Radio hat laut NDR-Hörfunkchefin in Corona-Zeit Aufschwung erlebt

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Die Corona-Krise hat den Alltag vieler Menschen bestimmt – positiv und negativ. Die Radiostationen haben an Bedeutung hinzugewonnen. Davon ist NDR-Hörfunkdirektorin Katja Marx überzeugt. Das soll auch bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises eine Rolle spielen.

In der Corona-Krise ist das Medium Radio für Millionen Menschen in Deutschland ein wichtiger Alltagsbegleiter geworden und hatte auch dank informativer und unterhaltsamer Programme Hochkonjunktur. „Radio hat während der Pandemie einen Aufschwung erlebt und eine Inspiration in die Gesellschaft gebracht“, sagte die Hörfunkdirektorin des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Katja Marx, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Die Radiomacher hätten die höhere Aufmerksamkeit der vielen Menschen daheim genutzt und die Vielfalt, die Radio bieten kann, sehr erfolgreich unter Beweis gestellt. „Eine unserer Kernkompetenzen ist Information. Und Information war während der Pandemie von ganz besonderer Bedeutung, weil wir in einer Situation waren, die die meisten Menschen überhaupt noch nicht kannten.“ Es habe ein sehr großes Bedürfnis nach Einordnung, nach Hintergrund und nach Erklärungen gegeben. Dem sei der NDR beispielsweise mit dem Podcast „Coronavirus-Update“ mit dem Virologen Christian Drosten nachgekommen.

Doch auch in allen anderen Bereichen habe Radio die Menschen noch besser als zuvor erreicht, miteinander verbunden und so für Mut und Zusammenhalt in der Gesellschaft gesorgt – gerade in der Corona-Krise. „Jenseits der Information ist Radio ein Medium der Unterhaltung, der Musik, von Comedy und von Aktionen, die wir mit Hörerinnen und Hörern machen.“ Zudem sei es gelungen, viele kulturelle Konzert-Highlights virtuell in die Wohnzimmer zu bringen.

„Wir erreichen jeden Tag in Deutschland 53 Millionen Menschen mit unseren Radioprogrammen, die Öffentlich-Rechtlichen und die Privaten zusammengenommen. Daran sieht man, welch große Bedeutung Radio noch immer für die Menschen hat.“ Das habe sich während der Pandemie deutlich gezeigt. „Radio ist quicklebendig.“

Gleichzeitig habe die Corona-Krise aber auch den Audio-Podcasts, die jederzeit und überall gehört werden können, einen deutlichen Schub gegeben. „Podcasts sind ein Trendmedium im Moment. Sie sind zwar eine Nische, aber diese Nische ist sehr viel größer geworden während der letzten Monate. Die zeit- und ortsunabhängige Nutzung von Audio hat garantiert einen Schub bekommen in den letzten Monaten.“

Radiopreis steigt am Donnerstag

All diese Entwicklungen sollen auch am 10. September bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises verdeutlicht werden. Insgesamt haben 138 Radioprogramme ihre 432 Favoriten eingereicht. „Den Jurymitgliedern zufolge haben wir in diesem Jahr viele Einreichungen von einer hohen Qualität bekommen. Das zeigt, wie intensiv die Radiomacher in den letzten Monaten neue Formate entwickelt haben“, so Marx.

Der deutsche Radiopreis wird in zehn Kategorien vergeben, darunter beste Reportage, beste Radiocomedy, bester Podcast und beste Moderation. Die Preise sind undotiert. Der Preis wird 2020 zum elften Mal verliehen. Ausgezeichnet werden Angebote oder Personen, die „in besonderer Weise durch ihre Qualität die Stärken und Möglichkeiten des Mediums vorführen und hervorheben und die damit auch beispielhaft wirken“. Die von Barbara Schöneberger moderierte Verleihung im Hamburger „Schuppen 52“ wird im Radio und Internet live übertragen. Im Fernsehen wird sie zeitversetzt zu sehen sein.

Es werden Katie Melua, Michael Patrick Kelly, Tim Bendzko, Milow und „WIER“-Künstler auftreten. „Wir haben tolle Künstlerinnen und Künstler gewinnen können. Man hat richtig gemerkt, sie sehnen sich danach, wieder aufzutreten. Sie freuen sich sehr, und wir uns auch. Wir hatten sehr schnell die Zusagen bekommen“, sagte Marx dazu.

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