„Die Ringe der Macht“: Folge 3 nimmt ordentlich Fahrt auf

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Numenor
©Amazon Studios
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Nach dem zähen Einstieg in den ersten beiden Episoden spielt Folge 3 von „Die Ringe der Macht“ endlich gekonnt die Stärken des Tolkien-Universums aus.

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Wer nicht nur die Filme von Peter Jackson gesehen, sondern auch Tolkiens Bücher gelesen hat, wird in der kürzlich erschienenen dritten Episode von „Die Ringe der Macht“ noch mehr Anknüpfungspunkte finden als zuvor. So werden sowohl die kommenden Ereignisse bis zur „Der Herr der Ringe“-Romantrilogie weiter vorgezeichnet als auch breiter in jene Zeitalter umspannende Vergangenheit geblickt, die Tolkien umfangreich in seiner Legendensammlung „Das Silmarillion“ beschrieben hat. Aber auch Zuschauer, die nicht persönlich mit dem „Silmarillion“ vertraut sind, dürften nun dank Episode 3 tiefer in die Serie eintauchen können, denn das Geschehen verdichtet sich spürbar und so einige spannende wie neue Begegnungen nehmen ihren verheißungsvollen Lauf.

„Die Ringe der Macht“ endlich mit mehr Handlung und besseren Dialogen

Spoiler sollen in diesem Artikel natürlich vermieden werden, doch so viel (bzw. wenig) sei inhaltlich zu Episode 3 gesagt, dass sowohl die Orks als auch die Menschen nun deutlich mehr Gesicht und Präsenz erhalten. Das Gesamtbild wird vielfältiger und die Welt reichhaltiger. Zudem kommen auch mehr Spannungspunkte und interessante Fragen in Bezug auf die Handlung auf. Gleich einer griechischen Tragödie, wie sie Tolkien ohnehin in seinen Werken grundsätzlich angelegt hat, verweben sich nun die Schicksalsfäden von bekannten und neu aufgetretenen Figuren in komplexeren Mustern. Endlich weiß die Serie den Reichtum ihrer Vorlage konsequenter zu nutzen. Referenzpunkte für Mittelerde-Kenner gibt es somit wahrlich genug. Geschichtsträchtige Erblinien, die wie mächtige Schatten über den Ereignissen und Charakteren der „Der Herr der Ringe“-Trilogie schwebten, werden nun in „Die Ringe der Macht“ lebendig.

Galadriel Elendil Numenor
©Amazon Studios – Galadriel und die Menschen werden in „Die Ringe der Macht“ noch viel miteinander zu tun haben

Ebenso erfreulich ist, dass im Zuge der verdichteten Erzählung auch die Dialoge an Kraft gewinnen und um einiges weniger schwafelig daher kommen als noch zum Serienstart. Besonders die Orks, die jetzt erstmals in persona auftreten und auch buchstäblich zu Wort kommen, bringen eine neue Dynamik mit auf die Bühne, die der Serie nur gut tun kann. Es wird dreckiger, es wird rauer und es wird brutaler. So hat Episode 3 auch in Sachen Kampf-Action dieses Mal mehr zu bieten. Ein Action-Feuerwerk sollte man hier zwar nicht erwarten, denn nach wie vor müssen noch regelmäßig neue Charaktere und Schauplätze eingeführt werden, was naturgemäß ein etwas gemächlicheres Tempo verlangt. Doch gerade in diesem Punkt erfreut es ebenso, wie viel Zeit sich „Die Ringe der Macht“ nimmt, um ihre Welt vorzustellen und auszubauen. Mit einem spannenden Episodenfinale darf zudem ebenfalls gerechnet werden, welches natürlich nicht ohne Cliffhanger auskommt.

„Die Ringe der Macht“ ist auf dem richtigen Weg

Auch stilistisch hält die Serie ihr Niveau. So manche am Computer generierte Panoramen schwanken zwar erneut zwischen Imposanz und überladenem Pomp. Doch letzterer ist gleichfalls Tolkiens pathetischen Beschreibungen geschuldet und kann damit als ein berechtigter Teil der Geschichte und des World Buildings gesehen werden. Dagegen sind die handgemachten Kostüme und Kulissen nach wie vor eine große Stärke der Serie, wobei neben den Haarfüßen (bzw. Hobbits) auch die Orks in diesem Sinne für ein gutes Plus an Atmosphäre sorgen.

Ork
©Amazon Studios – Die Orks treten erstmals in Episode 3 auf, überzeugen mit ihrem Design und bringen zudem mehr Spannunng

So schafft es Folge 3 tatsächllich, jene verhaltene Neugierde, die nach den ersten beiden Episoden zu knospen begann, weiter zu nähren. Sollte „Die Ringe der Macht“ weiter auf diesem vielversprechenden Weg voran schreiten, dann kann die erste Staffel nur der Anfang einer epischen Mittelerde-Serie sein, wie sie sich im Vorfeld viele gewünscht haben. Luft nach oben gibt es selbstverständlich dennoch. Gerade in Sachen Charakterentwicklung und in Bezug auf die Verknüpfung der verschiedenen Story-Verläufe zu einem runden Ganzen muss sich die Amazon-Produktion erst noch beweisen. Doch spätestens jetzt, nach Episode 3, stehen die Zeichen sehr gut, dass die Autoren, Designer und Schauspieler im Idealfall genau die richtige Balance finden. Denn die Tiefe und Reichhaltigkeit von Tolkiens Vorlage könnte ein garantierter Selbstläufer sein, wenn die Verantwortlichen es auch künftig verstehen, im richtigen Maß aus jener zu schöpfen.

Die Besprechung der ersten beiden Episoden von „Die Ringe der Macht“ kann in folgendem DIGITAL FERNSEHEN-Artikel nachgelesen werden. Die Serie selbts ist seit dem zweiten September exklusiv auf Amazon Prime Video verfügbar. Im wöchentlichen Rhythmus werden auch die weiteren Episoden immer Freitagnacht dort erscheinen.

Bildquelle:

  • Die Ringe der Macht – Galadriel & Elendil: Amazon
  • Die Ringe der Macht – Ork: Amazon
  • Die Ringe der Macht – Numenor: Amazon
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