DAB Radios: Viflykoo DAB PC1 und Majority Eddington im Vergleich

DAB-Plus-Zwillingsbrüder?

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Viflykoo-DAB-PC1-und-Majority-Eddington_Vorderansicht
© Auerbach Verlag
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Moment! Hatten wir dieses Radio zu Beginn 2020 nicht schon einmal im Test? Damals allerdings unter einem anderen Namen und ein gutes Stück teurer? Erst bei genauerem Hinsehen merkt man, dass das Viflykoo DAB PC1 doch einige Unterschiede zum im Frühjahr getesteten Majority Eddington aufweist.

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Dieser Test erschien zuerst in der Digital Fernsehen 03/2021

Das DAB PC1 verfügt über ein bei Pocketradios noch recht seltenes Farbdisplay mit einer Diagonale von rund 6,3 Zentimeter. Es nimmt die rechte Gerätehälfte ein. Darunter finden sich zwei Pfeiltasten sowie je eine weitere für OK und für die Auswahl der Betriebsart. Letztere dient gleichzeitig auch als Hauptschalter. Ihre Beschriftungen und Anordnung sind dieselben wie beim Majority Eddington. Im Gegensatz zu diesem sind sie aber etwas kleiner und oval. Beide Geräte beherrschen neben DAB Plus auch UKW und Bluetooth. Die linke Seite wird vom Monolautsprecher eingenommen. Während ihn das Majority hinter Längsschlitzen verbirgt, sind es beim Viflykoo edler aussehende Bohrungen. An der Oberseite findet sich beim billigen DAB PC1 nur die Teleskopantenne. Mit ihrer Länge von 40 Zentimeter fehlen ihr etwa 10 Zentimeter zu der des Majority. Weiter fehlen beim Viflykoo die Festsendertasten und jene zum Aufrufen der Menüoberfläche. Dennoch bietet das DAB PC1 mit je 20 Speicherplätzen auf DAB Plus und UKW doppelt so viel wie das Eddington. Um einen FAV-Kanal auszuwählen, bedarf es allerdings des mühsamen und langwierigen Einstiegs in die Menüoberfläche.

An der Oberseite wartet das Majority Eddington (rechts) mit Speichertasten auf. Die fehlen beim Viflykoo DAB PC1
An der Oberseite wartet das Majority Eddington (rechts) mit Speichertasten auf. Die fehlen beim Viflykoo DAB PC1

Da ist man mit der Direktsuche über die Senderliste schneller beim Lieblingsprogramm. Die rechts eingebaute Lautstärkenwippe des DAB PC1 ist multifunktionell. Mit ihr wird nicht nur die Lautstärke geregelt, sondern man kann auch die verschiedenen Empfangsparameter abrufen, wie etwa die Signalstärke des Multiplexes oder die Bitrate des Programms. Außerdem gelangt man über die Wippe in die Menüoberfläche. Es bedarf jedenfalls einiges an Geduld. Denn nur zu oft ruft man bei Betätigen der Wippe eine Funktion auf, die man gerade nicht will. Über die Menüoberfläche kann bei beiden Geräten der automatische oder manuelle Sendersuchlauf gestartet werden. Außerdem lässt sich hier der Programmspeicher löschen. Weiter lässt sich die Sprache der Menüoberfläche auswählen. Ab Werk sind beide Radios auf Englisch voreingestellt. Beim Majority stehen sechs, beim Viflykoo sogar acht weitere Sprachen zur Verfügung. Darunter auch Deutsch. Weiter kann ein Sleeptimer aktiviert werden. Beim Viflykoo kann dieser in acht Stufen bis zu zwei Stunden voreingestellt werden. Das Majority läuft längstens 90 Minuten. Beide Pocketradios bieten zudem zwei Weckzeiten an. An der rechten Seite kommt das DAB PC1 zusätzlich mit einer Micro-USB-Ladebuchse und ein 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss. Beim Majority sind sie auf beide Seiten aufgeteilt. Außerdem besitzt das teurere Gerät zusätzlich einen Hauptschalter.

Wie leistungsstark ist der Akku des Majority Eddington und des Viflykoo DAB PC1?

Der im Viflykoo DAB PC1 verbaute Lithium-Akku ist mit 1 200 mAh um über ein Drittel kleiner als der des Majority Eddington. Während der voll aufgeladene Akku des Majority für rund elf Stunden DAB Plus langt, macht der des Viflykoo schon nach sieben Stunden schlapp, jeweils ausgegangen von halber Lautstärke. Das Nachladen erfolgt per Micro-USB-Buchse und dauert jeweils rund vier Stunden.

Im Viflykoo DAB PC1 (links) sind eine kleinere Platine und ein kleinerer Akku als im Majority Eddington (rechts) verbaut
Im Viflykoo DAB PC1 (links) sind eine kleinere Platine und ein kleinerer Akku als im Majority Eddington (rechts) verbaut

So funktioniert der Radiomodus des Majority Eddington und des Viflykoo DAB PC1?

