TV-Sender: Fiskus will sich an Gewinnspiel-Erlösen beteiligen

0
23
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

Quizsendungen, Televotings und Mitmachkanäle erleben in Deutschland momentan einen Boom – Bald jedoch könnte dieses Geschäft für Sender und Radiokanäle weniger lukrativ werden.

Der Bundesrat wird sich am 10. Februar auf Initiative der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit dem so genannten Spieleinsatzsteuergesetz befassen, schreibt der Branchendienst „Der Kontakter“ in seiner neuen Ausgabe.

Dieses Spieleinsatzsteuergesetz könnte dem Staat künftig reiche Steuererträge aus Lotterien, Glücksspielen oder auch aus boomenden „Telefonmehrwertdienstangeboten“ sichern, hieß es. Die Gesetzesvorlage sieht demnach unter anderem vor, Erträge aus Gewinnspielen via Telefon künftig mit einem Steuersatz in Höhe von 20 Prozent zu belegen. Diese Neuregelung würde alle Sender betreffen, die über Telefongebühren bei Gewinnspielen dazuverdienen. Zum einen sind das natürlich die reinen Quizsender, zum anderen aber auch herkömmliche TV-Sender, die mit Mehrtwertnummer beachtliche Summen einfahren. Das Gesetz würde Gewinneinbußen der Medienunternehmen zur Folge haben, das Staatssäckel jedoch klingeln lassen: Im Falle des Inkrafttretens des Spieleinsatzsteuergesetzes rechnet der Staat insgesamt mit jährlichen Steuermehreinnahmen von bis zu 680 Millionen Euro.
 
Gegen die Besteuerung von Telefonmehrwertdiensten in den Medien ist der Wirtschaftsausschuss des Bundestags. Das Expertengremium ist der Ansicht, dass private Fernsehanbieter zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf Zusatzeinnahmen aus interaktiven Sendungen dringend angewiesen seien, da Werbeumsätze immer weiter zurückgingen. Die Stagnation der Werbeerlöse betreffe nicht nur reine Mitmachsender, sondern auch viele Angebote im „klassischen“ Fernsehbereich, bei denen Einnahmen aus Gewinnspielen inzwischen einen wichtigen Finanzierungsbeitrag darstellten, so der Wirtschaftsausschuss in seiner Stellungnahme. [mg]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

Kommentare im Forum

Die Kommentarfunktion ist noch nicht aktiviert