Philips Hue Play Gradient Lightstrip im Test

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Ambilight-TVs von Philips sind unverwechselbar: Zum Bildinhalt abgestimmtes farbiges Licht gibt es mit Fernsehern anderer Marken nicht. Oder etwa doch?

Wie lässt sich farbiges Licht passend zum Bildinhalt erzeugen, wenn man nicht zu einem Ambilight-Fernseher der Marke Philips greifen möchte? Die komfortabelste Lösung dürfte der neue Philips Hue Play Gradient Lightstrip sein, den Signify in den Längen 2,17, 2,54 und 3,04 Meter anbietet. Um die Auswahl zu vereinfachen, werden diese Kabellängen anhand der TV-Zoll-Größen beworben: Mit einem 55, 65 oder 75 Zoll Fernseher und der jeweils abgestimmten Lightstrip-Länge sind Sie auf der sicheren Seite. Da sich die Gehäuseformen in der Praxis deutlich unterscheiden können, kann es sich dennoch lohnen, die Gehäuse-Maße zunächst eigenhändig nachzumessen (2 × Höhe + 1 × Breite = Gesamtlänge). In der Verpackung finden Sie nicht nur den durchgehenden LED-Lichtschlauch, sondern auch fünf Halterungen. Clever: Die Plastikhalterungen für die Eckbereiche lassen sich leicht anwinkeln, um angeschrägte Gehäuseformen auszugleichen.

Durch die selbstklebende Rückseite drücken Sie die Plastikhalterungen einfach an das TV-Gehäuse. Auf dem Lightstrip ist mittig ein Pfeil angebracht, um die korrekte Anbringung zu erleichtern. Von der Mitte ausgehend, klemmen Sie den Lichtschlauch in die restlichen vier Halterungen ein. Da der Lightstrip nicht starr, sondern flexibel ausfällt, können Sie Gehäuseunterschiede problemlos ausgleichen. Damit der LED-Lightstrip bei seitlicher Bertrachtung nicht sofort erkennbar ist und auch nicht wellig erscheint, sollten Sie die Halterungen etwas nach innen ziehen und die unteren beiden Fixierungen nicht zu weit entfernt ansetzen. Um die Stromversorgung der insgesamt sieben LED-Leuchtsegmente (drei LED-Zonen oben, jeweils zwei LED-Zonen seitlich) sicherzustellen, müssen Sie eine kleine Box mit dem Kabelende verbinden, auch diese wird ans TV-Gehäuse geklebt.

Den Gradient-Lightstrip können Sie in drei Längen erwerben (für TVs in 55, 65 oder 75 Zoll). Die selbstklebenden Plastikhalterungen bilden das Grundgerüst, um den flexiblen Lichtschlauch zu befestigen (Beispiel: Panasonic OLED-TV HZW1004). Die Lichtansteuerung erfolgt in sieben Zonen

Komplettset

Ist der LED-Lightstrip installiert, haben Sie bereits den halben Weg geschafft. Nun benötigen Sie die Philips Hue Play HDMI Sync Box, damit HDMI-Signale analysiert und in Lichtsignale umgesetzt werden können. Hierzu verbinden Sie die HDMI-Quelle (zum Beispiel Gaming-Konsole, Apple-TV-Box, UHD-Blu-ray-Player) mit einem der vier HDMI-Eingänge der Sync-Box und schließen diese über den HDMI-Ausgang am Fernseher an. Sollte die Sync-Box nicht automatisch zum richtigen Eigangssignal umschalten, können Sie über die Fronttaste die Eingangsquelle wechseln oder Sie nutzen die App zur Steuerung. Neben 4K-60-Hz-Sig­nalen werden auch HDR-Signale in Dolby Vision und HDR10+ weitergereicht. Das Netzteil der HDMI-Sync-Box wartet mit einer Besonderheit auf: Gleich drei Geräte können Sie hier anschließen und damit beispielsweise zwei weitere Hue Play Lightbars mit Energie versorgen. Leider sind die beiliegenden Stromkabel mit knapp 1,5 Meter Länge etwas kurz geraten. Um die Einrichtung aller Philips Hue Komponenten abzuschließen, benötigen Sie eine Philips Hue Bridge, die Sie über den Netzwerkanschluss mit Ihrem WLAN-Router verbinden. Über die Philips Hue App für Android und iOS können Sie die Bridge auswählen und Ihre Komponenten konfigurieren.

