Konkurrenz am Horizont

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DSL noch führende Technologie

Die drei konkurrierenden Breitbandanschlüsse DSL, Kabel und FTTx differenzieren sich immer mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der britischen Marktforscher Point Topic. Kabelnetzbetreiber sitzen dabei zwischen den Stühlen.

„Sie können in Gebieten, in denen Verbraucher auch Glasfaseranschlüsse bekommen können, nicht die höchsten Geschwindigkeiten bieten und sie können dort nicht die günstigsten Preise anbieten, wo auch DSL verfügbar ist“, erklärt Fiona Vanier, Autorin der Studie.
 
Die Implementierung von Docsis 3.0 hebt diese Misere ein wenig auf. Weltweit gesehen konnten Kabelnetzbetreiber mit der jüngsten Docsis-Version ihre Breitbandgeschwindigkeiten um 43 Prozent steigern. Dadurch stiegen in den letzten zwölf Monaten auch die Preise für einen Breitbandanschluss via Kabel um 17 Prozent. Im Vergleich dazu fielen die Preise für DSL-Anschlüsse um zwei Prozent. Die Zunahme der Geschwindigkeit lag lediglich bei fünf Prozent.

Wachstum im Kabel

Vanier sieht fürs Kabel weiteres Wachstumspotenzial, insbesondere dort, wo die Netze modernisiert wurden. Sie warnt allerdings auch: „Dort wo auch Glasfaser angeboten wird, ist das Kabel signifikant im Nachteil und wird schnell Kunden verlieren.“ Sowohl die Kabelnetzbetreiber als auch die DSL-Anbieter müssen auf lange Sicht planen.
 
Allerdings kommt Point Topic auch zu dem Ergebnis, dass FTTx-Technologien in Deutschland noch keine große Rolle spielen. Von den knapp 24,5 Millionen Breitbandanschlüssen entfallen rund 22,2 Millionen auf DSL-Leitungen und 2,25 Millionen auf Kabelmodem.
 
Damit liegt Deutschland im westeuropäischen Vergleich auf dem dritten Platz hinter den Niederlanden und Großbritannien. Das größere Wachstum weisen hierzulande die Nicht-DSL-Anschlüsse mit 7,7 Prozent auf. DSL kommt nur auf ein Wachstum von 0,89 Prozent.

An der Spitze

In Westeuropa hat Deutschland auch immer noch die meisten DSL-Nutzer. Die vier führenden Länder sind neben Deutschland Frankreich, Großbritannien und Spanien. Mit 360 900 neuen Breitbandnutzern im dritten Quartal 2009 liegt Deutschland auch beim Wachstum an der Spitze, doch weniger als ein Drittel, nämlich nur 100 000 Breitbandnutzer, setzen auf eine Leitung der Deutschen Telekom.
 
So wie in Deutschland DSL noch die führende Breitbandtechnologie ist, so ist es die Digital Subscriber Line mit einem Anteil von 65 Prozent auch weltweit. Etwas mehr als 20 Prozent entfallen auf das Kabelmodem und zwölf Prozent auf FTTx. Knapp 452 Millionen Menschen verfügen über einen Breitbandanschluss. Die größten Anteile am globalen Breitbandmarkt halten Südostasien mit 24,81 und Westeuropa mit 24,71 Prozent, gefolgt von Nordamerika mit 20,72 Prozent.

FTTx in Asien

Die USA verfügen über den größten Anteil am Kabelmodemmarkt. In den Staaten surfen 42,7 Millionen Nutzer über ihre Kabelleitung im Internet. Weltweit gesehen halten die USA mehr als die Hälfte an diesem Marktsegment (52,37 Prozent). Westeuropa folgt mit einem Anteil von 18 Prozent oder 16,6 Millionen Kabelmodemanschlüssen.
 
Die Asiaten hingegen überspringen das Kabel als Breitbandanschluss und wenden sich gleich FTTx zu. Der gesamte asiatische Raum macht über 80 Prozent des globalen FTTx-Marktes aus. Hier kann schon von einer Sättigung gesprochen werden, denn im dritten Quartal 2009 ging die Zahl der FTTx-Anschlüsse in Südostasien um 0,3 Prozent zurück. Westeuropa verzeichnet hingegen ein Wachstum von 5,8 Prozent. Als führende Länder nennt die Studie Schweden, Frankreich, Norwegen und die Schweiz.

(Marc Hankmann)

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