Primacom gliedert operativen Betrieb aus

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der Kabelnetzbetreiber Primacom gliedert den operativen Betrieb aus. Durch die neue Holding-Struktur sind nun Kredite und der hochprofitable Betrieb in unterschiedlichen Gesellschaften organisiert.

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Der ostdeutsche Kabelnetzbetreiber Primacom macht sich hübsch für einen möglichen bevorstehenden Verkauf, berichtet das DF-Schwestermagazin DIGITAL INSIDER am Donnerstag. Hierzu wurde in den letzten Monaten still und leise die komplette Unternehmensstruktur umgebaut, auch wenn das aufgrund der mangelnden Unternehmenskommunikation inzwischen bei Lieferanten und Kunden für völlige Verwirrung sorgt.
 
Im ersten Schritt wurden die früher in diversen Regionalgesellschaften geführten Kabelnetze durch einen Prozess der Anwachsung im Januar diesen Jahres in das Mutterunternehmen Primacom Management GmbH überführt. Anschließend wurde der komplette operative Betrieb mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Februar 2011 in die Primacom Berlin GmbH ausgegliedert. Hierzu wurde das Stammkapital der Primacom Berlin GmbH von bisher 26 000 Euro im Wege einer Sachkapitalerhöhung unter Schaffung eines neuen Geschäftsanteils auf 26 226 000 Euro erhöht. Zwischen der Primacom Berlin GmbH und der Primacom Holding GmbH wurde ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG benennt in ihrem dazu verfassten Bericht die Werthaltigkeit der Transaktion per Niederstwertprinzip mit über 200 Millionen Euro. 

Die Primacom Management GmbH wurde im August nun in Primacom Holding GmbH umbenannt, die opertativ tätige Primacom Berlin GmbH sollte anschließend nach dem Willen von Primacom Geschäftsführer Wolf Waschkuhn in Primacom GmbH umbenannt werden. Das Amtsgericht lehnte dies jedoch wegen Verwechslungsgefahr mit der noch existenten Primacom AG ab.
 
Der Name der Gesellschaft ist eine Kuriosität für sich. Die Primacom Berlin GmbH ist beim Amtsgericht Mainz gemeldet und hat nun ihren Sitz in Leipzig. Der Unternehmensstandort Berlin ist spätestens seit Ende Juli endgültig aufgegeben. Eine Umbenennung wäre deshalb äußerst sinnvoll.
 
Branchenbeobachter vermuten, dass die Neustrukturierung nicht allein wegen des möglichen bevorstehenden Verkaufs an einen Investor oder Konkurrenten gemacht wurde, sondern den neuen Eigentümern auch Sicherheit gegen sich abzeichnende Aktionärsklagen bringen soll.
 
Die Primacom Holding GmbH (ehemals Primacom Management GmbH) war bis Mitte 2010 Teil der börsennotierten Primacom AG. Diese AG wurde von den Kreditgebern in die geplante Insolvenz getrieben, damit sie sich den operativen Betrieb selbst billigst aneigenen konnten. Auf der Strecke blieben neben einem Konsortium aus Investmentfirmen und Banken auch viele Kleinaktionäre, die sich inzwischen zu einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen haben.
 
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