5,3 % Einsatzsteuer: Kontroverse um den deutschen Glücksspielstaatsvertrag

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Die einheitliche Regelung für Glücksspiel in Deutschland ist seit einigen Wochen da. Am 1. Juli ist der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten, womit der jahrelangen Grauzone endlich ein Ende gesetzt wurde.

Jetzt können Spieler in ganz Deutschland das Angebot der besten deutschen Online Casinos ganz legal nutzen. Neben der Tatsache, einen geregelten Rahmen für Glücksspiel einzuführen, spielen natürlich auch die Steuereinnahmen, die mit der Legalisierung einhergehen, eine nicht unerhebliche Rolle. Bei der Art und Weise, wie die Besteuerung erfolgt, scheiden sich jedoch die Gemüter. Wir werfen in diesem Artikel einen Blick auf die Kontroverse des Staatsvertrages, die mit der 5,3 prozentigen Einsatzsteuer einhergeht. 

Wie sieht die neue Steuerregelung aus?

Dass Glücksspiel besteuert wird, ist keine Besonderheit. Jedes Land, das Lizenzen für Glücksspiel vergibt, entscheidet dabei selbst, wie hoch die Steuern ausfallen und was genau besteuert wird. Ein häufig gewähltes Modell sieht so aus, dass nur die Netto-Einnahmen besteuert werden. Die Gelder, die als Gewinnausschüttungen zurück an den Spieler gehen, werden außen vor gelassen. Gleiches gilt in Deutschland für das herkömmliche Glücksspiel in landbasierten Casinos. Für diese beläuft sich die Steuer für die Netto-Einnahmen auf 25 Prozent. 

Für das virtuelle Glücksspiel schlägt Deutschland jedoch einen anderen Weg ein: Bei Online Casinos sollen jegliche Einnahmen mit 5,3 Prozent besteuert werden, also auch die, die wieder als Gewinn ausgeschüttet werden. Umgerechnet auf einen durchschnittlichen RTP (Return-to-Player) würde dies eine Besteuerung von 125 Prozent auf die Netto-Einnahmen bedeuten. 

Kontroverse um Wirtschaftlichkeit

Eine umgerechnete Besteuerung von 125 Prozent wäre für die Anbieter nicht wirtschaftlich. Als Konsequenz ist zu erwarten, dass deutsche Online Casinos die durchschnittliche Auszahlungsquote herabsetzen, um so weiter rentable sein zu können. Viele Spieler werden einen deutlich niedrigeren RTP nicht akzeptieren und auf Casinos ohne (deutsche) Lizenz ausweichen. Dies würde dem eigentlichen Bestreben, dem Spieler größtmöglichen Schutz zu bieten, entgegenwirken. Noch dazu würde der Staat keine steigenden Steuereinnahmen für Glücksspiel verzeichnen. 

Skeptiker lassen folglich verlauten, dass die geplante Form der Besteuerung Spieler dazu bewegt, sich dem regulierten deutschen Markt zu entziehen. Andere Experten wiederum glauben nicht daran, dass viele Spieler auf den Schwarzmarkt abwandern, da sie dort weniger Schutz erhalten würden.

Die Situation um Casinos ohne deutsche Lizenz

Derzeit ist es für deutsche Spieler ein Leichtes, das Angebot von Anbietern ohne eine deutsche Lizenz zu nutzen. Im Internet gibt es unzählige Vergleichsportale, die Online Casinos ohne deutsche Lizenz getestet haben. Die besten seriösen Anbieter werden mit Testbericht angepriesen. Aus diesem ist zu entnehmen, welche Regulierungsbehörde zuständig ist, ob die Spiele zusätzlich durch unabhängige Institute auf Fairness überprüft werden, wie gut der Kundenservice ist usw.. Möchte ein Nutzer bei einem Anbieter mit EU-Lizenz ein Spielerkonto erstellen, ist dies problemlos möglich, sofern dieser sein Angebot für deutsche Kunden geöffnet hat. 

Online Casinos mit einer EU-Lizenz dürfen in Deutschland zwar nicht werben, doch wurden Sie aufgrund der geltenden Niederlassungsfreiheit in Europa bislang nicht strafrechtlich verfolgt. Mit Einführung des neuen Glücksspielstaatsvertrages und der neuen Form der Besteuerung ist abzusehen, dass zunehmend versucht wird, diesem Markt Einhalt zu bieten. 

Warum sollen Online Casinos anders besteuert werden als herkömmliche Casinos?

Bei all der Kritik kommt natürlich schnell die Frage nach dem Warum auf. Die Antwort liegt in den Wettbewerbsvorteilen, die Online Casinos gegenüber den herkömmlichen Spielstätten mitbringen. In der virtuellen Welt bedarf es keiner Mietkosten, es wird weniger Personal benötigt und Einnahmen können rund um die Uhr erzielt werden, da es keine Schließzeiten gibt. Um den Wettbewerb fair zu halten, hat Deutschland beschlossen, Online-Glücksspiel stärker zu besteuern. 

Eine Besteuerung von 5,3 Prozent auf sämtliche Einnahmen wird deutsche Online Casinos dazu zwingen ihre Auszahlungsquoten drastisch herabzusetzen. Dies wiederum könnte viele Spieler dazu bewegen, auf andere Casinos auszuweichen. Es bleibt abzuwarten, ob Online Casinos ohne deutsche Lizenz künftig stärker in die Verantwortung gezogen werden.

Bildquelle:

  • pay your tax steuern: Unsplash

3 Kommentare im Forum

  1. Klasse, wie auch noch Werbung ohne Werbehinweis für diese Linkliste gemacht wird. Da werden sicherlich einige Spielsüchtige raufklicken, eines der dort gelisteten dubiosen Onlinecasinos aufrufen und ihr Geld verzocken. Ich finde es eigentlich interessant, dass immer nur diese eine Seite verlinkt wird bei solchen Nachrichten.
  2. Das stimmt nicht! Was denn nun erst regst Du dich auf das man damit Werbung macht und willst Dann noch mehr Anbieter.
  3. Also in meinem Browser ist das nicht eindeutig erkennbar, dass sich das gesponsorte auf den ganzen Beitrag bezieht. Darüber und darunter habe ich "Anzeige". Ich hab zwar keine Adblocker, aber bestimmte Trackingsachen werden geblockt und manche Werbung wird nicht richtig geladen. Daher würde ich davon ausgehen, das bezieht sich auf eine nicht richtig geladene Werbeanzeige zwischen Überschrift und Artikel. Das ganze ist einsortiert unter "Medien" und "Politikt". Das Tag "bezahlter Werbeartikel" fehlt, falls es das gibt. Ist echte Werbung verboten oder warum wird das so offensichtlich heimlich beworben? Und was ich nicht verstanden habe, mit welcher Fantasierechnung die auf 125% Besteuerung kommen. Ich vermute mal, weil die Berufs-Verlierer prinzipiell mit Systemen spielen, bei denen das Risiko gedehnt wird und mit imaginären Verlusten gerechnet wird, wenn man seine kleinen Zwischengewinne wieder "investiert". So dass der Traum vom Gewinn den Süchtigen wieder etwas näher erscheint. Die einzige Methode, da "gesund" damit umzugehen, ist ein festes Laster-Budget, das nicht überschritten werden darf. Wer 100€ pro Monat für Kippen ausgibt, kann auch aufhören zu rauchen und mit dem Geld bunte Bilder im Browser anklicken. Da wäre erstmal nichts dagegen einzuwenden. Oder besser gesagt, nicht mehr oder weniger wie beim anderen Laster (sofern man nur aufs Geld schaut)
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