CES: Sennheiser und Continental bringen 3D-Klang ohne Lautsprecher ins Auto

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© Sennheiser electronic GmbH & Co. KG

Die Kombination zweier Audiokonzepte verspricht 3D-Klang ohne Lautsprecher. Inspiration dafür sind Saiteninstrumente.

Eine lautsprecherlose Audioanlage für den Fahrzeuginnenraum – die präsentieren Continental und Sennheiser auf der Technikmesse CES 2020. Die Technologie verspricht lebensechten Klang, indem sie die Audiokonzepte der beiden Partner miteinander verknüpft. Die Ambeo 3D Audiotechnologie von Sennheiser wird in das Ac2uated Sound System von Continental integriert. Dieses System versetzt bereits vorhandene Oberflächen im Auto in Schwingung und macht so herkömmliche Lautsprecher überflüssig.

Als Inspiration für Ac2uated Sound dienen klassische Saiteninstrumente, die ihren Holzkörper als Resonanzraum nutzen. Indem das Sound System mittels spezieller Aktuatoren bestimme Oberflächen im Fahrzeuginneren in Schwingung versetzt, soll ein Klang erzeugt werden, der dem eines Konzerthauses gleicht.

Die Technologie hat aber auch einen praktischen Vorteil: Herkömmliche Lautsprecher wiegen aufgrund der vielen Komponenten bis zu 40 kg – Ac2ated Sound soll durch die Nutzung vorhandener Flächen um einiges leichter und platzsparender sein. Laut Hersteller können bei Gewicht und Bauraum 75 bis 90 Prozent eingespart werden. Dies erweise sich gerade bei Elektroautos als praktisch.

5 Kommentare im Forum

  1. Alter Wein in neuen Schläuchen. Das Prinzip gab es schon in den 70er Jahren. Und Magnete und Spulen braucht man dazu auch. Gewicht wird hauptsächlich eingespart, weil heute Neodym-Magnete verwendet werden. Der Lautsprecherkorb und die Membran sind von Gewicht her vernachlässigbar
  2. Nunja, ich komme ja beruflich genau aus dieser Branche (Lautsprecher-Entwicklung). Es gibt und gab durchaus 17 cm Tieftöner die ein paar Kilo auf die Waage bringen bzw. brachten. Der Magnet ist ja der Antrieb/Motor eines Lautsprechers. Früher verwendete man Naturmagnete. Diese waren nicht sehr effektiv. Dann kamen Aluminium-Nickel-Cobalt Magnete uvm. Erst beim Ferrit-Magneten wurde der Antrieb effektiver, da dieses Material magnetisiert wurde. Mittlerweile verwendet man, gerade bei Platzmangel und/oder hoher Effektivität, Neodym. Das ist nicht gerade umweltfreundlich (seltene Erden) aber mit extrem kleinen Abmaßen und hohem magnetischem Feld, die erste Wahl. Bei der Membran wird sowieso seit Jahrzehnten auf geringstes Gewicht, bei gleichzeitiger Stabilität hingearbeitet. Deshalb die verschiedensten Materialien. Weiche Membranmaterialien müssen entsprechend dick und schwerer sein, während die modernen Materialien extrem leicht, aber resonanzbehaftet sind. Je leichter die Membran und je stärker der Antrieb, umso besser ist das Impulsverhalten. Insgesamt gesehen geht es hier aber nur um ein paar Gramm. Die Körbe müssen auch nicht mehr aus Blech oder Guss sein. Bei kleinen reicht Kunststoff, bei größeren Carbon, Glasfaser o.ä. Letztendlich ist der Magnet=Antrieb ausschlaggebend. Und diese Transducer brauchen, wie ein normales Lautsprecher-Chassis, einen Antrieb. Die Übertragung ist nur nicht an eine Membran gekoppelt, sondern an eine Fläche, die aber auch nicht beliebig sein kann. Eine Küchenarbeitsplatte mit 4 cm dicke kann keine Höhen übertragen. Dazu müsste sie bis zu 20.000 mal in der Sekunde schwingen können. Dafür ist die Masse zu träge. Ist ein komplexes Thema und ich geb auch schon Ruhe. Ich wollte nur mal ein wenig Aufklärung schaffen. Am Rande bemerkt, hat meine Firma für ein Unternehmen, nach dem gleichen Verfahren, einen Prototypen einer Badewanne mit integriertem 5.1 Soundsystem entwickelt.
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