Verschlüsselungsspezialist Conax reagiert auf Hackerangriff mit Kartentausch

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Leipzig – In den letzten Wochen gelang es Hackern, die zur Verschlüsselung von Pay-TV-Angeboten eingesetzte Conax-Verschlüsselung zeitweise zu hacken. Der norwegische Verschlüsselungsanbieter hat schnell reagiert, wie Verkaufsdirektor Geir Bjørndal im Interview verriet.

Betroffen waren von dem Hack der Abo-Sender Premiere mit seinem Paket „Premiere Familie“, weiterhin das von Technisat vermarktete Programmpaket von MTV Unlimitedund der in den Kabelnetzen von Tele Columbus, der Primacom und kleineren Netzbetreibern übertragene „Kabelkiosk“ von Eutelsat.
 
DIGITAL FERNSEHEN unterhielt sich aus diesem Grund mit dem Direktor für Verkauf und Marketing des norwegischen Verschlüsselungsanbieters Conax, Geir Bjørndal.

DIGITAL FERNSEHEN: Die Conax-Verschlüsselung wurde von Hackern geknackt. Können Sie dies bestätigten?
 
Geir Bjørndal:Ja, wir hatten ein Problem mit einigen der älteren Technologien.
 
DIGITAL FERNSEHEN:Was hat Conax unternommen, um die Verschlüsselung wieder sicher zu machen?
 
Geir Bjørndal: Im Fall des Hacks der Conax enkodierten Premiere-Inhalte war das relativ einfach, denn es sind auf dieser Plattform nur sehr wenig alte Technologien im Einsatz.Also waren wir nach Analyse des Hackerangriffes sehr schnell in der Lage, die Hintertür, die die Hacker geöffnet hatten, mit einer neuen Verschlüsselungstechnologie zu verschließen. Und das dauerhaft, da sind wir uns ziemlich sicher.
 
Das eigentliche Sicherheitsproblem, das den Hack möglich machte, liegt in derArchitektur des Verschlüsselungsprogramms, die ja relativ betagt ist.Immerhin war es ja eines der ersten Verschlüsselungssysteme am Markt.
 
Es war für uns relativ einfach, auf diese Sicherheitsbedrohung zu reagieren und die Verschlüsselung der Premiere-Plattform auf einehöhere Sicherheitsstufe zu heben.

DIGITAL FERNSEHEN: Wurden Sie selbst tätig, oder kam Premiere auf Sie zu?
 
Geir Bjørndal: Unsere Mitarbeiter in Deutschland haben andauerndenKontakt mit der Firma Technisat, dem Plattform-Betreiber, und mit Premiere. Wir informieren uns gegenseitig über das Problem und geeignete Gegenmaßnahmen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Derzeit gibt es Gerüchte, wonach zumindest beim skandinavischen Pay-TV-Provider Canal Digital ein Kartentausch bevorsteht….
 
Geir Bjørndal: Conax und Canal Digital sind dabei, in enger Zusammenarbeit miteinander die Sicherheit der Canal Digital Plattform immer weiter zu verstärken. Ich bitte um Verständnis, dass ich auf die Einzelheiten nicht eingehen kann. Jedoch gehen wir davon aus, dass wir diesen Prozess Anfang 2009 erfolgreich abgeschlossen haben werden.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Werden Sie auch bei anderen Anbietern wie Kabelkiosk die Smartcards wechseln?
 
Geir Bjørndal: Wir arbeiten derzeit daran. Wir werden diese relativ kleine Anzahl von Karten in Deutschland in nächster Zeit ersetzen. Einige der jetzt im Markt befindlichen Karten arbeiten noch mit einer älteren Verschlüsselungstechnologie. Der Tausch gegen Karten, die eine Verschlüsselung nach dem Stand der Technik besitzen, ist wegen der nicht so hohen Anzahl kein wirklich grosser Aufwand. Der Tausch wird sehr schnell über die Bühne gehen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Haben Sie bereits herausgefunden, wer hinter dem Hack steht?
 
Geir Bjørndal: Wir haben keine verlässlichen Information, wer hinter dem Hack steht und wollen auch nicht spekulieren.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Die Verschlüsselung von Premiere über Conax gilt derzeit wieder als „sicher“. Hat Conax bei diesem Provider eine Lösung gefunden?
 
Geir Bjørndal: Wir haben eine generelle Lösung gefunden, nicht nur für die Verschlüsselung von Programmen dieses Anbieters. Wir arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Verschlüsselungstechnologie und können dem Kunden entsprechende technische Lösungenanbieten. Und berechtigterweise gehen wir davon aus, dass unsere Lösungen dem Kunden ein hohes Maß an Verschlüsselungssicherheit bieten.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Wie schätzen Sie die gegenwärtige Position von Conax auf dem deutschen Markt ein?
 
Geir Bjørndal: Unsere Position im deutschen Markt? Nun, wir sehen, dass es im deutschen Markt Veränderungen gibt. Veränderungen,die es notwendig machen, schnell zu handeln. Ich bin überzeugt, Conax ist in der Lage, auf diese Herausforderungen entsprechend schnell zu reagieren, um seine Position weiter zu entwickeln.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Welchen Stellenwert besitzt der deutsche Markt für Conax?
 
Geir Bjørndal: Deutschland besitzt einen noch sehr kleinen Pay-TV-Markt. Wir sehen in der nächsten Zeit ein deutliches Wachstum, von dem wir profitieren wollen. Aus diesem Grund sind wir auch mit einer Niederlassungin Berlin präsent. Unserer Auffassung nach arbeiten wir gut mit deutschen TV-Providern zusammen. Diese Zusammenarbeit wollen wir mit neuen Technologien ausbauen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Vielen Dank für das Gespräch!
 [mg]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

13 Kommentare im Forum

  1. AW: Verschlüsselungsspezialist Conax reagiert auf Hackerangriff mit Kartentausch Bla Bla Bla.........
  2. AW: Verschlüsselungsspezialist Conax reagiert auf Hackerangriff mit Kartentausch "Geir Bjørndal: Wir arbeiten derzeit daran. Wir werden diese relativ kleine Anzahl von Karten in Deutschland in nächster Zeit ersetzen." Der KK scheint wohl nicht gut zu laufen.Diese Aussage von Hr. Björndal werden die Leute vom schlechtesten Kabel ANbieters von Deutschland (EWT/TC) nicht so gerne gehört haben..Die meisten Kunden von denen haben ja die Conax Karten im Einsatz. Gut das ich in meiner Genossenschaftswohnung (EWT/TC aufgerüstet für 3play aber kein vernünftiges Pay Angebot) eine Sat Anlage auf dem Wintergarten installieren konnte.
  3. AW: Verschlüsselungsspezialist Conax reagiert auf Hackerangriff mit Kartentausch Ja, die Aussage war schon witzig. Die Handvoll KK Abonnenten werden in einer Woche umgestellt
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