Wettbewerber begrüßen Aufspaltung der Telekom

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Berlin – EU-Medienkommissarin Viviane Reding plädierte am Dienstag in Brüssel für eine Abspaltung des Netzbetriebs von den übrigen Diensten der Ex-Monopolisten wie der Deutschen Telekom um mehr Wettbewerb zu schaffen.

Die Konkurrenten der Deutschen Telekom begrüßten diesen Vorschlag, berichtet Die Welt heute.

Die Deutsche Telekom habe Redings Vorschlag mit der Begründung abgelehnt, sie könne keine Wettbewerbsprobleme erkennen, im Gegenteil sei der Markt durch hohe Wettbewerbsintensität gekennzeichnet.
 
Wie DIGITAL FERNSEHEN berichtete, begrüßte auch der Branchenverband VATM den Vorschlag. Der VATM bevorzuge jedoch das britische Modell. „Die Netzabtrennung erfolgte hier mit dem Einverständnis des Ex-Monopolisten British Telecom und erlaubt dem Konzern, wirtschaftlich weiter zu bestehen. Dem Blatt zufolge bezeichnete der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) den Vorschlag der EU-Medienkommissarin als eine revolutionäre Idee. Für Arcor, Festnetz-Konkurrent der Telekom, stünde der faire Zugang zur von der Telekom kontrollierten „letzten Meile“ der Haushalte im Vordergrund. Dafür sei weiterhin staatliche Regulierung notwendig. Wegen der Zerschlagung von AT and T herrsche laut Reding in den USA heute starker Wettbewerb zwischen den verschiedenen Systemen schneller Breitband-Internet-Angebote. Die DSL-Netze der Telefonunternehmen würden von 38 Prozent der Kunden genutzt und 55 Prozent die Breitbandverbindungen über Kabelanbieter. 80 Prozent der Kunden in der EU nutzten dagegen DSL.
 
Wie genau eine Aufspaltung der Telekom-Riesen aussehen soll, blieb unklar. Die Regulierer könnten aber von einem marktbeherrschenden Anbieter verlangen, das Angebot von Infrastruktur mehr oder weniger vom Dienste-Angebot zu trennen. Europa brauche zwar seine eigenen Lösungen, doch ein europäischer Weg der strukturellen Trennung müsse in den kommenden Monaten selbstverständlich intensiv diskutiert werden, sagte Reding. Außerdem plädierte die Kommissarin für einen EU-weiten Handel von Sendefrequenzen, die durch die Umstellung auf den digitalen Rundfunk bis 2012 verfügbar werden. Lizenzen müssten auch europaweit und nicht nur national vergeben werden können. Auch dafür solle es eine neue EU-Behörde geben. [sch]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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