Sony KD-55AG9 – Top OLED-TV im Test

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Preis: 2 999 Euro • Bildgröße: 55 Zoll (auch erhältlich in 65 und 77 Zoll) • Maße: 122,6 × 71,4 × 4 cm • Gewicht: 22,3 kg • Bauweise: OLED • Auflösung: 3 840 × 2 160 Bildpunkte • Stromverbrauch: ca. 60 – 300 Watt • Festplattenaufnahme: ja, USB (Aufnahme und Umschalten, aber kein Time-Shift) • 3D: nein (3D in 2D möglich, aber fehlerhaft) • HDR10: ja • HLG: ja • Dolby Vision: ja • HDR10+: nein • Dolby Atmos: ja, eARC-Weiterleitung (auch TrueHD- und DTS-Formate) • Android 8 • Google Assistant • kompatibel zu Amazon-Alexa-Geräte • kalibrierter Netflix-Modus • Updates für Airplay-Streaming, interne Dolby-Atmos-Verarbeitung und Imax Enhanced in Planung

Mit dem AG9 und AG8 stellt Sony den hauseigenen LED-LCD-TVs einmal mehr leistungsstarke OLED-Fernseher zur Seite. Warum Sie 2019 unbedingt zum AG9 greifen sollten, verraten wir Ihnen im Test.

Auch wenn der Preisvorteil des AG8 verlockend erscheinen mag: Nur der AG9 bietet aktuelle Prozessoren und moderne Features. Wollen Sie Dolby-Vision-Bildinhalte und Dolby-Atmos-Klänge möglichst flexibel handhaben, von späteren Imax-Enhanced- und Airplay-Features profitieren und eine beschleunigte Android-Bedienung genießen, sollten Sie den Mehrpreis für den AG9 investieren. Mit Ausnahme des letztjährigen AF9 liefert der AG9 die beste Android-Performance im OLED-TV-Segment und dank aktueller Updates zeigen auch wichtige Apps wie Netflix, Amazon und Youtube eine 4K-HDR-Unterstützung. Die vorinstallierte Android-8-Version vereinfacht die App-Navigation und die Abstimmung des Homescreens auf die persönlichen Vorlieben.

Auch die beiliegende Fernbedienung zeigt sich im Detail verbessert, sodass die Handhabung des AG9 überzeugt. Klassische TV-Funktionen wie Time-Shift oder eine Bild-in-Bild-Wiedergabe sind allerdings weiterhin nicht an Bord und der Mehrwert der verbauten Twin-Tuner beschränkt sich größtenteils auf den möglichen Senderwechsel während einer USB-Programmaufnahme. Mit neuen HDMI-Funktionen abseits der eARC-Tonweiterleitung hält sich Sony zurück: ALLM, VRR oder höhere HDMI-2.1-Bandbreiten bietet der AG9 nicht. Um das volle HDMI-2.0-­Potenzial zu entlocken, sollten Sie die 4K-HDR-HDMI-Einstellung „optimiertes Format“ aktivieren. Warum Sony diese Einstellung vom selbsterklärenden Anzeigemenü in den Einstellungspunkt „Fernsehen“ verfrachtet hat, bleibt ein Rätsel.

Statt Plastiklook und Tasten mit Verwechslungsgefahr zeigt sich die neue Fernbedienung überzeugend überarbeitet. Neben der Tasteneingabe steht ein Mikrofon zur Sprachsteuerung bereit (am TV zusätzliche Mikrofone). Ungekoppelt wird eine Infrarotübertragung genutzt, alternativ können Sie auf Bluetooth wechseln

Master-Series-TV

Mit dem AG9 setzt Sony die Erfolgsgeschichte des letztjährigen Master-Series-OLED-TVs AF9 nahtlos fort. Die größten Unterschiede zwischen dem diesjährigen AG9 und dem letztjährigen AF9 ergeben sich beim Design. Durch den klassischen Standfuß wurde die Tischaufstellung des AG9 vereinfacht und im Gegensatz zum AF9 lässt sich der AG9 nahezu nahtlos an der Wand aufhängen. Die auffällige Neigung des AF9 ist mit dem AG9 deutlich minimiert, was zugleich die Gefahr von Deckenlichtreflexionen mindert. Doch in einigen Punkten bleibt der AF9 führend: Der letztjährige Master-­Series-OLED erschien edler, der integrierte Android-Arbeitsspeicher fiel etwas üppiger aus, der Lautsprecheranschluss war hochwertiger ausgeführt und das verbaute Tonsystem sorgte für ein besseres Klangvolumen. Doch auch wenn die Lautsprecherklemmen des AG9 etwas enttäuschen und statt drei Effektoren (AF9) im AG9 nur noch zwei zum Einsatz kommen, so bleibt das Tonsystem des AG9 einmalig. Die Bildfläche dient bei diesem Fernseher zugleich als Tonerzeuger, sodass Klänge optimal auf Blick- und Ohrhöhe wiedergegeben werden. Sie können den Fernseher in ein Heimkino-Set-up einbinden, indem Sie den Center-Kanal-Anschluss des AV-Receivers mit dem Lautsprecheranschluss des Fernsehers verbinden.

