Löst Internet-Werbung die TV-Werbung ab?

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Zwar ist beim Thema Werbung das Fernsehen noch Spitzenreiter – aber das könnte sich in den nächsten Jahren ändern. Digitale Werbung bzw. digitales Marketing befindet sich auf dem Vormarsch und könnte sogar der Fernsehwerbung Konkurrenz machen. Was genau versteht man aber darunter?

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Die Digitalisierung schreitet in weiten Teilen Deutschlands langsam aber dennoch stetig voran. Das wirkt sich natürlich auch auf die Werbe- bzw. Marketing-Wirtschaft aus: Es liegt sogar im Bereich des Möglichen, dass das Online-Geschäft das Fernsehen als Hauptwerbeplattform noch im Jahr 2018 überholen wird. Laut dem Ad Spend Forecast von Dentsu Aegis Network werden die Ausgaben für Online-Werbung nach einem geringen Rückgang in diesem und im nächsten Jahr wieder massiv ansteigen.Warum zählt TV-Werbung immer noch?

Trotzdem zählt das Fernsehen weiterhin zu einem der wichtigsten Werbeträgern. Sogar bei den viel gescholtenen Wettanbietern und Online-Casinos erfreut sich das altgediente aber immer noch nicht ausgediente Medium größerer Popularität. Inzwischen tummeln sich enorm viele Glücksspiel-Anbieter im Internet. Um sich so von der Masse hervorzuheben, investieren auch Online-Casino-Betreiber immer häufiger in TV-Werbung.Wie erfolgreich ist digitale Werbung?

Nichtsdestotrotz befindet sich digitale Werbung weiterhin auf der Erfolgsspur. Diese konnte 2016 einen Anstieg von 15,6 Prozent verzeichnen. Somit wurde ein globaler Marktanteil von 27,7 Prozent erreicht. 2017 könnte dieser Anteil auf 30,2 Prozent anwachsen. Die Rangfolge des globalen Werbeanteils sah im letzten Jahr folgendermaßen aus:  
  • Fernsehen: 41,1 Prozent 
  • digitale Medien: 27,7 Prozent 
  • Außenwerbung: 6,9 Prozent
  • Radio: 6,4 Prozent
  • Printmedien: 
bei Zeitschriften: 4,6 Prozent 
bei Zeitungen: 11 Prozent 
Auch wenn der Marktanteil bei Zeitungen noch nicht dramatisch erscheint, ist dieser in den letzten Jahren massiv gefallen und wird auch in den nächsten Jahren problematischer. 

Digitalisierung – Was ist das?

Der Begriff „Digitalisierung“ wird oft verwendet. Allerdings können ihn wahrscheinlich die wenigsten Menschen exakt definieren. Hinter diesem viel verwendeten und potenten Wort steckt einiges: Das Wort digital geht auf den lateinischen Begriff „digitus“ zurück. Dieser Begriff bedeutet wiederum „Finger“. Heutzutage wird „Digital“ weitestgehend als technischer Terminus verwendet, der auf eine eingeschränkte Anzahl von Ziffern hindeutet. In der Computerwelt – generell bei allen digitalen Geräten – herrscht z.B. das sogenannte Binärsystem, bestehend aus 0 und 1. „Digital“ werden auch Geräte genannt wie Smartphones, Tablets, Computer und weitere Smart-Geräte.Wie digital ist Deutschland?

Schon 2014 planten verschiedenste deutsche Ministerien (Verkehrs-, Wirtschafts- und Innenministerium) mit der sogenannten „digitalen Agenda“, den ersten Schritt in ein noch relativ neues Zeitalter. Damit war und ist insbesondere der Breitbandausbau für einen schnellen Internetzugang gemeint. Auch wenn der Werbeslogan der Regierung verlautete „Schnelles Internet für alle. Überall. Deutschland kann das.“, lässt sich der Ausbau weiterhin Zeit. Während die Deutsche Telekom auch ältere Kupferkabel nutzen kann und damit sehr viele Haushalte erreicht, müssen Konkurrenten mit Glasfaserkabeln vorlieb nehmen, die nur 1,6 Prozent der Breitbandanschlüsse in Deutschland ausmachen. Weiterhin werden 50-Megabit-Anschlüsse stark kritisiert, die in kurzer Zeit wieder überholt sein könnten. Diese müssten in diesem Fall durch schnellere Verbindungen ersetzt werden. Wie sieht digitale Werbung bzw. digitales Marketing im Einzelnen aus?

