Blu-ray der Woche: „Equilibrium“ – Science-Fiction mit Anspruch

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Bild: © Auerbach Verlag
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Unsere Blu-ray der Woche beschreitet diesmal einen eleganten Mittelweg zwischen Science-Fiction, Drama, Action und Anspruch: „Equilibrium“ ist nicht nur wegen Hauptdarsteller Christian Bale ein echter Volltreffer!

Taucht man ein in die Welt von Equilibrium, muss man sich tatsächlich fragen, warum ein solch hervorragend inszenierter und gleichermaßen epischer wie actiongeladener Science-Fiction-Thriller weitestgehend übersehen wurde, in den US-Kinos sogar floppte und es somit gar nicht erst auf die deutschen Kinoleinwände schaffte. Regisseur Kurt Wimmer gelingt mit dieser kraftvollen und intensiven Zukunftsvision einer kalten Dystopie ein mitreißender Film, der nicht zuletzt von der hervorragenden Darstellung Christian Bales getragen wird.
 
Darum geht’s!

Ein verheerender dritter Weltkrieg bringt die Erdenbewohner dazu, ihre menschliche Natur zu hinterfragen und eine Ursache für Kriege und Gewalttaten zu suchen. Kurzerhand führt man alles Übel auf die menschliche Emotionalität zurück und sucht nach einer Lösung. Mithilfe eines psychotropen Serums, dem sogenannten „Prozium“, werden die Menschen nun von ihren Emotionen befreit. Was daraus entsteht, ist eine kalte und freudlose Gesellschaft, die nur noch aus Regeln und Systemen besteht. Alle Zeugnisse von Emotionalität, beispielsweise Kunstobjekte, Haustiere sowie echte zwischenmenschliche Bindungen werden aufgegeben, zerstört oder zweckmäßig angepasst. Nur eine Handvoll Rebellen wehrt sich noch hartnäckig dagegen, ihre Emotionalität einfach aufzugeben und das Prozium regelmäßig einzunehmen.

Spannende Unglaubwürdigkeit

Die Aufständigen werden von einem eigens dafür ausgebildeten Eliteorden, den „Grammaton-Klerikern“, gejagt und exekutiert. John Preston (Christian Bale) ist nicht nur einer von ihnen, sondern der Beste. Ohne Gnade verfolgt er seine Aufgabe, bis eines Tages sein Partner die Einnahme des Serums verweigert und Preston ihn daraufhin töten muss.
 
Von da an keimen Zweifel in ihm auf. Hin und her gerissen vergisst auch er, sich das Serum zu injizieren und ist plötzlich mit seiner eigenen Emotionalität und Menschlichkeit konfrontiert. Nun erkennt er die Irrwege des Systems und will seine Gefühle um keinen Preis der Welt mehr hergeben. Mit seinen Fähigkeiten und seinem Wissen schließt er sich den Widerstandskämpfern an und nimmt die Schlacht gegen das System auf.

Der Bale-Faktor

Auch wenn der Plot recht weit hergeholt klingt, sorgt die Handlung trotz Unglaubwürdigkeiten und gelegentlichen Logiklöchern für spannende Unterhaltung, reißt den Zuschauer mit und gaukelt dadurch auch etwas mehr Anspruch vor, als tatsächlich hinter der Story steckt. Dieser Umstand ergibt sich auch durch die authentisch dargestellte Charakter-Entwicklung, die einmal mehr unterstreicht, warum Christian Bale in Hollywood zurecht hoch gehandelt wird. Wie sich schon in „Der Maschinist“ zeigte, taucht Bale völlig in seine Rollen ein und so wirkt auch seine Wandlung vom kalten, konsequenten Killer mit maskenhaften Gesichtszügen zum engagierten Systemgegner, der seine Emotionen entdeckt und bewahrt, durchaus überzeugend und regt zum Mitfiebern an. Trotz der kalten, tristen und harten Szenerie ergibt sich dadurch ein gewisses Maß an Emotionalität.
 
Und Action!
 
Demgegenüber stehen die gnadenlos und konsequent hart inszenierten Actionsequenzen, die vor allem choreografisch einiges zu bieten haben. Hier zeigt sich auch die hervorragende Kameraarbeit, die mit geschmeidigen Perspektiv- und Tempowechseln eine beeindruckende Ästhetik selbst in die brutalsten Aufnahmen zaubert. Lediglich an den Spezialeffekten lässt sich hin und wieder das verhältnismäßig geringe Budget ablesen.
 
Solide Technik

Ansonsten präsentiert sich die technische Seite des Films sehr hochwertig. So sorgen ein guter Kontrast, eine beeindruckende Detailschärfe und eine stilistische Farbgestaltung für die absolut stimmige Optik. Speziell mit der farblichen Wandlung des Bildes wird die Entwicklung von eiskalt zu emotional verdeutlicht, indem auch die Farben nach und nach auftauen und zunehmend wärmer werden. Mit einem interessanten, abwechslungsreichen Soundtrack, wunderbar vollen Bässen und einer soliden Surround-Gestaltung zeigt sich die Inszenierung des Klangs ebenfalls in hoher Qualität. Die Wertung

 

 

FILMINHALT: 8 von 10


 
TECHNIK: 7,5 von 10
 
BILDQUALITÄT: 7 von 10
 
TONQUALITÄT: 8 von 10
 

Fazit: Kurt Wimmers konsequenter Science-Fiction-Thriller garantiert mit seiner hervorragenden Inszenierung, intensiver Action und toller Darstellung einen hohen Unterhaltungswert.


 
BONUSMATERIAL: 2 von 10

Infos zur Blu-ray


 
Genre: Science Fiction | Originaltitel: Equilibrium | Land/Jahr: US/2002 | Vertrieb: Constantin Highlight | Bild: MPEG-4, 2.35 : 1 | Ton: DTS-HD HR 5.1 | Regie: Kurt Wimmer  | Darsteller: Christian Bale, Emily Watson, Taye Diggs| Laufzeit: 107 min. | Wendecover: k. A. | Anzahl Discs: 1 | FSK: ab 16 Jahre | Start: 04. Oktober 2012
 
An dieser Stelle präsentiert Ihnen das BLU-RAY MAGAZIN immer dienstags die „Blu-ray der Woche“, die aus Sicht unserer Redakteure die  interessanteste Veröffentlichung der kommenden Tage darstellt. In der vergangenen Woche stand die Blu-ray „Die Brücke“ im Mittelpunkt.

 
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[Nele Reiber]

Bildquelle:

  • Inhalte_Blu-ray_Artikelbild: © Auerbach Verlag
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