Egal ob als Center-Lautsprecher oder akustischer Alleinunterhalter im Wohnzimmer: Das Prinzip einer klingenden Bildfläche, bei der die Effekte direkt aus dem Bild zu kommen scheinen, ist nach wie vor faszinierend. Neben Dolby Digital unterstützt der TV auch DTS-Signale und PCM-Mehrkanaltonspuren. Ein Update für eine interne Dolby-Atmos-Tonverarbeitung soll bis Jahresende folgen, bislang lassen sich 3D-Audiosignale nur über eARC an AV-Receiver oder Soundbar weiterleiten. Durch das flache Gehäuse sind den nach hinten abstrahlenden Tieftonlautsprechern zwar Grenzen gesetzt, doch so angestrengt wie in den Grundeinstellungen klingt der AG9 keineswegs: Konzentrieren Sie sich auf den Dolby-Audio-Modus und optimieren Sie den Klang über den Equalizer, können Sie das scharfe Klangbild im Stimmbereich ausgleichen und dem AG9 einen musikalischen Klang entlocken. Einfacher gelingt die Bildabstimmung des Fernsehers, denn der AG9 liefert ab Werk natürliche Farben, tadellose Kontraste und eine exzellente Schärfe. Etwas Fingerspitzengefühl erfordert die Schärfeeinstellung, denn über den normalen Schärferegler werden Rauschmuster schnell überbetont, während die Pixelkontraststeigerung Reality Creation effektiver auf unterschiedliche Bildinhalte Einfluss nimmt. Achten Sie darauf, Rauschfilter zu deaktivieren, um Nachzieheffekte zu vermeiden. Sollte die Bildquelle starke Rauschmuster aufweisen, erweist sich die Automatikfunktion („zufälliges Rauschen“) als hilfreich.

Metallblenden • Rahmenbreite: ca. 0,1 cm (ca. 0,8 cm bis Bild) • Displaydicke: ca. 0,7 cm (ca. 4 cm mit Gehäuse) • Displayhöhe Unterkante (TV auf Standfuß): ca. 0,5 cm • Standfußfläche: ca. 46,5 × 25 cm • Display drehbar: nein • Statusanzeige: LED (abschaltbar) ändert Farbe • Lichtsensor: ja

Natürliche Wiedergabe

Ein großes Plus für TV- und Filmfans: Die Zwischenbildberechnung Motionflow zeigt in geringen Stufen kaum Aussetzer oder Artefakte und unnötige Bildruckler werden mit dem AG9 vermieden. Nicht ganz selbsterklärend ist der Punkt Spitzenluminanz: Sie können die Bildhelligkeit nicht nur über den Helligkeitsregler vorgeben, sondern auch die maximale Grundhelligkeit über den Punkt Spitzenluminanz anheben. Auf höchster Stufe wird das Weißlichtsubpixel stärker ausgenutzt, wovon vor allem schwach gesättigte und Weißlichtdetails profitieren. In mittlerer Stufe stehen Farb- und Weißlichthelligkeit im Einklang. Verringern Sie die Einstellung noch weiter, dunkelt das Bild sehr stark ab. Dies ist nur zu empfehlen, wenn Sie in dunklen Räumen Filminhalte ähnlich wie im Kinosaal betrachten und den automatischen OLED-Panel-Dimming-Effekt vermeiden wollen – Flächen- und Detailhelligkeit liegen dann auf dem gleichen niedrigen Niveau. Generell strebt Sony bei der OLED-Ansteuerung nicht nach möglichst hohen Maximalwerten, sondern nach einer optimalen Balance. So dunkelte das OLED-Bild auch in schwierigen Filmsituationen ohne Kontrastwechsel nicht zu stark ab und störende Artefakte beim Übergang ins Tiefschwarz werden fast gänzlich vermieden. Derart homogene und weiche Helligkeitsverläufe sieht man selbst bei den besten LCD-TVs nur selten. Dies ermöglicht eine jederzeit überzeugende Bildwiedergabe, ganz gleich, ob Sie TV-, Film- oder Spielinhalte wiedergeben.

