„Tagesschau“-App: ARD-Anstalten begrüßen Vorschlag des Gerichts

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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ARD-Vorsitzende Monika Piel und NDR-Intendant Lutz Marmor begrüßen den Vorschlag des Kölner Landgerichts, sich im Streit mit acht Zeitungsverlegern um die „Tagesschau“-App außergerichtlich zu einigen.

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„Ich halte den Vorschlag des Gerichtes, die ARD und die Verleger sollten sich beim Thema ‚Tagesschau‘-App noch einmal zusammen setzen und sich einigen, für sehr vernünftig“, erklärte die WDR-Intendantin und derzeitige ARD-Vorsitzende Piel am Donnerstag. Zuvor hatte das Landgericht Köln in einer nur einstündigen Eröffnungssitzung Verleger und ARD dazu aufgerufen, sich zu einigen.
 
Piel ist sich sicher, dass ein solchesTreffen „zeitnah stattfinden wird“. Der WDR-Intendantin hofft auf eine schnelle Kooperation und Kompromisslösungen. „Wie die im Detail aussehen könnten, darüber will ich jetzt aber nicht spekulieren – das müssen dann die Gespräche zeigen“, so die ARD-Vorsitzende.

Aus Sicht der ARD-Anstalten habe das Gericht die „Tagesschau“-App auch grundsätzlich nicht in Frage gestellt, fasste Piel den ersten Verhandlungstag aus ihrer Sicht zusammen. Die Vorstandsvorsitzende erklärte noch einmal, dass sie von der Verlegerklage sehr überrascht gewesen sei. „Zumal ich als ARD-Vorsitzende zu dieser Zeit bereits im engen Austausch mit Verlegern war“.
 
Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), hat indes die Gesprächsbereitschaft der ARD-Vorsitzenden Monika Piel über die „Tagesschau“-App begrüßt: „Im Dialog können möglicherweise Verhaltensregeln verabredet werden, mit denen sowohl den öffentlich-rechtlichen Anstalten als auch den Verlagen in der Praxis mehr gedient ist als mit einem viele Jahre andauernden Rechtsstreit“.
 
Auch NDR-Intendant Lutz Marmor empfindet die Anregung des Vorsitzenden Richters als positiv und verwies ebenfalls auf die bereits geführten Gespräche zum Zeitpunkt als die Klage eingereicht worden war. „Zu Einzelheiten waren und bleiben wir gesprächsbereit“, so Marmor.
 
Die Öffentlich-Rechtlichen hätten seitdem immer wieder die grundsätzliche Bereitschaft zum Dialog signalisiert. „Wir verschließen uns auch jetzt nicht dem Versuch einer Einigung“, erklärte der NDR-Intendant, stellte jedoch gleichzeitig klar, dass „die ‚Tagesschau‘-App neben Bildern und gesprochenen Beiträgen auch künftig nicht auf Texte wird verzichten können“.
 
Im Juni sind acht Zeitungsverlage gegen die umstrittene „Tagesschau“-App der ARD vor Gericht gezogen. Sie sehen sich durch die journalistischen Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Senders wirtschaftlich benachteiligt. Die Verlage stoßen sich vorallem an eigenständigen Hintergrundartikeln, die von der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt zusätzlich zu Video- und Online-Inhalten in der „Tagesschau“-iPad-Version bereitgestellt werden. [js]

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2 Kommentare im Forum

  1. AW: "Tagesschau"-App: ARD-Anstalten begrüßen Vorschlag des Gerichts Seltsames Urteil. Hier will sich wohl ein Richter mit beiden Parteien nicht anlegen
  2. AW: "Tagesschau"-App: ARD-Anstalten begrüßen Vorschlag des Gerichts So ein Kompromiss wäre nicht im Sinne der Nutzer.
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