Ströer: Keine Aufträge mehr zu parteipolitischer Werbung

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© Deutscher Bundestag/Simone M. Neumann
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Der Werbevermarkter Ströer will keine Aufträge mehr zu parteipolitischer Werbung entgegennehmen. Das teilte das börsennotierte Unternehmen am Mittwoch in Köln mit.

Hintergrund seien negative Erfahrungen im aktuellen Bundestagswahlkampf. Ein Firmensprecher sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass man als Unternehmen als Unterstützer der in der Werbung dargestellten Inhalte wahrgenommen worden sei. Das betreffe verschiedene parteipolitische Richtungen.

Als parteipolitische Werbung bezeichnete das Unternehmen Werbung, die sich auf eine politische Partei und deren Inhalte bezieht – unabhängig davon, ob die Werbung dann für oder gegen die Partei sei. Ströer wird die laufenden Aufträge noch erfüllen und keine bereits angebrachte Werbung wieder abhängen. Allerdings werden vor der Bundestagswahl keine neuen Aufträge mehr angenommen, wie es von dem Sprecher weiter hieß. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben Schaden von sich und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abwenden.

Parteipolitische Werbung habe in der Ströer-Bilanz einen eher geringeren Stellenwert. Im Durchschnitt mache diese jährlich 0,2 Prozent der Umsätze aus, teilte der Sprecher mit. Ströer strebt in diesem Jahr einen Gesamtumsatz bezogen auf das gesamte Unternehmen von 1,6 Milliarden Euro an.

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft kommentierte auf Anfrage das Ganze nicht und verwies darauf, dass es sich um eine individuelle Unternehmensentscheidung handele.

Ströer ist auch bekannt für seine großflächigen festinstallierten Werbeflächen in deutschen Städten. Das ist nicht zu verwechseln mit den vielen Wahlplakaten zur Bundestagswahl, die zurzeit etwa an Masten, mit Aufstellern oder in der Nähe von Ampeln in ganz Deutschland zu sehen sind. Dafür sind die Parteien selbst zuständig, wie das Unternehmen erläuterte. Parteipolitische Werbung auf Ströer-Flächen erkenne man auch am dort vermerkten Ströer-Namen.

Text: dpa/ Redaktion: JN

Bildquelle:

  • Reichstag-3: © Deutscher Bundestag/Simone M. Neumann

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