Um Videosignale in passende Lichtsignale umzuwandeln, benötigen Sie die HDMI-Sync-Box. Installieren Sie zunächst die Hue App, aktivieren Sie die Bluetooth-Funktion und halten Sie die Taste an der HDMI-Sync-Box gedrückt (LED leuchtet blau). Befolgen Sie die weiteren Installationsanweisungen

Innerhalb der Hue App taucht der LED-Lightstrip als ein Hue-Leuchtmittel auf. Doch natürlich wollen Sie den Lightstrip nicht nur manuell per App steuern, sondern HDMI-Signale sollen automatisch in passende Lichtinformationen umgesetzt werden. Hierzu müssen Sie Ihr Smartphone oder Tablet zunächst über die Hue App und eine Bluetooth-Verbindung mit der HDMI Sync Box verbinden: Halten Sie die Taste an der Sync-Box gedrückt, bis die LED blau leuchtet. Greifen Sie nun über die App auf die Sync-Box zu, um eine WLAN-Verbindung innerhalb Ihres Netzwerks über die Hue Bridge herzustellen. Im nächsten Schritt wird ein Softwareupdate durchgeführt, damit neue Funktionen, wie die Weiterleitung von Dolby-Vision-Signale, genutzt werden können, die zur Produkteinführung der Sync-Box noch nicht möglich waren. Auch die App wurde schrittweise erweitert und bietet deutlich mehr Anpassungsmöglichkeiten. Einmal vollständig konfiguriert und mit allen Updates versehen, können Sie ihr Smartphone oder Tablet beruhigt ausschalten, denn die drei Hue-Bausteine (Bridge, Sync-Box und Lightstrip) spielen fortan als Team. Um die Steuerung nicht nur über die App, sondern auch über vorhandene Fernbedienungen zu gewährleisten, können Sie alternativ eine Tastenprogrammierung vornehmen.

Vier HDMI-Quellen können im Zusammenspiel mit der dynamischen LED-Lichtansteuerung über die Sync-Box genutzt werden. Maximal lassen sich 4K-HDR-Signale bis 60 Hertz durchschleifen, Quellen in Dolby Vision und HDR10+ werden ebenfalls unterstützt (Softwareupdate und Einstellung beachten)

Und Action!

Wie bei einem Ambilight-Fernseher von Philips werden mit dem Hue-Komplettset Bildsignale in Lichtsignale umgewandelt und die sieben LED-Zonen des Lightstrips färben sich passend zum Bildinhalt um. Wie schnell dies geschieht und wie intensiv die LEDs aufleuchten, können Sie anhand unterschiedlicher Bildprofile und Helligkeitseinstellungen vorgeben. Schnelligkeit und Präzision können sich ebenso sehen lassen wie die Leuchtintensität: Selbst dunkle Wände leuchten effektvoll in bunten Farben. Verglichen mit dem integrierten Ambilight in Philips-TVs ergeben sich durch das nachrüstbare LED-Lightstrip-Set Vor- und Nachteile. Dank unterschiedlicher Kabellängen und der Möglichkeit, die Beleuchtung selbst am TV anbringen zu können, erlaubt es das Hue Set von Signify, die Lichtverteilung exakt nach den eigenen Wünschen anzupassen.

Beim Kauf nicht vergessen: Neben dem Gradient-Lightstrip und der HDMI Sync-Box benötigen Sie zur Ansteuerung eine Hue Bridge. Der Lichtschlauch am Fernseher ist dabei nur der Startpunkt, denn mit einer Hue Bridge und HDMI-Sync-Box können Sie zehn Lichtquellen pro Raum einrichten

Der Abstrahlwinkel von 45 Grad und die weiche diffuse Lichtstreuung des LED-Lightstrips kann sich als echter Problemlöser entpuppen, wenn sich ein Ambilight-Fernseher nicht wie gewünscht aufstellen lässt. Sie können den LED-Light­strip sogar an Möbeln oder Leinwandrahmen anbringen, sollten aber darauf achten, die LEDs nicht seitenverkehrt zu installieren. Nachteile im Vergleich zu einer integrierten Ambilight-Variante ergeben sich durch den höheren Installationsaufwand, die notwendige App-Steuerung und die Kosten: Light­strip, Sync-Box und Hue Bridge sind im Paket für knapp 500 Euro erhältlich.

Da dynamische Lichtsignale nur über die Sync-Box mitsamt HDMI-Quellen erzeugt werden, müssen Sie unter Umständen noch weitere Smart-TV-Boxen (zum Beispiel Sky Q oder Magenta TV Receiver) erwerben, denn die internen Funktionen Ihres Fernsehers (Tuner, Apps) lassen keine LED-Ansteuerung zu. Hat man die Installation einmal vollständig durchlaufen, kann das Ergebnis rundum überzeugen: Games und Filme blühen durch das LED-Rundumlicht spürbar auf und durch zahlreiche weitere Hue-Lampen (bis zu zehn Stück pro Entertainment-Bereich) können Sie das Surround-Lichterlebnis Stück für Stück erweitern. Wer einmal dem Reiz dieser Lösung verfallen ist, der wird bekannte Inhalte im sprichwörtlich neuen Licht erleben.

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Bildquelle:

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8 Kommentare im Forum

  1. Ich glaube kaum, dass jemand 500 € für die Lichtorgel ausgibt, die dann auch nur mit externen Geräten funktioniert.
  2. Die Snycbox ist mir viel zu teuer, wenn das Komplettpaket mal unter 200 Euro fällt fange ich an darüber nachzudenken. Bis dahin stelle ich die Beleuchtung manuell einmal so ein dass sie zum Film passt.
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