Williams: „Wir hatten 2008 eine existenzbedrohende Liquiditätskrise“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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München – Mark Williams, Vorstandsvorsitzender der Premiere AG, hält die Finanzsstruktur mit News Corp und dem Bankenkonsortium angesichts der eingefahrenen Verluste für den „Schlüssel für unser Überleben“.

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„2008 war ein sehr schwieriges Jahr, in dem wir einen großen finanziellen Verlust und eine Liquiditätskrise überstehen mussten, die unsere Existenz bedroht hatte“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende der Premiere AG, Mark Williams die heute in einer Pressemeldung veröffentlichten Geschäftsergebisse für das Jahr 2008. „Die langfristige Finanzierungsstruktur, die wir im Dezember mit News Corp und unserem Banken-Konsortium vereinbart haben, war der Schlüssel für unser Überleben“, so Williams.

Der nächste entscheidende Schritt sei jetzt die Zustimmung der Aktionäre zur Kapitalerhöhung auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 26. Februar und der Abschluss der Kapitalerhöhung in der ersten Jahreshälfte. „In der ersten Hälfte dieses Jahres fokussieren wir uns ganz auf die Vorbereitung unseres Relaunchs, um in der zweiten Jahreshälfte einen entscheidenden Schritt nach vorne zu machen“, so Williams weiter.
 
Wie der Pay-TV-Anbieter Premiere berichtet, ist der Umsatz von Premiere im Geschäftsjahr 2008 leicht auf 941,1 Millionen Euro gestiegen, im Jahr zuvor waren es noch 937,2 Millionen Euro. Inklusive des Anteils von Home of Hardware (HoH) betrug der Gesamtumsatz 1 017,1 Millionen Euro, übereinstimmend mit dem Ausblick von mindestens 1 015 Millionen Euro, den Premiere eigenen Angaben zufolge im November 2008 gegeben hatte. Die Aufwendungen stiegen von 853,6 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 998,1 Millionen Euro für 2008, „hauptsächlich bedingt durch höhere Programmkosten für die Bundesliga, höhere Ausgaben für die Programmverbreitung und geringere sonstige betriebliche Erträge im Vergleich zu 2007“, so Premiere.
 
Premiere hat seinen Anteil an Home of Hardware (HoH) nach eigenen Angaben im Dezember 2008 verkauft. Nach dem International Financial Reporting Standard (IFRS) 5 sei HoH als aufgegebene Geschäftsaktivität klassifiziert worden. Aus diesem Grund seien Umsätze und Kosten von HoH nicht Bestandteil dieser Bilanzmeldung und herausgerechnet worden. Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen) lag ohne Home of Hardware bei minus 57,0 Millionen Euro, während es 2007 noch plus 83,6 Millionen Euro waren. Inklusive Home of Hardware lag das EBITDA bei 59,5 Millionen Euro.
 
Das Finanzergebnis betrug minus 59,5 Millionen Euro, während es 2007 noch minus 39,5 Millionen Euro waren. Der Steueraufwand erhöhte sich auf 48,8 Millionen Euro. 2007 betrug er 2,2 Millionen Euro. Die Erhöhung war hauptsächlich bedingt durch latente Steuern, so Premiere. In der Folge lag das Netto-Ergebnis – inklusive Home of Hardware- bei minus 269,4 Millionen Euro, während es 2007 noch minus 51,6 Millionen Euro waren. Der operative Cash-Flow betrug 2008 minus 108,1 Millionen Euro, 2007 waren es nur minus 34,4 Millionen Euro.
 
