Premiere-Hauptversammlung: 200 000 Euro Rechtsberatungskosten

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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München – Der entscheidene Beschluss zur Kapitalerhöhung der Premiere AG fiel am Donnerstag auf der außerordentlichen Hauptversammlung erst spät in den Abendstunden, denn vorher wurden Vorstand sowie Aufsichtsrat mit Fragen zur Unternehmenspolitik und zur Außenrepräsentanz gequält.

Die Premiere-Aktionäre stellten dennoch die Weichen auf „Zukunft“ (DF berichtete). Mit einem nahezu sozialistischen Wahlergebnis von 99,6 Prozent des anwesenden Grundkapitals stimmten die Aktionäre der Kapitalerhöhung um weitere 412 Millionen Euro zu.

In München war am Donnerstag allerdings nur knapp 2/3 des gesamten Grundkapitals der Premiere AG präsent. Der entscheidene Beschluss fiel erst spät in den Abendstunden, bis ca. 18.00 Uhr wurden Vorstand und Aufsichtsrat mit Fragen zur Unternehmenspolitik und zur Außenrepräsentanz gequält. Ein Thema unter vielen: die selektive Kommunikationspolitik des Unternehmens. Viele pikante Details kamen auf diesem Wege ans Licht, die wesentlichen Punkte wird DF an dieser Stelle zusammentragen.
 
Mit der genehmigten Kapitalerhöhung ist auch der Weg frei für den Fremdmittelzufluss. Premiere fließen so liquide Mittel in erheblicher Höhe zu, die das Unternehmen dringend benötigt, u.a. um die Übertragungsrechte der Fußball Bundesliga bezahlen zu können. Premiere-Chef Williams konnte am Ende der Veranstaltung, die von Zwischenrufen und Unmutsäußerungen gekennzeichnet war, aufatmen: „Die Zustimmung für die Kapitalerhöhung gibt uns die Chance, aus Premiere ein erfolgreiches Unternehmen zu machen.“, so Williams in einer Unternehmensmitteilung.
 
Aktionäre äußerten neben der Unternehmskritik auch Ihren Unmut über die Organisation der Veranstaltung. Die Mammutversammlung zog sich bis in die Abendstunden hin und viele Aktionäre hatten nicht einmal Gelegenheit, zwischendurch etwas zu essen. Mitgebrachte Lebensmittel wurden am Eingang vielfach eingezogen. Einem Kleinaktionär wurde gesagt, man habe auf der Hauptversammlung Angst, „dass Äpfel zu Wurfgeschossen werden“. Wohl deshalb saß auch in der ersten Reihe der Personenschutz des Vorstandes. Die Veranstaltung hat die Gesellschaft rund 400 000 Euro gekostet. Die Hälfte davon seien Rechtsberatungskosten.
 [fp]

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8 Kommentare im Forum

  1. AW: Premiere-Hauptversammlung: 200 000 Euro Rechtsberatungskosten 400.000 EUR Kosten für eine HV - ist das ein normaler Rahmen. Äpfel als Wurfgeschoss? - Das ist aber doch starker Populismus.
  2. AW: Premiere-Hauptversammlung: 200 000 Euro Rechtsberatungskosten Stimmt, ich denke auch das faule Eier angemessener gewesen wären...
  3. AW: Premiere-Hauptversammlung: 200 000 Euro Rechtsberatungskosten Was kostet an so einer Veranstaltung bitte 200.000 Rechtsberatungskosten? Da müsste ja ein ganzes Rudel an Anwälten im Vorfeld wochenlang beschäftigt gewesen sein.
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