Pay-TV-Urteil: Harte Zeiten für Fußball-Vermarkter

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Mit dem Pay-TV-Urteil hat der Europäische Gerichtshof für Empörung bei den Fußball-Verbänden UEFA und FIFA gesorgt. Generell könnten jetzt schwere Zeiten für die Vermarkter von Fußball-Rechten anbrechen.

Fußball-Fans in Europa haben ein Recht auf die Übertragung wichtiger Fußballspiele im Free-TV. Für die Dachverbände FIFA und UEFA gibt es hingegen keinen Anspruch auf eine ausschließliche Ausstrahlung von Spitzenpartien im Bezahlfernsehen. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg am Donnerstag entschieden. Damit bestätigten die obersten europäischen Richter die Entscheidungen Belgiens und Großbritanniens: Die beiden Länder hatten festgelegt, dass wichtige Spiele dort nicht nur im Pay-TV laufen dürfen.
 
FIFA und UEFA hatten sich gegen die Einstufung in diese Kategorie gewehrt. Für sie sind Sendungen im Bezahlfernsehen eine wichtige Einnahmequelle. Für die Fernsehrechte an den großen Turnieren wie EM oder WM können zukünftig voraussichtlich nicht mehr so hohe Einnahmen erzielt werden. Dementsprechend empört reagierten FIFA und UEFA auch auf ihre Niederlage vor Gericht.
 
Das Urteil wird auch Auswirkungen auf das Geschäft mit Fußballrechten haben. „Auf die Vermarkter kommen harte Zeiten zu“, sagte der Medienrechtler Olaf Wolters. „Es ist ein Präzedenzfall geschaffen, der nicht nur Großbritannien und Belgien betrifft. Darauf schauen jetzt auch alle Nachbarländer.“

In Belgien ging es um alle Endrunden-Spiele der Weltmeisterschaft, bei Großbritannien zusätzlich auch um die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft. Der Gerichtshof bestätigte, dass diese Partien Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung sein können. Für solche Ereignisse können die EU-Staaten einen Bann gegen eine exklusive Übertragung im Pay-TV verhängen. Neben wichtigen Fußballpartien können dies zum Beispiel Olympische Spiele sein.
 
Die beiden Fußballverbände waren Anfang 2011 bereits vor dem EU-Gericht gescheitert. Der Europäische Gerichtshof korrigierte das Gericht zwar teilweise und stellte fest, dass die Staaten ihre Entscheidung gegen eine Exklusivausstrahlung im Bezahlfernsehen gegenüber der EU-Kommission besser begründen müssen – dort reichen sie die Listen ein. An der Grundsatzentscheidung ändere dies aber nichts. Gegen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs sind keine Rechtsmittel mehr möglich.
 
Für den deutschen Zuschauer wird sich durch dieses Urteil hingegen nichts ändern. Bereits der Rundfunkstaatsvertrag regelt, dass bestimmte Großereignisse „von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ nur dann im Pay TV ausgestrahlt werden dürfen, wenn sie zugleich in einem Free-TV-Programm zu sehen sind. Diese Regelung wird durch das Urteil bestätigt.
 
Die Free-TV-Rechte an den Spielen der kommenden Fußball-Weltmeisterschaften 2014 und 2018 sowie der EM 2016 liegen in Deutschland bei ARD und ZDF. Die Rechte an den Qualifikationsspielen der Nationalmannschaft zur EM 2016 und WM 2018 hatte sich in der Vorwoche erstmals RTL gesichert. WM-Spiele waren zuletzt auch live beim Pay-TV-Sender Sky zu sehen. In der Bundesliga überträgt Sky alle Spiele live. ARD und ZDF zeigen Spielberichte in der Zweitverwertung. [dpa/hjv]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

15 Kommentare im Forum

  1. AW: Pay-TV-Urteil: Harte Zeiten für Fußball-Vermarkter Das Beste daran ist sicher (uff schon die 3. Meldung dazu)
  2. AW: Pay-TV-Urteil: Harte Zeiten für Fußball-Vermarkter Es ist zu hoffen, das durch dieses Urteil nicht das Free Tv durch Sinnlose Sportübertragungen überflutet wird.
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