Konkurrenz für YouTube? Facebook plant Musikvideo-Streaming

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© adam121 - Fotolia.com
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Bisher war es Künstlern kaum möglich, ihre Musikvideos komplett auf Facebook zu posten. Ab nächsten Monat soll sich das ändern: Facebook launcht einen eigenen Musikservice und könnte somit YouTube Konkurrenz machen.

Laut Dokumenten, die dem Tech-Magazin „TechCrunch“ vorliegen, plant Facebook ab dem nächsten Monat offizielle Musikvideos auf Künstlerseiten zu posten – vorerst in den USA. Admins von Künstlerseiten wurden vorab von Facebook in einer E-Mail aufgefordert, die neue Funktion bis zum 1. August zu aktivieren. Falls die Frist versäumt oder nicht eingehalten wird, so erstellt Facebook automatisch eine neue offizielle – von Facebook verwaltetete – Seite („Name des Künstlers Official Music“) mit Musikvideos des Künstlers.

Dabei müssten die Künstler bzw. die Admins der Künstlerseiten ihre Videos nicht manuell hochladen: Durch die Aktivierung der neuen Funktion erhalte Facebook die Erlaubnis, die Musikvideos der Seite automatisch hinzuzufügen, wo sie von Fans über den Video Tab gefunden werden können.

Auf der Facebook-Seite des Künstlers würden Videos dann direkt zur Veröffentlichung auf der Seite gepostet werden. So könne das neue Video sofort die News-Feeds der Follower erreichen. Die Einstellung für die automatische Freigabe könne aber jederzeit deaktiviert werden. Diese automatisch generierten Posts, einschließlich deren Titel, Beschreibung und Tags können dann später bearbeitet oder ganz entfernt werden.

Mit der Aktivierung dieser neuen Funktion geben die Künstler Facebook außerdem das Recht, Performance-Insights wie die Anzahl der Likes, Shares, Views und Kommentare mit Rechteinhabern zu teilen.

Das neue Feature könnte für YouTube zur großen Konkurrenz werden, da gerade große Labels wie Sony oder Warner an einer Alternative zu YouTube interessiert seien. Noch kann der zu Google gehörende Musikdienst seine Vormachtstellung behaupten: Laut einem Bericht der IFPI machte YouTube ab 2017 46 Prozent der weltweiten Musikstreams außerhalb Chinas aus. Zur selben Zeit hatte YouTube angegeben, dass über 1 Milliarde Menschen die Musik von über 2 Milliarden Künstlern streamten.

Ob und wann das Feature auch außerhalb der USA verfügbar sein wird, ist noch nicht bekannt.

Bildquelle:

  • Musik-Mikrofon: © adam121 - Fotolia.com

2 Kommentare im Forum

  1. Lustig wie sich die Ami-Konzerne gegenseitig die Klickraten abzwacken wollen. Vielmehr sollte es eine adäquate Alternative zum chinesischen Tik Tok geben! Auf die Idee kommt keiner im "Valley" aber hier in Deutschland bzw anderem EU-Land, bedauerlicherweise... Hier fehlt einfach das Verständnis für diese Digitalwirtschaft und das wohl nicht nur wegen der Älteren in den wichtigen Positionen, sondern auch bei den Ingeneuren und Programmierern, die, wenn sie was bewirken wollen, doch "nach drüben in Westen" übern Teich machen... Und selbst Xing könnte besser mit einem Relaunch. Aber ist ja Hopfen und Malz verloren... Zum verzweifeln... Aber sei es drum, soll das FB gergen YT antreten; dabei sollte FB vielmehr seine Hausaufgaben machen in Sachen Recht und Nutzungsbedingungen...
  2. Die USA sind durch und durch kapitalistisch. Logisch, daß die niemandem einen alleinigen Gewinn gönnen.
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