Liberty Global fährt Riesenverlust trotz Kundenzuwachs ein

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Englewood, USA – Der US-Kabelriese Liberty Global, zu dem u.a. UPC und Chellomedia gehören, schreibt im abgelaufenen Geschäftsjahr tiefrote Zahlen und wird seinen Verlust in diesem Jahr noch ausweiten.

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Dies hat das in Colorado ansässige Unternehmen am Montagabend nach Börsenschluss in Englewood mitgeteilt. Während der Umsatz von 2,461 Milliarden US-Dollar auf 2,570 Milliarden im vierten Quartal bzw. von 9,003 Milliarden auf 10,561 Milliarden US-Dollar 2008 anstieg, weitete sich das Minus von 422,6 Millionen US-Dollar auf 789 Millionen US-Dollar aus. Allein im vierten Quartal wurde ein Verlust von rund 753 Millionen US-Dollar verzeichnet (Q4 2007: 197,2).

Der operative Gewinn stieg von 666,8 auf 1,363 Milliarden US-Dollar. Dem stehen Verbindlichkeiten von 33,986 Milliarden US-Dollar gegenüber. Die Netzbetreiber der UPC-Kabelgruppe in den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Irland und Ungarn steuerten mit 4,458 Milliarden US-Dollar den größten Umsatzanteil bei (2007: 3,939), danach folgen Japan mit J:Com (2,854 Milliarden), Belgien mit Telenet (1,509 Milliarden) und Chile mit VTR (713,9 Millionen). Das Segment war insgesamt für 10,561 Milliarden US-Dollar Umsatz verantwortlich (2007: 9,003 Milliarden).
 
Dem Bericht ist weiterhin zu entnehmen, dass Liberty im abgelaufenen Quartal durchaus Kunden hinzugewinnen konnte. Insgesamt 16,909 Millionen Haushalte bzw. 26,453 Millionen sogenannter Revenue Generating Units (RGUs) bezogen demnach Services wie TV, Telefonie oder Internet durch Liberty. Ende 2007 waren es 16,1 Millionen Haushalte oder 24 Millionen RGus. Auch in anderen Bereichen konnte der Konzern ein Kundenwachstum verzeichnen – insgesamt kamen mehr als 2,4 Millionen neuer Kunden hinzu.
 
Die meisten Haushalte des Konzerns sind mit 9,468 Millionen Teilnehmern bei der UPC-Gruppe vereint – ein Minus von rund einem Prozent gegenüber 2007 (9,685 Millionen). Auf dem zweiten Platz folgt Japan (3,167 Millionen), danach Belgiens Telenet (2,402 Millionen) und schließlich VTR mit 1,029 Millionen.
 
Zudem zeigt der Bericht, dass Triple Play weiterhin auf dem Vormarsch ist. Bei UPC setzen 15,0 Prozent auf dieses Angebot und bei Telenet 22,4 Prozent aller Haushalte. Nur die japanische J:Com entwickelt sich beim Thema Triple Play etwas rückläufig: Waren es 2007 noch 24,8 Prozent, wollten 2008 nur noch 24,7 Prozent diesen Service nutzen. Der durchschnittliche Erlös pro Kunde (Average Revenue per User: ARPU) stieg dem Unternehmen zufolge um 15 Prozent auf 45,27 US-Dollar. Im Jahr 2007 waren es im Vergleich dazu noch 39,31 US-Dollar. Diese Entwicklung führt Liberty hauptsächlich auf die Erfolge zurück, die durch eine Bündelung bestimmter Bereiche erzielt werden konnten.
 
Liberty Global ist ein führender internationaler Kabelanbieter, der ungefähr 17 Millionen Kunden in 15 Ländern (hauptsächlich Europa, Japan, Chile und Australien) versorgt. Liberty Globals Geschäftsfelder umfassen auch bedeutende Medien- und Programmunternehmen wie Chellomedia in Europa. [cg]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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