Türkei: Wahl-Ergebnisse vor Wahl im Fernsehen zu sehen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Im regierungsnahen Sender tvnet wurde während einer Diskussionsrunde plötzlich die Anadolu-Ergebnisse der „Wahl 2018“ eingeblendet, demnach gewinnt Präsident Recep Tayyip Erdogan mit 53 Prozent der Stimmen.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu verwahrt sich vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am kommenden Sonntag gegen Manipulationsvorwürfe. „Es ist absolut inakzeptabel, dass die Agentur Anadolu, die die stärkste und verlässlichste Nachrichtenquelle der türkischen Medien ist, solchen grundlosen Anschuldigungen ausgesetzt ist“, teilte Anadolu mit. Hintergrund ist ein Vorfall, bei dem im regierungsnahen Sender tvnet während einer Diskussionsrunde plötzlich Anadolu-Ergebnisse von der „Wahl 2018“ eingeblendet wurden. Dort bekam Präsident Recep Tayyip Erdogan mit 53 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit.

Anadolu teilte mit, es habe sich um Tests gehandelt, die vor Wahlen bei Fernsehsendern regelmäßig und auf deren Wunsch gemacht würden. Dabei werde die grafische Darstellung der Wahlergebnisse geprüft. Diese Tests seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Es liege in der Verantwortung der Sender, sie nicht zu verbreiten. Bei Regierungskritikern hatte der Vorfall den Verdacht genährt, dass das Wahlergebnis bereits vor dem Wahltag feststehen könnte. Beim Verfassungsreferendum im vergangenen Jahr hatte die Opposition von Wahlbetrug gesprochen, die Regierung hatte das zurückgewiesen.
 
Anadolu teilte nun weiter mit, die bei dem „Test“ verwendeten Zahlen basierten auf Ergebnissen der vergangenen Wahl. Bei Parteien und Kandidaten, die sich an der vergangenen Wahl nicht beteiligt hätten, seien zufällige Zahlen verwendet worden. Allerdings wurden Erdogan bei dem Anadolu-„Test“ 53 Prozent beziehungsweise 26 568 993 Stimmen zugewiesen. Bei der Präsidentschaftswahl 2014 kam Erdogan nach dem amtlichen Endergebnis auf 51,79 Prozent oder 21 000 143 Stimmen.
 
Mit 53 Prozent der Stimmen hätte Erdogan die Präsidentschaftswahl am Sonntag in der ersten Runde gewonnen und müsste nicht in eine Stichwahl. Der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Muharrem Ince, kam bei den „Test“-Ergebnissen nach Auszählung aller Stimmen auf 26 Prozent, Meral Aksener von der Iyi-Partei auf 12 Prozent.

[dpa/tk]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

2 Kommentare im Forum

  1. Nur dafür konnte das ZDF nichts. Das ZDF produziert ja schließlich nicht die WM-Bilder und Einblendungen bei den Spielen.
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