Schweiz: Konsumentenschutz verlangt Digitalfernsehen ohne lästige Set-Top-Boxen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Biel, Schweiz – Bbei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) türmen sich die Klagen. Schlechte Bildqualität, geringe Geschwindigkeit, fixe Senderzuteilung und Wirrwarr mit zwei Fernbedienungen trüben das digitale Fernsehvergnügen in der Schweiz.

Darübe berichtet das Bieler Tagblatt (Onlineausgabe). In einem Schreiben fordert die SKS von den Kabelnetzbetreibern die rasche Behebung der Probleme. So solle der Boxenzwang aufgehoben werden, sodass Besitzer von Digitalfernsehern „auf die lästige Set-Top-Box verzichten können“. Viele Fernsehliebhaberinnen und -liebhaber wollen auf digitales Fernsehen umstellen oder haben dies bereits getan. Zu Recht: Digitales Fernsehen bietet eine bessere Bild- und Tonqualität, mehr Sender und neue Funktionen (z.B. elektronischer Programmführer). Leider werde die Fernsehfreude getrübt. Zahlreiche Kabelnetzbetreiber schreiben ihren Digitalkunden den Erwerb ihrer eigenen Set-Top-Box vor, obwohl ein Digitalfernseher diese überflüssig macht.
 
„11 757 Fernsehliebhaberinnen und -liebhaber hatten innert sechs Wochen eine Onlinepetition der SKS gegen diesen Set-Top-Boxenzwang unterschrieben. Im Anschluss hat die SKS die Fernsehliebhaberinnen und -liebhaber aufgefordert, Erfahrungen mit der Set-Top-Box zu schicken“, schreibt das Tagblatt.
 
„Noch selten haben wir zu einem einzelnen Problem so viele Beschwerden erhalten““ stellt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS, fest. Die störendsten Beispiele sind: Langsamer: Wer an seinen neuen Digitalfernseher noch eine Set-Top-Box anhängen muss, gewöhnt sich ans Warten: fünfSeiten blättern im Teletext dauert 18 Mal länger. Und fürs Anwählen des Senders HD Suisse muss man elf statt zwei Tasten drücken.
 
Zwei Fernbedienungen: Eine Set-Top-Box bedeutet auch eine zusätzliche Fernbedienung. Bloss: Mit welcher Fernbedienung wird nun was eingestellt? Vor allem ältere Personen seien überfordert. Fixe Senderzuteilung: Vorbei die Zeiten, als man selbst wählen konnte, dass SF 1 auf 1, ARD auf 2, ZDF auf 3 etc. liegen. Die Sendeplätze sind auf einigen Set-Top-Boxen fixiert. Pro Fernseher eine Box: Wer analog fernsieht, bezahlt eine Anschlussgebühr – auch
mit drei Fernsehern im Haushalt. Neu sind drei Set-Top-Boxen und drei Abonnementsverträge nötig. Gerade für Familien bedeute dies eine unnötige monatliche Belastung von bis zu 48 Franken.
 
Die SKS habr die Beschwerden zu den Set-Top-Boxen online gestellt. In einem Schreiben fordert sie nach Darstellung des Blattes die grössten Kabelnetzbetreiber mit Set-Top-Boxenzwang (Cablecom, Eblcom, GGA Maur; nur Deutschschweiz) auf, die Probleme rasch zu lösen. Am besten sollten sie den Boxenzwang aufheben, sodass Besitzer von Digitalfernsehern auf die lästige Set-Top-Box verzichten können. Die SKS sei erfreut darüber, dass neu auch das Gewerbe (Fernsehfachhandel, Gastrosuisse, Hotelleriesuisse) das Anliegen tatkräftig unterstützt. [mg]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

8 Kommentare im Forum

  1. AW: Schweiz: Konsumentenschutz verlangt Digitalfernsehen ohne lästige Set-Top-Boxen Das sollten die deutschen Konsumentenschützer auch verlangen und zum Gesetz machen. Gruß b+b
  2. AW: Schweiz: Konsumentenschutz verlangt Digitalfernsehen ohne lästige Set-Top-Boxen Es ist ja auch nicht einzusehen, weshalb man bei einem neuen LCD mit integriertem CI-fähigen DVB-C Tuner noch einen zusätzlichen Zwangs-Receiver mieten/kaufen muss. Ein CI-Modul mit Karte und gut ists. Damit kann natürlich das Fernsehverhalten der Kunden nicht mehr ausgespäht werden...
  3. AW: Schweiz: Konsumentenschutz verlangt Digitalfernsehen ohne lästige Set-Top-Boxen Ist das in Deutschland der Verbraucherschutzminister? Dann kann das wohl noch dauern.
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