Sharp will wieder an die LCD-Spitze

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Um dies zu erreichen, muss der japanische Elektronikkonzern seine Marke in Europa stärker etablieren sowie seine Produktionskapazitäten erhöhen.

Wie das Wirtschaftsmagazin „Business Week“ berichtete, ist Sharp zu sehr auf den japanischen Markt eingestellt und hat sich zu wenig um die Internationalisierung seiner Marke gekümmtert. Dadurch ist man zwar in Japan eins der stärksten Unternehmen – letztes Jahr hat Sharp laut „Business Week“ 62 Prozent seiner LCDs in Japan verkauft und damit 89 Prozent des gesamten Gewinns in Sachen LCD-Geschäft generiert.

Weltweit ist Sharp weitaus weniger präsent – doch dies war laut „Business Week“ nicht immer so: Im Jahr 2000 war Sharp einer der Ersten Hersteller für Flachbildschirme und konnte sich damals unglaubliche 86 Prozent weltweiten Marktanteil bei LCD-Bildschirmen sichern. Doch diese Zeiten sind vorbei: Zwar ist der Verkauf bei Sharp jährlich um 13 Prozent gestiegen, jedoch blieb man damit hinter dem durchschnittlichen Wachstum des LCD-Marktes zurück.
 
Doch jetzt will das japanische Unternehmen wieder ganz nach oben. Dafür hat man eine hochdotierte Werbeagentur unter Vertrag genommen und will mit einem verdoppelten Werbebudget von 170 Millionen Dollar die Marke Sharp international aufpolieren.

Natürlich reicht Werbung allein nicht – das wissen auch die Entscheider bei Sharp. Deswegen hat man dieses Jahr eine Produktoffensive gestartet und drängt mit sechs neuen LCD-Fernsehern mit Bildschirmdiagonalen zwischen 42 und 52 Zoll auf den Markt. Dafür braucht man jedoch vor allem das neue japanische Panel-Werk, welches unter Hochdruck gebaut wird und Ende dieses Jahres fertiggestellt werden soll. Darüber hinaus soll die Fabrik in Mexico ausgebaut sowie ein Werk in Polen fertiggestellt werden.
 
Dies ist auch dringend notwendig, da die Produktionskapazitäten bei Sharp alles andere als flexibel waren und man auf den letztjährigen Boom im LCD-Bereich nicht mehr reagieren konnten. Laut „Business Week“ war die Panelproduktion mit vier Millionen Stück letztes Jahr schon völlig ausgereizt, sodass man bei Sharp auf die gestiegene Nachfrage nicht reagieren konnte. Damit ist den Japanern ein lukratives Geschäft entgangen, stieg der LCD-Verkauf von 8.8 Millionen Stück weltweit im Jahr 2004 auf 21,2 Millionen 2005.
 
Auch konnte Sharp mit seinen Panel-Fabriken nicht auf die gestiegene Nachfrage noch großen Bildschirmdiagonalen reagieren. Mit den kleineren Fernsehern konnte man zwar die engen japanischen Wohnzimmer erobern, international dafür aber kaum Erfolge erzielen. [lf]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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