SWR setzt strategischen Umbau fort – 166 Millionen Euro sparen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der Südwestrundfunk (SWR) setzt seinen tiefgreifenden strategischen Umbau fort. Nach dem Start der strategischen Projekte müsse der Sender nun erneut seine Reformfähigkeit unter Beweis stellen. Dies sagte SWR-Intendant Peter Boudgoust bei der Sitzung des Rundfunkrats.

„Der SWR muss jetzt zweierlei auf einmal meistern“, sagte SWR-Intendant Peter Boudgoust bei der Sitzung des Rundfunkrats am Freitag. Die Rundfunkanstalt müsse zunächst mit weniger Geld auskommen, weil die Rundfunkanstalt bis 2020 166 Millionen Euro einsparen soll.
 
„Zweitens: Wir müssen uns neuen Rückhalt in der Gesellschaft erarbeiten“, so Boudgoust weiter. Nur wenn die Programmangebote in Hörfunk, Fernsehen und Internet für die Menschen unverzichtbar blieben, würden sie auch weiterhin ihren Solidarbeitrag für den SWR leisten.
 
Wie der SWR am Freitagmittag bekanntgab, wolle die Rundfunkanstalt mit den angestoßenen Reformvorhaben bei den Regionalstudios die regionale Berichterstattung als Markenzeichen des SWR in die digitale Welt überführen. Um dies zu erreichen, so Boudgoust, „müssen wir strukturelle Hemmnisse abbauen und inhaltliche Kompetenzen stärken.“ Bei dem Umbau des Senders gehe es darum, einen starken und zukunftssicheren SWR zu gestalten.

Der SWR stehe jetzt vor einer Weichenstellung, bei der es gelte, den vorgegebenen Auftrag zu Information, Bildung und Unterhaltung zeitgemäß zu interpretieren. Dazu gehöre auch der multimediale Ausbau der Regionalstudios.
 
„Es hat aber nichts mit Information und auch nichts mit Regionalität zu tun, wenn in sieben SWR-Studios in Baden-Württemberg siebenfach parallel für ein einziges Hörfunkprogramm der Regler am Mischpult hochgezogen wird für eine regionale Sendung, der wir mangels Geld in den vergangenen Jahren mehr und mehr die Beiträge und damit eben die regionale Information heraus streichen mussten“, sagte der SWR-Intendant.
 
Deshalb wolle er mittelfristig in Baden-Württemberg ebenfalls zu einer landesweiten Frühsendung in SWR4 kommen. Die Studios selbst blieben wie auch alle Regional- und Korrespondentenbüros sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz erhalten.
 
Die Reform greift erst im Jahr 2016. Damit bleibe genug Zeit, um gemeinsam mit den Mitarbeitern in den Studios den genauen Weg hierfür zu erarbeiten. „Statt in Parallelstrukturen stecken wir unser Geld künftig verstärkt in Reporter, die Themen und Geschichten in den Regionen recherchieren sollen“, so Boudgoust. Diese Beiträge würden künftig viel selbstverständlicher als bisher in allen Programmen des SWR zu sehen und zu hören sein.
 
In einem weiteren Tagesordnungspunkt stimmte der Rundfunkrat einstimmig einer Stellungnahme des Telemedienaussschusses zu, der die rechtskräftigen Telemedienkonzepte weiterhin als Grundlage aller Telemedienangebote des SWR sieht. [su]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: SWR setzt strategischen Umbau fort - 166 Millionen Euro sparen Habe nur ich das Gefühl, dass angesichts der ausbleibenden Erhöhung der GEZ-Gebühren, endlich immer mehr ÖR-Sender Einsparungen oder einen kosteneinsparenden Senderumbau ankündigen (und hoffentlich auch umsetzen)? Ich kann mich zumindest nicht an so viele diesbezügliche Meldungen in so kurzer Zeit in den letzten 12, 24 Monate erinnern.
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