Verursacht Breitbandinternet über DVB-T-Frequenzen Störungen im Kabel?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Leipzig/Stuttgart – Der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), Thomas Langheinrich, räumt mögliche Störungen beim Rundfunk-Empfang im Kabel durch Internet über DVB-T-Rundfunkfrequenzen ein.

Die LfK will in einem angekündigten Pilotprojekt in Baden-Württemberg DVB-T-Rundfunkfrequenzen für Breitbandinternet einsetzen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Dafür wird zunächst untersucht, ob es zu möglichen Störungen im Empfang von Kabelfernsehen kommen kann.

Thomas Langheinrich sagt gegenüber DIGITAL FERNSEHEN auf Anfrage: „Da zuerst primär die weißen Flecken ohne Kabel- und DSL-Anbindung mit Funkinternet versorgt werden sollen, werden sich im Kernversorgungsgebiet keine Störungsprobleme ergeben. Natürlich ist es aber möglich, dass es in Randgebieten möglicherweise zu Beeinträchtigungen im Rundfunk-Empfang beim Kabel kommen kann“.
 
Genau deshalb würden die Versuchsprojekte gestartet, um ein Störungspotential zu ermitteln und ggf. geeignete Schritte zur Eingrenzung zu unternehmen. „Nicht nur bei diesen Fragen sind wir im konstruktiven Austausch mit Kabel BW und auch der Anga“, so Langheinrich.
 
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Breitbandinternet über DVB-T-Frequenzen vorerst nur dort eingesetzt werden kann, wo keine TV-Kabelnetze liegen. Brancheninsider vermuten, dass die nicht ausgebauten Kabel-Deutschland-Netze über ein relevantes Störpotential verfügen könnten.
 
Neben der Störungsproblematik soll der Versuch laut Langheinrich „Erkenntnisse über die Reichweite eines Systems im oberen UHF-Band bringen. Ein Vergleich zur Reichweite bei anderen Frequenzbereichen, insbesondere dem 2,1 Gigahertz-Bereich, wird begrüßt“. Auch der vom Nutzer erzeugte Internet-Traffic und die Nutzerakzeptanz sollen untersucht werden, so Langheinrich.
 
Auch im mecklenburgischen Wittstock an der Dosse läuft derzeit ein Breinbandpilotprojekt (DF berichtete ebenfalls). Der Projektleiter des derzeit durchgeführten Versuchs, Uwe Haaß, sagte im DF-Interview: „Der Gleichkanal in einem Kabelnetz ist unter Umständen betroffen, genauso wie hier in Berlin oder in Cottbus die von DVB-T genutzten Frequenzen auch nicht mit Kabelprogrammen belegt sind“.
 
Dies sei ein allgemeines Vorgehen, dass seit Jahren praktiziert werde. „Auch früher schon hatten wir Störungen mit anderen Funkdiensten im Kabel, z.B. DAB in Kanal 8 in Berlin und haben es konstruktiv gelöst“, fügte Haaß hinzu. [ar]

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