Media Markt in der Krise: Sind Elektromärkte Auslaufmodelle?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Elektrofachmärkte auf dem Abstellgleis – Amazon und eBay sei Dank. Media Markt blickt auf ein ernüchterndes Geschäftsjahr zurück. Die Muttergesellschaft Ceconomy verliert nichts desto trotz den Optimismus nicht: Ein Wandel muss her.

Wer geht schon noch zu Media Markt oder Saturn, um den neuen Fernseher, das HDMI-Kabel oder anderes Elektro-Zubehör zu kaufen? Scheinbar immer weniger Kunden machen sich auf den Weg in den nächstgelegenen Elektrofachhandel – der Weg zum Computer oder Tablet ist schließlich deutlich kürzer. Ferner ist der Einkauf per Mausklick via Amazon schlicht bequemer, Preise lassen sich schnell vergleichen und die Auswahl ist nahezu grenzenlos. Der Online-Handel hat sicher größten Anteil an den besorgniserregenden Zahlen der Elektrofachmärkte.

Media Markt und die Muttergesellschaft Ceconomy blicken somit auf ein ernüchterndes Geschäftsjahr zurück. Wie „Horizont“ berichtet, verliert die Marke Media Markt innerhalb eines Jahres 73 Prozent an Wert. Das entspreche circa 251 Millionen Euro. Und auch dieses Jahr sieht nicht rosig aus.Vorstandsmitglied Dieter Haag Molkenteller zeigt sich wenig hoffnungsvoll beim Blick in die Zukunft: Für das nächste Geschäftsjahr rechne der Konzern nicht mit einer Besserung, schildert er gegenüber der Nachrichtenplattform. Kein Wunder – Amazon und weitere Online-Versandhändler haben Media-Markt zu großen Teilen Geschäft und Kundschaft genommen.

Optimistischer dagegen zeigt sich der neue Vorstandsvorsitzende von Ceconomy, Jörn Werner, hoffnungsvoll: „Ich sehe bei Ceconomy das Potenzial für eine erfolgreiche Zukunft. Nun gilt es, das Unternehmen angesichts der tiefgreifenden Umbrüche im Handel nachhaltig für die Zukunft aufzustellen, indem wir bei Media-Markt Saturn das Geschäftsmodell und die Mitarbeiter konsequent auf den Kunden ausrichten.“

Es bleibt in jedem Fall spannend: Schaffen Media Markt, Saturn und Co. Den Absprung vom Offline-Handel zum modernen Elektro-Konkurrenten für Amazon und Co.?

[PMa]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

303 Kommentare im Forum

  1. Ich finde es zwar schade, das der Media Markt so in Schwierigkeiten geraten ist. Aber nach meinen eigenen Erfahrungen zu beurteilen, in "meinem" Media Markt um die Ecke, wird auch wenig getan, um die Kunden in den Media Markt zu locken. Bei manchen Sachen braucht man Beratung, bis man mal dort einen findet, dauert es ewig. Der Kassenbereich wurde nicht gerade Kundenfreundlich umgestaltet, so dass die Wartezeiten bis man bezahlen kann, sehr lang werden können. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Leute lieber im Internet bei Amazon kaufen. Obwohl es dort auch nicht billiger ist.
  2. Ich sehe nur eine Chance für solche Märkte, sie müssen mit Service punkten, und vor allem, sie müssen etwas bieten was der Onlinehandel nicht kann. Ich habe mal für einen bestimmten Zweck eine Webcam gesucht. Es ging um die Beobachtung eines Versuches in einem Labor, dafür musste ein kurzer Abstand für den Fokus möglich sein, sowie eine manuelle Belichtung. Die technischen Daten der Kamera die ich ausgesucht hatte gaben das leider nicht her. Also bin ich in den lokalen Fachhandel gegangen, und schilderte dort mein Problem. Die Kamera war dort 20 Euro teurer als bei Amazon, aber das wäre mir noch egal gewesen. Da auch der Verkäufer meine Fragen nicht beantworten konnte, wollte ich dass die Kamera im Laden geöffnet, und an einen PC angeschlossen wird, damit ich meine Fragen klären kann. Das war aber nicht möglich. Der Verkäufer las mir den Text von der Verpackung vor (den ich natürlich schon kannte) dann öffnete er die Webseite des Herstellers (alles was dort stand kannte ich natürlich auch schon), kurz, meine Frage liess sich auch dort nicht beantworten. Dann bot ich an die Kamera zu kaufen und zu bezahlen, und dann im Laden zu testen, und wenn die Bedingungen die ich an die Kamera stellte nicht erfüllt sind, nimmt er sie zurück. So hätte er die Sicherheit dass ich nicht woanders kaufe nachdem er eine ausgepackt hat, aber auch das lehnte er ab. Die Lösung lag auf der Hand, online kaufen mit 14 Tage Rückgaberecht. Danke lieber Einzelhandel, so vergrault ihr auch die letzten Kunden noch erfolgreich! Ach so, die Kamera funktionierte übrigens mit den gewünschten Bedingungen, ich hätte sie also im Geschäft gekauft. Aber da man dort die Verpackung nicht öffnen konnte, musste man auf mein Geld verzichten.
  3. Das liegt auch daran, das man den Ausbildungsberuf Fachverkäufer, zu einem reinen 450 Euro Job degradiert hat. Wie soll der Mitarbeiter fachkundig sein, wenn er lediglich darüber unterrichtet worden ist, wo was zu stehen hat oder was die Geräte kosten. Damit fängts doch an. Du hast aber recht, sie müssten halt mit Service punkten, aber dafür braucht man gut ausgebildetes Personal, der sich mit den Geräten auskennt. Aber das gibt es leider immer weniger und schon gar nicht bei eigentlich gewinnorientierten Märkten wie Media Markt oder Saturn.
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