TV-Umfrage: Österreicher lieben Skifahren mehr als Fußball

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Wien – Zum dritten Mal in Folge hat der europäische Multimedianetzbetreiber UPC eine Umfrage zum Fernseh-Verhalten durchgeführt: Im Focus der diesjährigen Studie stand unter anderem das Thema Sport im Fernsehen, befragt wurden Personen aus 13 europäischen Ländern.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der befragten Österreicher und Österreicherinnen geben an, dass Filme zu den populärsten Inhalten im Fernsehen zählen. Nachrichten (41 Prozent) und Dokumentationen (36 Prozent) komplettieren die Top 3 TV-Inhalte. Bei den weiblichen Zusehern (58 Prozent) und den bis 30-jährigen (75 Prozent) sind Filme besonders beliebt, während dies bei den Befragten über 50 Jahre nur bei 39 Prozent der Fall ist. In der Altersgruppe 50+ nehmen Nachrichten mit 59 Prozent die klare Spitzenposition ein. Bei den unter 30-jährigen sind Serien (47 Prozent) überdurchschnittlich beliebt. Männer interessieren sich neben Filmen (50 Prozent), Nachrichten (47 Prozent) und Dokumentationen (42 Prozent) auch für Sport (38 Prozent).

Keine eindeutigen Vorlieben lassen sich bei der Frage nach den beliebtesten TV-Sendern erkennen. 38 Prozent sind hier unentschlossen, 21 Prozent bevorzugen ausländische kommerzielle Fernsehsender, knapp gefolgt von den ORF Programmen mit 20 Prozent und den ausländischen öffentlich-rechtlichen Sendern mit 17 Prozent. Österreichisches Privatfernsehen verzeichnet hingegen nur 3 Prozent Zustimmung. Sehr differenziert wird der ORF wahrgenommen, der bei der Altersgruppe der über 50-jährigen 30 Prozent Zustimmung verzeichnen kann, während es bei den 30- bis 49-jährigen nur 12 Prozent sind. Ausländische kommerzielle Fernsehsender sind bei Männern (27 Prozent) eindeutig beliebter als bei Frauen (16 Prozent). Österreich hebt sich bei dieser Frage dabei deutlich von den anderen europäischen Ländern ab, wo nationale TV-Sender (68 Prozent) ausländischen TV-Programmen (13 Prozent) gegenüber deutlich bevorzugt werden. Ähnliche Werte sind nur bei unserem Nachbarland Schweiz zu erkennen.
 
Nur 15 Prozent der Befragten geben an, bereits vorab genau zu wissen, was sie sich jede Woche im Fernsehen ansehen werden. Die Mehrheit (47 Prozent) entscheidet am eigentlichen Tag, welche Sendungen konsumiert werden. 34 Prozent geben an, überhaupt spontan ihr TV-Programm auszuwählen. Besonders die unter 30-jährigen sind in dieser Gruppe mit 44 Prozent am stärksten vertreten, während bei den über 50-jährigen nur 26 Prozent kurzfristig entscheiden. In der Altersgruppe 50+ wird auch am öftesten die Zeit vor dem TV-Gerät täglich vorausgeplant (59 Prozent).
Für die Auswahl des TV-Programms werden primär TV-Zeitschriften (49 Prozent) herangezogen, gefolgt von Tageszeitungen (29 Prozent), Teletext/EPG (28 Prozent) und dem Internet (21 Prozent). Männer (26 Prozent) und die unter 30-jährigen (36 Prozent) nutzen häufiger als der Durchschnitt das Internet zur Programmauswahl. Teletext bzw. Elektronische Programmführer (EPG) sind bei der Gruppe der bis 30-jährigen mit 46 Prozent übrigens die erste Quelle für Programminformationen.
 
Um das Lieblingsprogramm nicht zu verpassen verwenden 35 Prozent der Befragten den Video-Recorder, dicht gefolgt von der DVD, die bereits von 34 Prozent zur Aufnahme verwendet wird. Ebenfalls 34 Prozent geben an, TV-Programme nicht nachträglich ansehen zu wollen, wenn sie diese versäumt haben. Österreich hebt sich hier signifikant vom europäischen Durchschnitt ab: hier nehmen 48 Prozent der Befragten Programme generell nicht auf, 31 Prozent verwenden dazu VHS und nur 16 Prozent den DVD-Recorder. Mit Deutschland – wo die DVD (32 Prozent) den Video-Recorder (30 Prozent) bereits überholt hat – und der Schweiz (27 Prozent) liegt Österreich damit an der Spitze der DVD-Recorder Verbreitung in den untersuchten Ländern, alle anderen Länder liegen hier zum Teil deutlich unter 20 Prozent.

Mit 61 Prozent liegt Skifahren klar in Führung, wenn es um den Lieblingssport der Österreicher im Fernsehen geht. Auch bei Frauen ist diese Sportart mit 59 Prozent sehr beliebt, die über 50jährigen befinden sich mit 72 Prozent Nennungen sogar weit über dem Durchschnitt. Fußball, das sich im gesamteuropäischen Vergleich mit 46 Prozent an der Spitze behauptet, ist mit 39 Prozent die Sportart Nummer 2 in Österreich. Bei dieser Sportart ist auch der signifikanteste Unterschied bei den Geschlechtern festzustellen: 51Prozent Zustimmung bei Männern stehen nur 27 Prozent bei den befragten Frauen gegenüber. Auf Platz 3 liegt die Formel 1 mit 28 Prozent.
 
In Sachen Sport sind auch die stärksten lokalen Unterschiede zu beobachten, die oftmals auch auf den Erfolg der Athleten des jeweiligen Landes zurückzuführen sind. So ist in Belgien – das mit Justine Henin-Hardenne und Kim Clijsters über zwei Top-Spielerinnen verfügt – Tennis mit 49 Prozent die Sportart Nummer 1. Bei unseren Tschechischen und Slowakischen Nachbarn führt hingegen Eishockey (48 Prozent bzw. 46Prozent) die Beliebtheitsskala an.
 
Beurteilt wurde auch die Zahl der Fußballsendungen im Fernsehen. Eine klare Mehrheit von 60 Prozent gibt an, weniger Fußball im Fernsehen sehen zu wollen, nur 12 Prozent sind der Meinung, dass es mehr sein sollte, während es für 29 Prozent die richtige Menge ist. Auch hier sprechen sich 73 Prozent der Frauen, hingegen nur 46 Prozent der Männer für weniger Fußball aus. Live-Fußballspiele sind mit 43 Prozent übrigens die beliebteste Form der Übertragung, nur 5 Prozent geben an, an Analysen interessiert zu sein.
 
Die TV-Umfrage wurde zwischen Oktober und Dezember 2006 unter 6 000 Teilnehmern in 13 europäischen Ländern – Österreich, Deutschland, Schweiz, Niederlande, Belgien, Frankreich, Irland, Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn und Rumänien – in Zusammenarbeit mit Research International durchgeführt. [sch]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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