Vertrauen in die Medien nimmt zu

14
200
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

Vor Jahren hielt gerade einmal gut die Hälfte der Menschen in Deutschland die Medien für glaubwürdig. Das hat sich geändert. An politische Einflussnahme auf die Berichterstattung glaubt aber noch jeder Dritte.

Medien in Deutschland sind einer Studie zufolge für mehr Menschen glaubwürdig als noch vor Jahren. 67 Prozent der Befragten halten die Informationen in den Medien alles in allem für glaubwürdig, wie aus einer am Montag veröffentlichten Befragung für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) hervorgeht. Im Vergleich zu früheren Studien seit 2015 ist das ein Höchstwert: Im vorigen Jahr lag er bei 61 Prozent, 2015 noch bei 52 Prozent (2016: 57 Prozent, 2018: 65 Prozent).

Für die Studie hat Infratest dimap im WDR-Auftrag vom 23. September bis zum 5. Oktober insgesamt 1001 Wahlberechtigte in Deutschland in Telefoninterviews befragt. Die Studie ist damit repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Befragung fiel in die Zeit der Corona-Pandemie.

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn sagte: „Diese Studie ist zuallererst ein großes Kompliment an die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten in diesem Jahr.“ Aus seiner Sicht sei es insgesamt ein gutes Zeugnis für den Zustand der Gesellschaft, „dass im Jahr der Pandemie das Vertrauen in die Medien, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber auch in die politischen Institutionen insgesamt so gestiegen ist. Die Kritiker der Corona-Maßnahmen machen sich zwar laut bemerkbar, sind aber doch nur – wie die Studie erneut zeigt – eine Minderheit.“

In Deutschland sinkt dem Ergebnis zufolge zudem der Anteil derer, die eine politische Einflussnahme auf die Berichterstattung in den Medien vermuten. Demnach gehen 35 Prozent davon aus, dass den deutschen Medien von Staat und Regierung vorgegeben wird, worüber sie berichten sollen. Das ist also rund jeder Dritte in Deutschland ab 18 Jahren. Innerhalb der Gruppe, die das annehmen, glauben viele, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk davon besonders betroffen sei.

Der Anteil derer, die eine politische Einflussnahme auf die Berichterstattung insgesamt vermuten, war in den Vorjahren höher: 2015 und 2016 waren es noch 42 Prozent, 2018 dann 40 Prozent und 2019 38 Prozent. 

Zudem stieg der Wert der Gruppe, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für unverzichtbar hält: Um einen Prozentpunkt von 82 (2019) auf 83 Prozent.

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

14 Kommentare im Forum

  1. „Diese Studie ist zuallererst ein großes Kompliment an die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten in diesem Jahr.“ Wenn bei verschiedenen Themen fast alle Journalistinnen und Journalisten der Massenmedien und des ÖRR immer im selben Tenor schreiben, dann kann und muss man davon ausgehen, dass über alles korrekt berichtet wird. Die Medien in Deutschland sind auf einem sehr guten Weg. (y)
  2. Ist das eigentlich ein Scherz? Kommt mir nämlich so vor, als wenn die befragten gezielt ausgesucht wurden. Ist wie in der DDR. Da haben die sich auch selbst hochgelobt bis zum geht nicht mehr. Und hier wurde das Vertrauen wohl "übererfüllt"? 101% der Befragten vertrauen den Berufslügnern. Das ist so, als wenn man einem Rechtsanwalt vertraut, der einen Mörder vor Gericht aussagt.
  3. Seit es die Transparenzrichtlinien gibt, nach denen unter dem Artikel Quellenangaben zu finden sind, kann jede*r selbst nachvollziehen was Basis des Artikels ist. Das zahlt sich jetzt aus. Abgesehen von schlechten Erfahrungen, die viele mit dem Zeugs aus den sozialen Medien gemacht haben. Verschiedene langvermisste:geek: Avatare ploppen auf. Jetzt wirds wieder öde. Einheitsbrei.
Alle Kommentare 14 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum