WDR-Chefredakteurin verurteilt „Feinde der Demokratie“

4
2
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

Nach der Morddrohung gegen einen WDR-Journalisten hat die Chefredakteurin des Senders, Ellen Ehni, zu mehr Gesprächsbereitschaft aufgerufen.

„Wir erleben im Moment eine Polarisierung der Gesellschaft, die es immer schwieriger macht, dass die Menschen sachlich miteinander diskutieren. Wir erleben Hass und im schlimmsten Fall sogar körperliche Angriffe“, sagte Ehni, die beim Westdeutschen Rundfunk den Programmbereich Politik und Zeitgeschehen verantwortet, der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse stattdessen innehalten und sich Argumente von beiden Seiten anhören:

„Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Die Welt hat sehr viele Grautöne.“

Nach einem AfD-kritischen Kommentar in den „Tagesthemen“ hatte der WDR-Journalist und Leiter der „Monitor“-Redaktion, Georg Restle, eine Morddrohung per Brief erhalten (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Der Verfasser erwähnte darin auch den mutmaßlich rechtsextremistischen motivierten Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Der WDR hatte nach der Morddrohung Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt (DF-Artikel vom Vortag).

„Wir haben Meinungs- und Pressefreiheit in diesem Land. Das ist ein hohes Gut“, so Ehni. „Jeder, der versucht, Kolleginnen oder Kollegen einzuschüchtern oder ihre journalistische Arbeit zu behindern, greift dieses Gut an und ist damit ein Feind der Demokratie.“

Mit der Anzeige wolle der WDR den eigenen Mitarbeitern den Rücken stärken und sie ermutigen, kritisch und meinungsstark zu bleiben. [dpa]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

4 Kommentare im Forum

  1. Rechte Mordgesellen sollten aber schon aufpassen, welcher Verbrecher-Bande sie sich anschließen... da kann man schon mal aufs falsche Pferd setzen, und wird dann später von seinesgleichen kalt gemacht ... Röhm-Putsch – Wikipedia Wer weiß, ob Mundlos und Böhnhard wirklich Selbstmord begangen haben ...
  2. Wiebitte was? Gesprächsbereitschaft mit Gewalttätern? Wird ja immer geiler hier. Soll die individuelle Auslegung von Grundgesetz und Strafgesetzen jetzt schon in Gesprächen verhandelt werden? Eine krassere öffentliche Bankrotterklärung dieses Gesellschaftssystems kanns ja kaum geben. Aber passt schon. Der Weg ist klar.
  3. Vielleicht kann man als Rechts-Gesinnter aus dieser Spiegel-Kolumne die richtigen Schlüsse ziehen, wie man in rechten kriminellen Netzwerken Karriere macht ... Feindeslisten von Rechtsextremen: Das Problem der deutschen Politik heißt Nazi-Ignoranz - SPIEGEL ONLINE - Netzwelt
Alle Kommentare 4 anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum

Please enter your comment!