DAB+ Autoradio: Kenwood KDC-X7200DAB im Test

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Test Autoradio Kenwood KDC-X7200DAB
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Ein DIN-Autoradio, braucht man so etwas heute noch? Ja durchaus! Denn auch wenn es nicht extra erwähnt wird, lassen sich in vielen neuen Autos noch immer eigene Radios einbauen. Und da darf es natürlich ein richtig gutes, wie das Kenwood KDC-X7200DAB, sein.

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Dieser Test erschien zuerst in der Digital Fernsehen 07/2021

Das Autoradio kommt in DIN-Normbaugröße. Die Bedienungselemente sind so angeordnet, dass sie sich leicht auch blind betätigen lassen. So findet sich etwa der Ein-Aus-Knopf links oben, gleich darunter ist die Telefontaste angeordnet, mit der sich ankommende Anrufe entgegennehmen lassen. An das Kenwood KDC-X7200DAB können übrigens zwei Smartphones per Bluetooth gekoppelt werden. Womit Telefonate des privaten und Diensthandy problemlos entgegengenommen werden können.

So ist das Autoradio von Kenwood ausgestattet

Das farbige LCD-Display umfasst in der oberen großen Zeile 16 Zeichen. Über sie werden nach Wunsch Stationsname, Radiotext oder Frequenz angezeigt. Für Zusatzinfos wie den empfangenen DAB- Plus-Multiplex und die aktuelle Uhrzeit dient eine zweite kleinere Zeile. Für das im Vergleich zu den Riesendisplays fest eingebauter Radios ist die kleine Anzeige des Kenwood mindestens genauso gut lesbar und vielleicht sogar übersichtlicher. Displayfarbe und Helligkeit lassen sich individuell anpassen. Genauso wie jene für die Tastenbeleuchtung.

Test Autoradio Kenwood KDC-X7200DAB
Direkt an der Rückseite sind ferner die SMB-Buchse für die DAB Plus-Antenne, der Mikrofoneingang und Subwoofer-Anschlüsse zu finden

Unter dem Display finden sich unter anderem vier leicht zu ertastende Doppelwippen. Die linke dient zur Sendersuche, für die etwa bei DAB Plus zwei automatische Modi und ein manueller Sendersuchlauf angeboten werden. Über die drei weiteren Wippen sind Favoritensender abspeicherbar. Für DAB Plus und UKW stehen je 18 Stationsspeicherplätze zur Verfügung. Für Lang- und Mittelwelle gemeinsam sechs. Die Auswahl der Frequenzbänder und der Suchmodi erfolgt über zwei rechts neben dem Lautstärkeregler platzierten Knöpfen.

Weiter bietet die Front eine eigene Taste für die Audioeinstellungen. Über sie sind unter anderem der integrierte 13-Band-Equalizer und digitale Laufzeitkorrektor sowie Balanceregler, über die jeder der beiden vorderen und hinteren Boxen einzeln ansteuerbar sind, zu erreichen. Zuletzt verbirgt sich hinter einer Klappe der Schlitz des CD-Players, der die Wiedergabeformate MP3, WMA, AAC, WAV und FLAC unterstützt.

Verstecktes Menü

Im normalen Betriebsmodus besitzt das KDC-X7200DAB für DAB Plus nur eine recht simple Signalstärkeanzeige, die zwischen schwach und stark unterscheidet. Hält man jedoch die Tasten „DISP“ und „Lupe“, beide sind unten links zu finden, für mehrere Sekunden gedrückt, gelangt man in ein verstecktes Menü. Dieses zeigt zunächst nur zwei wirre Buchstaben-Zahlenkombinationen an. Der Kenner weiß aber, dass sich dahinter die Hexadezimal-Kennzahlen für den Stationsnamen des gerade laufenden Programms (SID) und die des empfangenen Multiplexes (EID) verbergen. Betätigt man nun die Telefon-Taste, wechselt die Anzeige zur Signalauswertung.

