Audyssey MultEQ im Technik-Check

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2007
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Das leistet das Einmessverfahren wirklich!

Die automatische Raumkorrektur MultEQ von Audyssey ist bei AV-Receivern weit verbreitet. Wir klären auf, was sich technisch hinter den Funktionen verbirgt und wie diese ineinandergreifen.

Je nach AV-Receiver stehen nach der Einmessung mittels Audyssey-Mikrofon mehrere Unteroptionen zur Verfügung. Die Ergebnisse der automatischen Einmessung sind zwar oftmals gut, lassen aber Raum für Optimierungen. Damit Sie genau wissen, an welchen Reglern sie drehen müssen, um den Klang an die Wunschvorstellung anzupassen, dröseln wir für Sie die Mechanismen hinter jeder Unterfunktion auf.

MultEQ

Der MultEQ ist die Grundlage der Klangoptimierung durch Audyssey. Er existiert in mehreren Ausführungen, die sich in ihrer Qualität und der Anzahl der Messpositionen unterscheiden. Bei dem Messvorgang werden zeitliche und frequenzielle Aspekte erfasst und korrigiert. Dabei gibt es zwei Zielkurven, wobei „Flat“ einen linearen Frequenzgang anstrebt, während die „Audyssey“-Einstellung eine leichte Abesenkung der Höhen vorsieht. Die einfachste Variante ist der 2EQ, der nur einfache Justierungen für die Satelliten zulässt. Die nächsthöhere Variante ist der MultEQ, der mittelfein aufgelöste Filter sowohl für Subwoofer als auch die Satelliten vorsieht. Dabei handelt es sich um den Standardfilter von Audyssey.
 
Für fortgeschrittene Anwendungen eignet sich daraufhin der MultEQ XT. Dieser bietet einen noch feineren Filter für die Satelliten und mehr Messpositionen. Ab dieser Variante besteht bei vielen Geräten auch die Möglichkeit, die Messung von einem Audyssey-Installateur durchführen zu lassen. Dabei kommt MultEQ Pro zum Einsatz, welches mit 32 Messpunkten auch den akustisch schwierigsten Räumen auf den Zahn fühlen soll. Die momentan hochwertigste Variante für den privaten Endanwender ist der MultEQ XT32. Er bietet wesentlich hochaufgelöstere Filter für alle Lautsprecher des Set-ups.

Dynamic Volume

Hierbei handelt es sich um eine Dynamikkompression in drei Stufen. Je nachdem, wie stark die verbleibende Restdynamik sein soll, wird das Tonmaterial hier auf einen mehr oder weniger konstanten Pegel gebracht. Damit werden einzelne Lautstärkespitzen vermieden, die plötzlich auftreten und den Nachbarn aus dem Schlaf reißen könnten.
 
Praktisch ist diese Funktion auch, wenn die Umgebung starke Nebengeräusche aufweist, also etwa im Falle eines offenen Fensters zu einer Straße. Bei dynamischem Material drohen leise Passagen dann im Hintergrundrauschen zu verschwinden. Durch die Kompression wird diesem Problem entgegengewirkt, da der Gesamtpegel dann ohne Probleme über alle störenden Anteile angehoben werden kann.

Dynamic EQ

Die Musik auf einer CD und der Soundtrack einer Blu-ray wurden in großen Tonstudios mit einem und für einen Referenzpegel gemischt, der für gewöhnlich zwischen 75 und 85 Dezibel liegt. Die Folge ist, dass der Klang eben dann am originalgetreusten ist, wenn auch auf diesem Pegel abgehört wird. Oftmals wird die maximale Lautstärke jedoch durch dünne Wände zum Nachbarn oder lautstärkeempfi ndliche Familienmitglieder beschränkt.
 
Beim Verringern der Lautstärke verändert sich jedoch der Klangeindruck, da die frequenzielle Wahrnehmung unseres Gehörs sich mit dem Schalldruckpegel verändert. Der Dynamic EQ bezieht sich nun auf die ermittelten Werte der Einmessung als Referenz und passt daraufhin bei leiseren Einstellungen den Equalizer an. Dabei wird auch die Voreinstellung des MultEQ berücksichtigt. Besonders auffällige Angriffspunkte sind der ansonsten abflauende Tieftonbereich und die Sprachverständlichkeit des Center-Kanals.

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