Gratis-Spiele im Internet: Die heimlichen Kosten

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Gratis-Spiele im Internet sind oftmals nur auf den ersten Blick mit keinerlei Kosten verbunden: Seien es In-App-Käufe oder die Übermittlung persönlicher Daten. Die Spielehersteller haben dabei die unterschiedlichsten Methoden.

Gratis-Spiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Dabei ist dank des Internets für jeden Geschmack etwas Passendes dabei. Wer gerne Rennspiele spielt wird also ebenso fündig wie der klassische Strategiespieler. Auch für das Smartphone findet sich im App-Store eine unübersichtliche Fülle an kostenlosen Games.
 
Viele Spiele, die auf den ersten Blick als kostenlos erscheinen, sind dies zwar, sind aber so ausgelegt, dass der Gamer innerhalb des Spiels Geld ausgeben kann. Diese In-App- oder auch In-Game-Käufe genannten Aufwendungen ermöglichen es dann, gegen Geld ein Level zu überspringen, ein zusätzliches freizuschalten oder einen besonderen Bonus zu erhalten. In den meisten Fällen kann der Spieler durch einen geldwerten Transfer an den Entwickler auch Spielgeld erwerben, das er in der App wiederum für den Kauf von höherwertigen Ausrüstungsgegenständen oder zur Verbesserung von Fähigkeiten des Spielcharakters einsetzen kann.

Doch egal was das Ziel des Kaufes innerhalb des Spiels ist, eines haben alle gemeinsam: Es wird zusätzlicher Spielspaß versprochen, der für den Konsumenten auch als solcher erkennbar sein muss, denn ansonsten funktioniert das Prinzip nicht. Das Perfide dabei ist: Es ist nicht vorgeschrieben, dass Anbieter im Vorfeld angeben müssen, wie viel Geld Spieler ausgeben können, warnt die Verbraucherzentrale.
 
Doch auch ohne klassischen In-App-Käufe lassen sich manche Spieleentwickler ihre investierte Zeit mit den Daten der Nutzer bezahlen. Niantic Labs, das amerikanische Unternehmen hinter Pokémon Go, spricht in seiner Datenschutzerklärung nicht nur davon, dass viele Daten gesammelt werden, sondern dass diese automatisch in das Eigentum der Firma übergehen.
 
Wiederum andere Entwickler patchen ihre Spiele in regelmäßigen Abständen mit Updates, die es dem Spieler mit Geld ermöglichen, einen Vorteil zu erwerben. Diese auch „pay to win“ genannten Spiele sind innerhalb der Spielerszene relativ verpönt, denn der sogenannte Skill tritt bei dieser Form der Spielmodifizierung immer weiter in den Hintergrund.
 
Doch es gibt  noch einen weiteren Faktor, der Spieler mehr als stört. Die Rede ist von schlecht platzierten Kauf-Buttons und In-App-Käufen, die keine Bestätigung nach Berührung einer entsprechenden Schaltfläche vom Nutzer verlangen. Die Konsequenz: Wer versehentlich in der Hektik des Spiels auf eine entsprechende Schaltfläche klickt, kann im Handumdrehen viel Geld verlieren, obwohl er dies gar nicht wollte. Gut zu wissen für Eltern ist diesbezüglich allerdings: Wenn ein Minderjähriger beim Spiel in eine Kostenfalle tappt, besteht die Möglichkeit, das Geld zurückzuholen. Eltern müssen nämlich grundsätzlich in derartige Geschäfte einwilligen oder diese zumindest im Nachhinein genehmigen.
 
Anders verhält es sich in der Glücksspielbranche. Das Geschäftsmodell derartiger Anbieter sieht oftmals einen Online Casino Bonus für den Fall vor, dass der Spieler eine bestimmte Summe einzahlt. Die hierin enthaltene Message nehmen Spieler nicht selten gerne an und tätigen eine entsprechende Einzahlung. Doch der Glücksspielanbieter verdient nicht nur für den Fall, dass der Spieler tatsächlich Verlust macht, sondern oftmals auch dann, wenn er gewinnt.
 
Der Hausanteil, der auch als Rake bezeichnet wird, geht zum Beispiel beim Poker nach einer gewonnenen Hand direkt an die Bank und wird automatisch einbehalten. Was viele Spieler, die vielleicht zum ersten Mal einzahlen, ebenfalls missachten, ist die Tatsache, dass ein etwaiger Bonus zumeist an sehr strengen Voraussetzungen geknüpft ist. In den allermeisten Fällen muss der Bonus erst freigespielt werden, indem ein bestimmter Mindestumsatz erreicht wird. Wie groß dieser ist, ist von der Höhe der Einzahlung und dem individuellen Bonus abhängig.
 
Somit lässt sich festhalten, dass es zwar jede Menge Free-to-Play-Spiele in den App-Stores und im Internet gibt, etliche von ihnen allerdings unterschiedlich stark versteckte Kosten beinhalten. [red]

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2 Kommentare im Forum

  1. Wobei es große Unterschiede gibt, wie weit man ohne Geld kommt. Mal geht es nur um einige nette Effekte, mal kommt man einfach nur schneller an irgendwelche Ressourcen und manchmal geht ohne Geld gar nichts… Kürzlich noch eine Version gefunden, die mir bisher sehr gut gefällt: Man gibt einmal einen Kleckerbetrag aus (3 €) und bekommt dafür dauerhaft (!) einige Funktionen freigeschaltet, mit denen man wesentlich schneller voran kommt.
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