldhaus immer für den Zusammenbruch seines Imperiums 2002 verantwortlich gemacht (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). Breuer habe vor allem mit einem Interview, das Breuer Wochen vor dem Untergang der Kirch-Gruppe gab, die Pleite mitverursacht. Das Gespräch ist auch Thema der vielen Zivilverfahren. Breuer hatte in dem Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt, für Kirch der Auslöser für den Kollaps.

Vor Gericht hatte Breuer 2003 ausgesagt, er habe Informationen über Kirchs Lage Kirchs nur aus den Medien gehabt. Allerdings hatte die Deutsche Bank einem Teil des Konzerns einen Kredit gewährt, so dass Breuer zumindest dafür auch über interne Informationen verfügte. Das bestreite Breuer auch nicht und habe das auch in dem Verfahren gesagt, meint die Verteidigung. Doch die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Sie geht davon aus, dass Breuer gelogen hat.
 

Die Behörde hatte bereits im November 2009 nach einer Anzeige der Kirch-Seite Anklage erhoben, doch die Ermittlungen zogen sich, das Gericht forderte Nachermittlungen und ließ die Klage erst im März diesen Jahres zu. Breuer wies die Vorwürfe stets zurück. Im Fall einer Verurteilung drohen Breuer eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft. [dpa]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: Kirch-Pleite: Strafprozess gegen Breuer startet im November neu und ich hatte einen Moment die Hoffnung gehegt, dieses Dauerthema hätte sich "biologisch" gelöst.
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