Nach „Gottschalk Live“-Flop – ARD-Gremien wollen mehr Macht

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nach dem Aus von Thomas Gottschalks Vorabendsendung in der ARD wollen die Gremien der Rundfunkanstalt mehr Befugnisse. Der Entertainer übt sich derweil in Selbstkritik, gab aber auch dem Sender die Schuld am Scheitern von „Gottschalk Live“.

Wie das Magazin „Der Spiegel“ in einer Vorabmeldung seiner neuen Ausgabe berichtete, habe der für die Talkshow zuständige Sender WDR dem Rundfunkrat des Senders die Einsicht in die Verträge der Show verweigert. Als Grund sei angeführt worden, dass die Vorabendsendung nicht durch Gebühren, sondern durch Werbung finanziert wurde. Daher seien die ARD-Gremien nicht zuständig gewesen.

Nach Angaben des Magazins lasse der Rundfunkrat des WDR derzeit voneiner Justitiarin prüfen, ob werbefinanzierte und gebührenfinanzierteProgramme tatsächlich unterschiedlich zu behandeln sind. Sollte demRundfunkrat zugestimmt werden, könnten die Gremien der ARD zukünftigEinischt in Verträge von werbefinanzierten Vorabendsendugnen nehmen.Voraussetzung dafür sei die Überschreitung einer bestimmten Summe, imFall des WDR zwei Millionen Euro.
 
Parallel übte sich Thomas Gottschalk in Selbstkritik. „Ich habe mir die Nummer schön geredet und war wohl auch eloquent genug, das Konzept der ARD schmackhaft zu machen“, sagte der Entertainer dem „Focus“. Dennoch wies er dem Sender ebenfalls die Schuld am Scheitern des Formates zu. Sein Konzept von „Gottschalk Live“ sei von der ARD nicht konsequent umgesetzt worden, hieß es.
 
So sei eine von ihm geplante Live-Schaltung anlässlich des Geburtstags von Papst Benedikt vom Sender abegelehnt worden, da diese zu teuer gewesen sei.“Wir haben nicht das gemacht, was ich vorhatte“, erklärte Gottschalk und bedauerte, nicht hartnäckiger gewesen zu sein. Dennoch wolle er sich „nicht beleidigt aus der Öffentlichkeit zurückziehen“. Sein Talk-Format wird am 7. Juni letztmalig im Ersten zu sehen sein. Die ARD hatte aufgrund anhaltend enttäuschender Einschaltquoten das Format abgesetzt. [rh]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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