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Drückt man gleichzeitig für mehrere Sekunden auf die Lupen- und Displaytaste, erscheint ein verstecktes Menü. Es zeigt links die Signalstärke in dBm (RSSI) an

Die linke zweistellige Minuszahl gibt die gemessene Signalstärke (RSSI: Received Signal Strenght Indicator ) in dBm an. Der Em­pfang ist umso besser, je kleiner der hier angezeigte Zahlenwert ist. Weiter wird die Bitfehlerrate als vierstellige Zahl angegeben. „0000“ würde ausgezeichneten, „2550“ keinen Empfang bedeuten. Wobei es je nach genutztem Fehlerschutz ankommt, bis zu welcher maximalen Bitraten-Fehlerzahl noch Audioempfang möglich ist. Denn mit diesem Radio lässt sich die Signalstärke eines Multiplexes selbst dann noch ermitteln, wenn dieser im Grunde gar nicht mehr empfangbar ist und von ihm nur noch schwache Restsignale ankommen. Dieses Feature macht das KDC-X7200DAB zu einem ausgezeichneten Analyseinstrument.

Welche Anschlüsse hat das Kenwood KDC-X7200DAB?

Wie für DIN-Einbauradios üblich, befinden sich alle Anschlüsse an der Rückseite. Zur Stromversorgung und Lautsprecherspeisung ist dies zunächst ein Kombistecker, für den ein Adapterkabel auf ISO-Norm beiliegt. Für den Subwoofer-Ausgang dienen sechs Cinch-Buchsen. Ferner finden sich ein SMB-Anschluss für die Digitalradioantenne und eine DIN-UKW-Antennenbuchse. Der Mikrofonanschluss ist als Klinkenbuchse ausgeführt.

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Das Kenwood KDC-X7200DAB kommt mit reichlich Zubehör. Mikrofon für die Freisprecheinrichtung und DIN-Einbaurahmen inklusive

AUX und USB

Von anderen Autoradios ist man gewohnt, dass der AUX-Eingang und die USB-Schnittstelle über die Gerätefront zugänglich sind. Nicht so beim Kenwood KDC-X7200DAB. Bei ihm stand das etwas breitere Display im Vordergrund, weshalb beide Anschlüsse als Kabel aus der Rückseite herausragen. Dafür kommt das Digitalradio gleich mit zwei USB-Buchsen, deren Kabel je 90 Zentimeter lang sind. Was lang genug sein sollte, um sie ins Handschuhfach zu fädeln. Was gewöhnlich mit etwas Arbeitsaufwand verbunden ist. Leider ist der AUX-Eingang nur mit einem zehn Zentimeter kurzen Kabel versehen. Zu wenig, um damit etwas Sinnvolles anfangen zu können. Für ihn braucht es zwingend ein AUX-Verlängerungskabel von zumindest einem Meter Länge.

Das Autoradio erlaubt die Steuerung aller relevanten Spotify-Funktionen. Alben, Titel, Interpreten und Playlisten lassen sich bequem durchscrollen oder unter anderem nach Genres durchsuchen. Voraussetzung für die Spotify-Wiedergabe über das Autoradio ist nur, dass dieses mit dem Android- oder iOS-Smartphone per Bluetooth verbunden ist.

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So gut ist der Empfang

Ein gutes Radio ist nur so gut wie seine Antenne. Deshalb verzichten wir beim Test des Kenwood KDC-X7200DAB auf die im Auto bereits verbaute DAB-Plus-Antenne und vermeiden es auch, die dem Gerät mitgelieferte Scheibenklebeantenne zu montieren. Wenn man heute schon den Aufwand treibt, in ein Auto ein DIN-Radio einzubauen, dann geschieht dies schließlich auch, um den Empfang zu verbessern. Deshalb sehen wir für DAB Plus eine Magnetfußantenne auf dem Dach vor. Auf UKW verzichten wir. Angesichts der inzwischen wirklich großen Vielfalt an Digitalradioprogrammen braucht man den analogen Empfangsweg heute ja gar nicht mehr.

Zum Vergleich sind wir dieselbe Teststrecke auch mit dem eingebauten Werksradio abgefahren. Mit diesem war es nach mehreren mühsamen Versuchen wenigstens möglich, die Senderliste des von uns getesteten Multiplexes eingelesen zu bekommen. Für Audio reichte es jedoch zu keinem Zeitpunkt. Die guten Empfangsleistungen des Kenwoods lernt man etwa in Österreich auch beim heimischen DAB zu schätzen.

Dieser Test erschien zuerst in der Digital Fernsehen 07/2021

Bildquelle:

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