Schwaiger: „Bereits mehr als zwei Drittel unserer Receiver haben einen Netzschalter“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Leipzig – Bei Receivern mit Netzschalter lässt sich durch einfachen Klick viel Energie sparen. DIGITAL FERNSEHEN sprach mit Henrik von Petersdorff, Leiter Marketing und Produktmanagement bei der Christian Schwaiger GmbH über energiesparende Receiver.

Bereits mehr als 60 Prozent der Receiver aus dem Hause Schwaiger verfügen über einen Netzschalter, die anderen sind mobile Geräte, die über externe Schaltnetzteile betrieben werden. Dennoch lässt sich noch mehr Energie einsparen – durch moderne Materialien zum Beispiel. Petersdorff gibt unter anderem einen Einblick, wie umweltfreundlich Set-Top-Boxen von Schwaiger künftig sein werden.

DIGITAL FERNSEHEN: Herr von Petersdorff, es ist von EU-Seite eine sogenannte EuP-Richtlinie (Directive for energy using products) erlassen worden, die Rahmenbedingungen für umweltschonende und energiesparende Produkte installiert und ein sogenanntes „Eco-Design“ entworfen hat. Dieses Design soll Richtwerte für den Energieverbrauch von Set-Top-Boxen vorgeben. Welche Konsequenzen haben die geplanten Rahmenbedingungen für Ihr Unternehmen?
 
Henrik von Petersdorff: Konsequenzen haben sie natürlich. Wir haben aber auch nicht auf die neue Richtlinie gewartet. Heute haben bereits mehr als zwei Drittel unserer Receiver einen Netzschalter, mit denen die Geräte mit einem Klick zu hundert Prozent vom Netz getrennt werden. Die anderen Geräte sind sogenannte Mobilgeräte, die mit einem externen Schaltnetzteilen betrieben werden. Bei diesen Geräten liegt der Stromverbrauch aktuell bereits unter zwei Watt.
 
DF: Sogenannte komplexe Receiver (mit CA-System) haben erhöhten Energiebedarf, da sie sich erstens für die Interaktion mit dem Pay-TV-Anbieter oder Plattformbetreiber, zweitens wegen des Festplatteneinsatzes im aktiven Standby befinden, wie EU-Studien ergaben.
 
Die Box ist deshalb nahezu rund um die Uhr auf Standby geschaltet. Wenn nur die Hälfte der 39 Millionen Haushalte in Deutschland für 14 Tage unnötige Geräte vom Netz nehmen würden, könnten 140 Millionen Euro eingespart werden. Das fand eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) heraus. Welche Einsparmöglichkeiten kann Ihr Unternehmen beim Standby-Verbrauch anbieten?
 
von Petersdorff: Unsere Festplattenreceiver sind so konzipiert, dass sie zum einen im Standby-Mode die Festplatte nicht im Dauerbetrieb halten. Das spart schon mal enorm Strom. Andererseits sind die Geräte mit eingebauter Platte auch mit dem angesprochenen Netzschalter versehen. Somit können Sie das Gerät bei „Nichtaufzeichnung“ komplett vom Stromnetz trennen.
 
Zu den angesprochenen Pay-TV-Boxen lässt sich sagen, dass wir heute primär auf offene CA-Geräte setzen. Somit haben wir heute die Problematik der Interaktion nicht. Wenn bei unseren Geräten ein Update nötig ist, wird dieses vom User selber durchgeführt, d.h. aktiv angestoßen. Somit muss auch in diesem Fall das Gerät nicht die ganze Zeit im Standby laufen.
 
DF: Auch durch moderne Materialien lässt sich Energie einsparen.
Sehen Sie für Geräte aus Ihrem Hause diesbezüglich Optimierungsmöglichkeiten?
 
von Petersdorff: Wir sind schon sehr weit in diesem Bereich. Es wird künftig noch weitere Verbesserungen auf der Bauteilseite geben, die wir bei der Entwicklung unserer Set-Top-Boxen mit einfließen lassen werden. Hierzu zählen sowohl Verbesserungen auf der Chipsatz-Seite als auch im Bereich der Netzteile.
 
DF: „Receiver mit offenen CI-Schnittstellen könnten die Receiver-Flut verhindern, indem alle Verschlüsselungssysteme mit einem Gerät decodiert würden.“ Stimmen Sie dieser Meinung zu?
 
von Petersdorff: Grundsätzlich ja. Jedoch darf man hier die hochpolitische Diskussion nicht außer Acht lassen. Verschlüsselungssysteme sollten so gewählt werden, dass auch aktuelle oder ältere CI-Geräte damit arbeiten können. Dem Endverbraucher hilft es nicht, wenn seitens der Content-Anbieter immer neue Anforderungen an CI-Systeme gestellt werden, die dazu führen, dass der User seine alten CI-Geräte ersetzen muss. Das führt in der Konsequenz dazu, dass die Idee des offenen CI-Geräte ad Absurdum geführt wird.
 
DF: Was werden Sie zukünftig tun, um Ihre Boxen noch effizienter arbeiten zu lassen?
 
von Petersdorff: Wir werden nach neuen Möglichkeiten suchen, um den Stromverbrauch weiter zu senken. Neue „Super-low-standby-power“-Netzteile werden hier für weitere Effizienzverbesserungen sorgen.
 
DF:Herr von Petersdorff, vielen Dank für das Interview. [ar]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

23 Kommentare im Forum

  1. AW: Schwaiger: "Bereits mehr als zwei Drittel unserer Receiver haben einen Netzschalt Tolle Leistung muss man sagen. Es gibt Receiverhersteller da haben alle Receiver einen Netzschalter. Das sollte doch Selbstverständlich sein. Warum solche News.
  2. AW: Schwaiger: "Bereits mehr als zwei Drittel unserer Receiver haben einen Netzschalt Mein Receiver hat auch einen Netzschalter. Außerdem kann wohl jeder die Sicherung bedienen. Und abends vor dem zu Bett gehen wird die Haussicherung rausgekickt.
  3. AW: Schwaiger: "Bereits mehr als zwei Drittel unserer Receiver haben einen Netzschalt Bitte immer dran denken, dass eine Sicherung (auch als Sicherungsautomat) kein Schalter ist! Eine Sicherung bleibt eine Sicherung und wenn geschaltet werden soll, dann bitte per Schalter, Relais oder Schütz. Prinzipiell finde ich es ja gut, dass in Receivern netztrennende Schalter verbaut werden. Egal wie der Hersteller nun heisst, muss man aber auch bedenken, dass diese nur was bringen, wenn sie vom Anwender auch benutzt werden. Für jemanden, der seine elektrischen Geräte sowieso an einer schaltbaren Steckdosenleiste betreibt oder komfortable Stand-By Schalter nutzt, ist die Netztrennung aber sekundär. Die Hersteller sollten sich nicht ausschließlich durch die Verwendung netztrennender Schalter aus der Affäre ziehen, sondern tatsächlich auch die Leistungsaufnahmen im Stand-By und auch im Betrieb reduzieren!
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