Leipzig verkauft HL Komm an Kabelnetzbetreiber Pepcom

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der Leipziger Telekommunikationsanbieter HL Komm ist für rund 50 Millionen Euro an den Münchner Kabelanbieter Pepcom verkauft worden. Nach langem Tauziehen stand am Mittwochabend eine Mehrheit von 31 Stimmen fest, welche dem Verkauf zustimmten.

Nach der Entscheidung wurde allerdings Kritik seitens der Grünen und Linken sowie der Liberalen laut, berichtete die „Leipziger Volkszeitung“ am Donnerstag. So seien die für den Verkauf der Tochterfirma der Leipziger Stadtwerke herangezogenen Argumente nicht transparent genug gewesen und die Zeit zur Entscheidungsfindung zu kurz ausgefallen. Das Bieterverfahren nannte FDP-Fraktionschef Reik Hesselbart holprig. Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (LVV) erhält für den Verkauf des städtischen Unternehmens 49,7 Millionen Euro. Gleichzeitig übernimmt das Münchner Unternehmen die Schulden der HL Komm in Höhe von 11,6 Millionen Euro.


 

Bis mindestens 2020 soll die HL Komm weiterhin von ihrem Sitz in Leipzig aus operieren. Zudem seien betriebsbedingte Kündigungen bis 2016 ausgeschlossen. Allerdings zeigte sich der Betriebsrat des Unternehmens skeptisch, da der Kauf der HL Komm durch den Londoner Finanzinvestor Star Capital finanziert werde. „Das kann auch eine Chance sein“, so Mathias Zorschke, Betriebsratsvorsitzender der HL Komm, gegenüber LVZ-Online. „Aber bei einem Unternehmen, das durch einen Finanzinvestor getrieben ist – wie sieht denn da die Situation in drei bis fünf Jahren aus?“
 
Unter dem Dach der HL Komm startete Ende 2009 der Netzbetreiber „An!“, der seine Signale via Glasfasernetz direkt in die Häuser der Kunden liefert. Erst im Keller der Häuser werden die Signale auf herkömmliche Koaxialkabel umgesetzt und in die Wohnungen geliefert. Dadurch können bedeutend mehr TV-Sender digital sowie analog übertragen werden. Die HL Komm selbst sieht sich als einen der führenden Telekommunikationsanbieter in Mitteldeutschland mit einem eigenen hochverfügbaren Glasfaser- und Telekommunikationsnetz. [rh]

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3 Kommentare im Forum

  1. AW: Leipzig verkauft HL Komm an Kabelnetzbetreiber Pepcom Pepcom kauft HL Komm mittels eines Finanzinvestors...... Ist man immer noch nicht schlauer geworden, was unterm Strich "Finanzinvestoren" so anrichten? Und das nur wegen des schnellen Geldes, sprich der 49,7 Millionen € ? Finanziell hätte man sicher auch weiter durchhalten können, da die Stadtwerke als Mutter relativ gut da stehen. Verstehe wer will, ich nicht.
  2. AW: Leipzig verkauft HL Komm an Kabelnetzbetreiber Pepcom Dann kann ja PepCom jetzt auch die Primacom übernehmen. Zu Pepcom gehört u.a. auch WTC Schwerin.
  3. AW: Leipzig verkauft HL Komm an Kabelnetzbetreiber Pepcom Besser nicht, bei der Primacom ist der Service wenigstens im Gegensatz zu WTC brauchbar. Die WTC schafft das nichtmal in einem Jahr die Probleme zu beseitigen.
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