Pro-Digital-TV drängt auf Gleichstellung im Wettbewerb

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Hamburg – Pro-Digital-TV, der Interessensverband unabhängiger digitalen Fernsehanbieter im deutschsprachigen Raum, startet 2009 mit Gesprächsinitiativen.

Ziel der Verbandsaktivitäten ist Angaben der Pro-Digital-TV Interessensgemeinschaft der Zielgruppensender e.V., konzernunabhängige Programmveranstalter zu stärken und ihre Gleichstellung im Markt zu fördern. Darüber hinaus gehe es um „die Wettbewerbsstellung deutscher TV-Unternehmen im Umfeld global agierender Medienplattformen im Internet“.

Auf dem ersten Medienfrühstück in diesem Jahr an diesem Donnerstag in Köln wird neben den Schwerpunktthemen „Digitalisierung“ und „Vermarktung“ auch die von Pro-Digital-TV begonnene Diskussion um einen Gesamtvertrag der Sender mit der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) fortgeführt. Ein weiteres Thema sei die Reichweitenerfassung der Zielgruppensender zur Werbezeitenvermarktung.

Auf zwei strategisch wichtigen Treffen hat Pro-Digital-TV Gelegenheit, die Positionen seiner Mitglieder gegenüber politischen Gremien zu vertreten: Am 20. Januar treffen Vertreter von Verband und Sendern den für Medien zuständigen nordrhein-westfälischen Minister Krautscheid in Düsseldorf. Am 28. Januar findet auf Einladung von Rudolf Strohmeier, Kabinettschef der EU-Kommissarin Viviane Reding, ein Treffen auf EU-Ebene in Brüssel statt, an der auch die medienpolitische Sprecherin des EU-Parlaments, Ruth Hironymi, teilnehmen wird.
 
Dabei geht es laut Pro-Digital-TV um Maßnahmen zur Gleichstellung konzernunabhängiger Programmanbieter mit Senderfamilien und öffentlich-rechtlichen Anstalten. Vor diesem Hintergrund will Pro-Digital-TV Fragestellungen der wirtschaftliche Existenzsicherung der kleinen Medienanbieter aufgreifen.
 
Dazu würden die“ dringend zu beschleunigende Digitalisierung in Deutschland“ gehören sowie das „Aufbrechen des Vermarktungsmonopols der großen Senderfamilien“, die „Umsatz- und Wettbewerbseinschränkungen, die der neue Glücksspielvertrag in Deutschland beinhaltet“ und „der drohende Verdrängungswettbewerb durch die öffentlich-rechtlichen Anstalten“.
 
Pro-Digital-TV drängt darauf zu überprüfen, ob deren neue Programme noch Teil ihres Gesamtangebotes sind und als solche gegenüber Zielgruppensendern bevorzugt Verbreitung finden dürfen.
 
Ein weiteres Thema sei die Frage, ob angesichts der neuen Verbreitungswege medialer Inhalte via Internet die bisherige, auf Rundfunk konzentrierte Regulierung noch ausreichend sei. Multinationale Medienkonzerne würden in den EU-Markt, ohne den dort geltenden Gesetzen zu unterliegen, befürchtet die Pro-Digital-TV.
 
„Wir halten das für problematisch“ so Kai Flatau, Koordinator von Pro-Digital-TV. „Neben der unkontrollierten Verbreitung von Programminhalten benachteiligt dieser Umstand insbesondere die Unternehmen, die sich an die EU-Recht halten.“[ar]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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