Medienanstalten nehmen Stellung zu Verschlüsselungsplänen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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SES Astra und die RTL-Sender-Familie sowie MTV-Networks haben gestern eine Vereinbarung über die Verschlüsselung der Satellitenverbreitung ihrer Programme ab 2007 unterzeichnet.

Die RTL-Sender-Familie kündigte zudem an, auch die Verschlüsselung der über DVB-T verbreiteten Programme zu prüfen.

Nach Ansicht der Landesmedienanstalten bietet die Digitalisierung der Übertragungswege prinzipiell auch die Chance für eine Erweiterung der Programmvielfalt und für neue Finanzierungsmodelle, die wegen der Ausschöpfung des Werbemarktes und der digitalen Speichermöglichkeiten nahe liegen. Dennoch beinhalte dieses Vorgehen Risiken und Auswirkungen, die einige grundlegende regulatorische Fragen aufwerfen. Dabei geht es den Landesmedienanstalten vor allem um die technische und unternehmerische Zugangsoffenheit der Astra-Plattform. Diese sei nur dann gegeben, wenn bei den Empfangsgeräten ein offener Standard herrscht, damit auch andere Vermarktungsplattformen Zugang zu den Satellitenhaushalten haben. Daher müsse deutlich gemacht werden, wer die Plattform kontrolliert und wie die Einnahmen aus der Zugangsgebühr verteilt werden.
 
Wenn zudem auch auf dem digitalen terrestrischen Weg Gebühren eingeführt wird, sollte für bestimmte reichweitenstarke Programme eine Must-free-Offer-Regelung eingeführt werden, so der stellvertretende DLM-Vorsitzende Dr. Victor Henle, Anderenfalls werde den EU-Überlegungen zu einer FrequenzversteigerungVorschub geleistet, weil sonst die Vorrangstellung des Rundfunks bei der Frequenzvergabe nicht mehr gerechtfertigt sei. Der Erfolg dieses neuen Geschäftsmodells werde entscheidend von den Verbrauchern abhängen, da sie die finanzielle Last der Zugangsgebühr und der Umrüstung bei der Empfangstechnik tragen. [sch]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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