Medienanstalt: Liberalisierung der Werbung steht 2009 auf dem Programm

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Norderstedt – Ein Jahr nach seinem Amtsantritt als Direktor der MA HSH hat Thomas Fuchs heute eine positive Bilanz der Arbeit der Medienanstalt Hamburg/ Schleswig-Holstein (MA HSH) im vergangenen Jahr gezogen. Auch die Schwerpunkte für 2009 wurde bekannt gegeben.

„Die MA HSH hat den Fusionsprozess abgeschlossen und wieder Fahrt aufgenommen. Jetzt wollen wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen und neue zusätzliche Schwerpunkte setzen“, so Fuchs. Als besonders positiv bewertete Fuchs, dass gerade junge Medienunternehmen immer häufiger den Weg zur MA HSH fänden.

Überdies habe eine Befragung von Medienschaffenden in Hamburg und Schleswig-Holstein ergeben, dass sie insbesondere die kompetente Beratungsleistung der MA HSH schätzen und gern annehmen. Im Rahmen der anstehenden Änderung des Medienstaatsvertrags Hamburg/ Schleswig-Holstein will sich Fuchs dafür einsetzen, der MA HSH mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu geben. Zum einen bei der Vermittlung von Medienkompetenz, aber auch mit Blick auf Möglichkeiten für die MA HSH, um den gemeinsamen Medienstandort stärker als bisher unterstützen und fördern zu können.
 
„Ein Schwerpunkt der Arbeit der MA HSH im Jahr 2009 wird sein, sich gegen weitere Werbeverbote und für eine Liberalisierung der geltenden Werbebestimmungen für den privaten Rundfunk einzusetzen“, erklärte Fuchs. In den aktuellen wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es hochgefährlich, die privaten Rundfunkveranstalter, die sich nahezu ausschließlich aus Werbung finanzieren, durch zusätzliche Werbeverbote etwa für Autos und Süßigkeiten weiter zu beschränken. Wer darüber nachdenke, gefährde die Vielfalt im privaten Rundfunk und nehme eine Schwächung des funktionierenden dualen Rundfunksystems in Deutschland in Kauf.
 
„Neue Werbeverbote sind der falsche Weg. Im Gegenteil muss es darum gehen, die ür den privaten Rundfunk geltenden Werbebestimmungen zu liberalisieren und hier die Möglichkeiten zu nutzen, die die EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste bietet“, so Fuchs, der ankündigte, mit Blick auf die bis Ende 2009 erforderliche Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht in Kürze konkrete Vorschläge zu neuen Formen der Werberegulierung vorzulegen.
 
Als zweiten Bereich, in dem sich die MA HSH in 2009 verstärkt engagieren wolle, nannte Fuchs die Vermittlung von Medienkompetenz für die Nutzung des Internets. „Da im weltweiten und nur bedingt regulierbaren Netz präventiver Kinder- und Jugendmedienschutz, also Medienkompetenz, noch wichtiger ist als bei den traditionellen Medien, will die MA HSH hier im Jahr 2009 einen ganz klaren Schwerpunkt setzen“, erklärte Fuchs. Die MA HSH trage damit einer von ihr im Herbst letzten Jahres veröffentlichten Studie Rechnung, die hier für Hamburg und Schleswig-Holstein erhebliche Defizite festgestellt habe. [mw]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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