Die Nettoverbindlichkeiten beliefen sich zum Ende des vierten Quartals 2008 auf 318,1 Millionen Euro, während es im dritten Quartal 2008 307 Millionen Euro waren. „Die Ergebnisse des Jahres 2008 sind negativ beeinflusst durch die Sicherheitslücke im Verschlüsselungssystem von Nagravision, die erst am 10. November 2008 geschlossen werden konnte, und durch die Unsicherheit, ob Premiere ab der Saison 2009/10 weiterhin die Rechte für die Übertragung der Fußball-Bundesliga besitzt. Am 28. November 2008 konnte sich Premiere die Live-Rechte für die Bundesliga sichern,“ rechtfertigt der Pay-TV-Anbieter die gestiegenen Nettoverbindlichkeiten.
 
Im vierten Quartal 2008 verbuchte Premiere nach eigenen Angaben einen Gesamtumsatzvon 236,1 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 261,3 Millionen Euro. Die operativen Kosten stiegen auf 280,5 Millionen Euro, während sie im Quartal im Vorjahr bei 247,8 Millionen Euro lagen. Das EBITDA betrug minus 44,5 Millionen Euro, im Vorjahresquartal betrug das EBIDTA noch plus 13,5 Millionen Euro. Der Nettogewinn lag bei minus 114,3 Millionen Euro, ein Jahr zuvor verbuchte Premiere einen Nettogewinn von minus 23,5 Millionen Euro. Der operative Cash-Flow im vierten Quartal 2008 belief sich auf minus 9,8 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum dagegen auf plus 24,3 Millionen Euro.
 
Zum Ende des vierten Quartals 2008 zählte Premiere 2,399 Millionen direkte Abonnenten, ein Jahr vorher waren es noch 2,534 Millionen. Im Vergleich zum dritten Quartal 2008 mit 2,411 Millionen ist dies ein Rückgang um rund 12 000 Kunden. Dem Gewinn von rund 21 000 monatlich zahlenden Abonnenten stand der Abgang von rund 33 000 Flex-Kunden gegenüber. Premiere konnte während des vierten Quartals insgesamt 153 000 neue Abonnenten gewinnen, das sind laut Angaben des Münchner Pay-TV-Anbieters 25 Prozent mehr als im vierten Quartal 2007.
 
„Diese 153 000 Zugänge gliedern sich auf in 147 000 monatlich zahlende Abonnenten, was einem Zuwachs im Vergleich zum vierten Quartal 2007 von 56 000 Kunden oder von 60 Prozent entspricht, und in rund 6 000 Flex- und Prepaid-Kunden“, berichtet Premiere. Aufgrund des Auslaufens des Flex-Angebotes betrug die Kündigungsquote im vierten Quartal 2008 23,1 Prozent und war damit höher als im dritten Quartal 2008 mit 21,4 Prozent. Der ARPU (durchschnittlicher Erlös pro Kunde) im vierten Quartal 2008 betrug 23,86 Euro und lag damit geringfügig unter dem Wert des dritten Quartals 2008 mit 23,92 Euro. Am Ende des Jahres 2008 hatte Premiere nach eigenen Angaben rund 691 000 Wholesale-Kunden, während es im Vorjahreszeitraum noch rund 790 000 waren. [ar]

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41 Kommentare im Forum

  1. AW: Williams: "Wir hatten 2008 eine existenzbedrohende Liquiditätskrise" Hat man auch als Abonnent gemerkt. Die Inhaltskrise im Programm könnte für Premiere auch noch existenzbedrohend werden wenn nicht langsam mal was passiert. Alleine schon das Sportprogramm ist eine Unverschämtheit und für Nichtfussball Fans absolut dünn (Golf, F1, DEL ...).
  2. AW: Williams: "Wir hatten 2008 eine existenzbedrohende Liquiditätskrise" das sportprogramm ist genauso für fussballfans eine frechheit, es gab an diesem wochenende genau zwei spiele zu sehen.
  3. AW: Williams: "Wir hatten 2008 eine existenzbedrohende Liquiditätskrise" "Hatten" ist gut. Obwohl, 2008 ist ja in der Tat vorbei, die Krise nicht. Hach, ich liebe diese Spielchen bei den PR-Mitteilungen.
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