Da das digitale Marketing einen nachweislich immer größeren Stellenwert in Wirtschaft und Gesellschaft einnimmt, ist es kein Wunder, dass viele Unternehmen viel Geld in diesen Bereich investieren möchten. Diese Schritte gehen weit über das inzwischen weit bekannte Social Media Marketing hinaus: 
Affiliate Marketing
Der Betreiber einer Webseite stellt Platz für Werbung zur Verfügung. Diesen Platz können Unternehmen und Werbetreibende gegen Bezahlung nutzen. Abrechnung erfolgt: per action, per lead, per Click. „Per Click“ bedeutet, eine Abrechnung erfolgt, sobald auf ein Werbebanner oder auf einen Link geklickt wird. „Per Action“ meint eine aufgrund der Werbung entstehende Aktion wie ein Kaufabschluss oder das Abonnement eines Newsletters etc. Bei „Cost per Lead“ wird für die Kontaktaufnahme eines potenziellen Kunden gezahlt, der durch ein Werbebanner zu einem Kontaktformular kommt. 
Social Media Marketing
Ist das, was wahrscheinlich die meisten Online-Nutzer unter digitaler Werbung kennen. Auf Plattformen wie Twitter, LinkedIn, Snapchat, YouTube, Pinterest, Twitter u.v.m. kann ein Unternehmen oder ein Unternehmer sich vorstellen, aktuelle Arbeiten präsentieren, Unternehmensziele und generell die neuesten Nachrichten bekannt geben, welche die Firma selbst oder das unmittelbare Arbeitsumfeld betreffen. Wichtig ist, dass entsprechende Kanäle stets mit neuem Content am Leben gehalten werden und Betreiber offen für Fragen sowie Feedback der Besucher und Follower sind.   
Mobiles Marketing  
Da mobile Endgeräte mindestens so häufig wie klassische Homecomputer genutzt werden (wenn nicht sogar noch öfter), ist dementsprechend das mobile Marketing immer wichtiger geworden. Dazu müssen Unternehmen ihre Webseiten für die mobilen Bildschirme anpassen oder am besten gleich eine App anbieten.  
Influencer Marketing
Auf Instagram, YouTube oder auf klassischen Blogs entstehen manchmal Influencer. Für Unternehmer kann es sich lohnen, auf solche Einflussnehmer zuzugehen. Hierbei handelt es sich um Personen, die mit ihrem eigenen Blog oder ihrem Content bei YouTube sowie Instagram eine große Gefolgschaft anziehen. Damit haben sie natürlich auch einen enormen Einfluss auf ihre Leser- bzw. Zuschauerschaft oder Fans.    
Suchmaschinenmarketing
Hiermit werden bestimmte Methoden bezeichnet, womit Webseiten schneller bei Suchmaschinen wie Google gefunden werden. Beim sogenannten „Search Engine Advertising“ (kurz: SEA) bezahlt das Unternehmen für Anzeigen auf der Ergebnisliste einer Suchmaschine. Bei der „Search Engine Optimization“ (kurz: SEO) werden Webseiten so angepasst, dass sie ein höheres Ranking bei den anerkannten Suchmaschinen bekommen und so von potenziellen Kunden schneller gefunden werden. 
Big Data
Wird von Datenschützern und vielen anderen durchaus skeptisch betrachtet. Hier werden Nutzerdaten von Internetnutzern gesammelt, so dass sie von den passenden Unternehmen direkt angesprochen werden können.

Die Zukunft der digitalen Werbung und des digitalen Marketings

Prognosen zufolge könnten im Jahr 2019 Summen in Höhe von 55 Milliarden Dollar für die Werbung in sozialen Netzwerken investiert werden. Gerade der Bereich Social Media ist ein rapide anwachsender Werbemarkt. Das gilt vor allem für Facebook und Youtube, während Twitter noch versucht, den richtigen Weg für sich zu finden. Aber auch die Chancen und Strategien für junge Plattformen wie Snapchat oder Pinterest werden weiter ausgebaut. Hinzu kommt, dass sich auch die Plattformen selbst stets weiter entwickeln. Unternehmen können Zielgruppen erstellen, um Nutzer direkt mit Werbung oder Posts anzusprechen, wie es z.B. bei Facebook der Fall ist. [Anzeige]

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