In DAB-Plus-Modus bieten beide Pocket­radios einen automatischen und manuellen Sendersuchlauf an, die über die Menüoberfläche direkt anwählbar sind. Beim Viflykoo kann der Autoscan zusätzlich über die OK-Taste gestartet werden. Der Scanverlauf wird beim Majority anhand eines 20-Segment-Balkens angezeigt. Beim Viflykoo sind es nur zehn. Die Signalqualität lässt sich anhand eines Balkens ermitteln. Beim billigen Viflykoo umfasst dieser zehn Segmente. Wobei als Empfangsuntergrenze drei angegeben sind.

Unseren Erfahrungen zufolge muss das Billigradio aber auch bei sechs bis sieben Segmenten noch nicht einwandfrei spielen. Das teurere Eddington bietet 17 Segmente, von denen bereits vier für einwandfreie Wiedergabe genügen. Über die Empfangsqualität informiert zudem die Signalfehleranzeige. Je geringer ihr Zahlenwert ist, umso besser kommt der Multiplex an. Empfangswunder darf man sich vom Viflykoo DAB PC1 keine erwarten. Am oberösterreichischen Testort bei Linz schaffte er bis zu zwei Multiplexe. Wobei es selbst beim ortsüblichen Mux immer wieder zu Ausfällen kommt. Zum Vergleich: Mit dem äußerlich fast baugleichen Majority sind es bis zu fünf. Dieser bietet zudem einen stabileren Empfang und darunter eingeblendeten Radiotext.


Auf UKW erfolgt bei beiden Miniradios die Kanalwahl über die beiden Pfeiltasten. Werden sie kurz gedrückt, erfolgt die Abstimmung in 50-kHz-Schritten. Mit etwas längerem Drücken startet der automatische Suchlauf. Dieser hält bei beibehaltenen Werkseinstellungen, bei den ortsüblichen Sendern. In der UKW-Menüoberfläche kann die Empfindlichkeit aber auch auf schwache Stationen ausgeweitet werden. In Sachen Empfangsleistungen sind beide Geräte vergleichbar und bewegen sich im Mittelfeld. Wobei auffällt, dass das Viflykoo bei schwachen Stationen doch etwas mehr rauscht als das Eddington.

Überraschend guter Klang beim Majority Eddington und beim Viflykoo DAB PC1?

Auch klanglich geben sich beide Pocketradios die Hand. Wunder darf man von so kleinen Geräten nicht erwarten. Dennoch sorgen ihre eingebauten Mono-Lautsprecher für ein überraschend gutes Audio. Womit es auch Sinn macht, Musik vom Smartphone via Bluetooth über das Viflykoo oder das Majority wiederzugeben.

Viflykoo-DAB-PC1-und-Majority-Eddington_Tabelle

Wie schneiden die DAB Radios Viflykoo DAB PC1 und Majority Eddington im Test ab?

Bei flüchtigem Hinsehen meint man, zweimal dasselbe Digitalradio vor sich zu haben. Nur mit dem Unterschied, dass jenes mit dem unaussprechlichen Namen um ein Drittel billiger ist. Ein Schnäppchen also? Nein. Denn im Prinzip handelt es sich um zwei unterschiedliche Geräte, denen nur zufällig dieselbe Gehäusegrundform verpasst wurde. Ferner zeigt sich, dass das Viflykoo in vielen Punkten ernsthafte Schwächen an den Tag legt und so kaum Freude bereiten wird. Als besonders störend haben wir die schlechten DAB-Plus-Empfangsleistungen und die nervige Bedienung der multifunktionellen Lautstärkeregelung empfunden. So bringt der Radiogenuss wenig Freude, sodass es lohnt, lieber ein paar wenige Euro mehr auszugeben und dafür ein gut zu bediendendes und von den Empfangseigenschaften überzeugendes Gerät zu erhalten. Das DAB Radio Majority Eddington ist ein solides Gerät und ideal für unterwegs.

Bildquelle:

  • Viflykoo-DAB-PC1-und-Majority-Eddington_Oberseite: © Auerbach Verlag
  • Viflykoo-DAB-PC1-und-Majority-Eddington_Innenansicht: © Auerbach Verlag
  • Viflykoo-DAB-PC1-und-Majority-Eddington_Tabelle: © Auerbach Verlag
  • Viflykoo-DAB-PC1-und-Majority-Eddington_Vorderansicht: © Auerbach Verlag
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1 Kommentare im Forum

  1. Und wieder ein DAB-Radio für die Tonne. Warum baut man diese Radios nicht so daß man auch problemlos den Akku selbst wechseln kann? So ist das doch nach einigen Jahren nur noch Elektroschrott. Zudem sollte es auch kein großes Problem sein in ein Radio mit dieser Rechenpower einen MP3-Player über USB-Stick oder/und SD-Karte zu integrieren.
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