Strengerer Jugendschutz bei Porno-Portalen soll kommen

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Screenshot: Digitalfernsehen.de
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Deutsche Jugendschützer wollen den Zugang zu Sexportalen erschweren. Damit will man verhindern, dass Kinder und Jugendliche leichten Zugriff auf pornografische Inhalte bekommen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat man sich auf Maßnahmen gegen Anbieter pornografischer Seiten geeinigt. Das teilte die Kommission für den Jugendmedienschutz am Montag in Berlin mit. Die Kommission billigt dabei das geplante Vorgehen der Landesanstalt für Medien NRW gegen Porno-Anbieter, die ihren Firmensitz im Ausland haben. Die KJM hatte zuvor in drei Fällen Verstöße gegen Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) durch Anbieter mit Sitz in Zypern festgestellt. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, soll es sich bei den Portalen um Youporn, Pornhub und Mydirtyhobby handeln.

Die drei Firmen sollen pornografische Inhalte frei zugänglich anbieten, ohne sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang dazu erhalten. Die JMStV erfordert jedoch, dass derartige Angebote nur innerhalb einer erwachsenen Benutzergruppe verbreitet werden dürfen. Das sei mittels vorgeschalteter Altersverifikationssysteme umsetzbar, die die KJM fordert. Auch die drei untersuchten Portale sollen jetzt dieser Aufforderung nachkommen müssen. Anbieter in Deutschland würden diesen gesetzlichen Verpflichtungen bereits überwiegend nachkommen, heißt es. Bei Firmensitzen im Ausland sei das schwieriger.

Sperrverfügungen denkbar

KJM-Vorsitzender Dr. Marc Jan Eumann äußerte sich folgendermaßen: „Die Landesanstalt für Medien NRW hat in den drei Verfahren bereits einen langen Weg der Information und Konsultation verschiedenster Akteure im In- und Ausland beschritten. Dazu gehörte auch eine Anhörung der Anbieter in Abstimmung mit der zypriotischen Medienaufsichtsbehörde. Wenn es trotz der nun vorliegenden Beschlüsse der KJM weiterhin nicht gelingt, die Anbieter zu einer rechtskonformen Anpassung ihrer Angebote zu bewegen, ist die KJM bereit, den Weg weiterzugehen und alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen. Dass Anbieter mit solch enormer Reichweite, die sich gezielt an deutsches Publikum richten, deutsches Recht trotz offenkundiger Gefährdung von Kindern und Jugendlichen ignorieren, ist nicht hinnehmbar.“

Die veränderte Medienrezeption, vor allem durch Kinder und Jugendliche, erfordere, im Zweifel sogar Sperrverfügungen gegen Porno-Betreiber in Erwägung zu ziehen. Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW und Europabeauftragter der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, ergänzte: „Wer mit der Verlagerung seines Geschäftssitzes ins europäische Ausland versucht, unsere Jugendschutzstandards gezielt zu umgehen, wird damit scheitern. Bei der Gefährdung zentraler gesellschaftlicher Schutzgüter gehen wir auch innerhalb Europas gegen entsprechende Anbieter vor. Das ist hier in enger Abstimmung mit der Europäischen Union und den zypriotischen Behörden geschehen.“

Bildquelle:

  • pornowerbung: Richard W. Schaber

54 Kommentare im Forum

  1. Kommt im Leben nicht durch, wer meldet sich denn da per PostIdent oder sowas an? Dann könnten die gleich dicht machen. Außeredem würde sich da ganz schnell ein Weg finden lassen, eine deutsche oder europäische Sperre technisch zu umgehen via VPN oder ähnlichem.
  2. Die Sau wird jedes Jahr 1x durchs Dorf getrieben, aber passieren tut nie etwas. Warum sollte eine Ausländische Seite das machen ? Dann verliert sie so viele Besucher, nur wegen Deutschland ? Im Leben nicht, die werden es so lange wie möglich riskieren. Selbst wenn sie in Deutschland gesperrt werden wird das für die noch immer besser sein, als diese Beschränkung für alle.
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