OLED-typisch sind zeitlich begrenzte Nachleuchteffekte nicht gänzlich zu vermeiden und vollflächig helle Bilder erscheinen mit den besten LED-LCDs brillanter. Die HDR-Abstimmung lässt dagegen nur wenig zu wünschen übrig: 1 000-Nits-HDR-Quellen werden vom AG9 exzellent umgesetzt, während 4 000- oder gar 10 000-Nits-Inhalte zu Detailverlusten neigen. Sony konzentriert sich hierbei auf eine ausreichende Grundhelligkeit, wollen Sie Detailverluste mindern, können Sie die Kontrasteinstellung reduzieren, was aber die Bildhelligkeit mindert. Der OLED-TV hebt automatisch zu dunkle HDR-Bereiche dezent an und zu starke Detailverluste in hellen Bildbereichen werden vermieden, doch es fehlen umfangreiche Tone-Mapping-Einstellungen, um die HDR-Wiedergabe des AG9 abseits der unterschiedlichen Bildvoreinstellungen nach eigenen Vorlieben zu trimmen. Da die meisten Bildeinstellungen am gleichen HDMI-Eingang für SDR- und HDR-Quellen gleichwertig umgesetzt werden, sollten Sie sich für einen Einstellungskompromiss entscheiden. Mit SDR-Quellen können Sie im Bildmodus Kino einen HDR-ähnlichen Kontrasteffekt erzeugen, doch aufgrund der begrenzten Leuchtreserven ist dies nur für schwächer beleuchtete Räume ratsam. Auch Videospielliebhaber kommen bei diesem OLED-TV auf ihre Kosten: Der Spielmodus liefert eine tadellose Bildqualität und RGB-Signale werden verlustfrei wiedergegeben. Die Eingabeverzögerung fällt zwar minimal höher als mit Sonys LED-LCD-TVs aus, der TV setzt Signale im Spielmodus aber dennoch reaktionsschnell um.

Anschlüsse für Wandmontage ausgelegt • Kunststoffblenden für Anschlussbereich und Kabelkanäle (für dickere Kabel allerdings nur begrenzt geeignet) • Länge Stromkabel nur ca. 1,8 m • Wandhalterung Maße: 30 × 30 cm • Tasten für Grundbedienung an der Seite • Display minimal nach hinten geneigt

OLED-Erlebnis

Sony gelingt die OLED-Pixelansteuerung nahezu fehlerfrei und das Bild- und Tonkonzept bleibt in dieser Kombination einzigartig. Der AG9 besticht weniger durch neue Gaming- und TV-Funktionen, sondern durch sein audiovisuelles Erlebnis und die rundum verbesserte Smart-TV-Handhabung. Auch wenn wir im direkten Vergleich den AF9 weiterhin knapp vorn sehen, so ist der AG9 Sonys beste Alternative und dies nicht nur in 55 Zoll, sondern auch in 65 oder gar 77 Zoll.

HDMI: × (4K 60Hz HDR) • 120 Hz: ja (HD) • 1 440p: nicht direkt • CEC: ja • ARC: 1 × eARC (HDMI 3) • VRR: nein • ALLM: nein • USB: 3 × (1 × 3.0) • Kopfhörer: ja • Netzwerk: ja (oder WLAN) • Video analog: ja • Audio: digital optisch und Lautsprecheranschluss • CI: 1 × • Tuner: DVB-S/-C/-T (Twin-Tuner, Unicable)

Einstellungen für ein natürliches Bild

  • Bildmodus: Anwender
  • Helligkeit: Je nach Wunsch
  • Farbe: 50
  • Lichtsensor: Je nach Wunsch
  • Kontrast: 90
  • Gamma: 0 (HDR); –2 (SDR)
  • Schwarzwert: 50
  • Schwarzabgleich: Niedrig
  • Erweit. Kontrastverst.: Niedrig
  • Spitzenluminanz: Mittel oder Hoch
  • Farbton: 0
  • Farbtemperatur: Experte 1
  • Farbraum: Autom.
  • Farbbrillanz: Aus, Niedrig oder Mittel
  • Bildschärfe: 50
  • Reality Creation: Autom.
  • Rauschen reduzieren: Aus
  • Gleichm. Abstufung: Niedrig oder Mittel
  • Motionflow: Autom.
  • Glätte: 1 – 2
  • Klarheit: Niedrig
  • Filmmodus: Autom.
  • Bildformat: Wide, Vollpixel

Hier geht es weiter zu Teil 2 des Tests mit Daten aus dem Messlabor!

Bildquelle:

  • DSC01697: @ Auerbach Verlag
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