Blu-ray der Woche: „Gravity“ – Survival-Trip im All

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Bild: © Auerbach Verlag
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Sandra Bullock und George Clooney müssen unfreiwillig ein nervenaufreibendes Überlebenstraining mitten im All absolvieren. In Gestalt der Astronauten Dr. Stone und Matt Kowalsky treiben sie durch das packende Weltraum-Drama „Gravity“. Der Oscar-Gewinner ist unsere Blu-ray der Woche.

Niemand, der es nicht selbst erlebt hat, kann wohl begreifen, was es bedeutet, die Erde mit den eigenen Augen vom All aus betrachten zu können. Das muss zweifellos die fantastischste und beneidenswerteste Aussicht für einen jeden auf zwei Beinen laufenden Nacktaffen wie unsereins sein. Doch Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) hat dafür im Moment weder den Nerv noch die Zeit. Sie hat auf ihrem ersten richtigen Einsatz im All andere Dinge im Kopf, wie die Reparaturarbeiten am Hubble-Weltraumteleskop und die Anstrengung, ihr Frühstück im Magen zu behalten. Kollege Matt Kowalski (George Clooney) geht Dr. Stone auf seiner letzten Shuttlemission ein wenig zur Hand und kann es nicht lassen, nebenbei charmant mit seinem leicht nervösen Gegenüber zu flirten.
 
Da kommt eine kurze Durchsage von Houston. Die Russen haben versehentlich einen ihrer Satelliten abgeschossen und die Trümmerteile fliegen nun unkontrolliert weiter. Aber es wird Entwarnung gegeben – keine Kollisionsgefahr. Doch schon unmittelbar danach wird es hektisch. Houston meldet, andere Satelliten wurden ebenfalls getroffen und fliegennun in rasanter Geschwindigkeit auf das Shuttle zu. Schon schlägt daserste Bruchstück ein. Kowalski eilt einem Kollegen zu Hilfe und Dr.Stone versucht sich hastig von ihrer Einhakung zu lösen.

Der nächsteEinschlag folgt sofort. Stone wird vom Shuttle getrennt und in einemWahnsinnstempo ins All hinaus geschleudert. Wie wild dreht sie sich umdie eigene Achse. Sie steht kurz vorm Hyperventilieren. Der Kontakt zuden anderen ist abgebrochen, keiner kann sie mehr hören. Sie wird mehrund mehr zu einem kleinen weißen Punkt in der Ferne. Bald kann man sienicht mehr sehen.
 
Doch da plötzlich erklingt Kowalskis Funkspruch. Siebewegt sich wieder auf die Kamera zu. Kowalski sagt, sie soll ihre Lampeanmachen, damit er sie orten kann. Kurze Zeit später stößt er mit ihrzusammen und hält nur noch ein panisch verstörtes Bündel in den Armen.

 

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Um unsere Erde kreist eine Müllhalde

Unsere Illusion eines friedlichen Sternenhimmels können wir vergessen. Der Erdorbit ist ein Schrottplatz und ein Schlachtfeld. Wie Gewehrkugeln rasen die Trümmer durchs All, kollidieren, überschlagen sich in einem gewaltigen Strudel und wir sind mit Dr. Stone mittendrin. Regisseur Alfonso Cuarón („Children of Men“) packt uns mit seinem neuesten Film direkt an der Hand und zerrt uns energisch hinter sich her, sodass wir gar nicht mehr loslassen können. Geschmeidig wie ein Balletttänzer und zugleich stürmisch wie ein freilaufendes Wildtier kreist die Kamera um die Protagonistin herum, lässt sie dann an der langen Leine hinausgleiten, um sie schließlich wieder strikt an sich heran zu ziehen und bis in ihre Perspektive zu schlüpfen. Wir erfahren eine ungeahnte Immersion und tauchen ein in den Weltraum, in seine entfesselte, menschenfeindliche Gewalt, und dringen bis in Dr. Stones Kopf selbst vor. Wir erleben ihre Angst, ihre Panik, ihre Trauer und ihre Hoffnung. Sie ist unsere Stellvertreterin, unser Avatar im Film.
 
Dabei beherrscht Cuarón den Spagat zwischen packend inszenierter Action und ruhiger Kontemplation nahezu perfekt. Beides hat gleichberechtigt Platz und ergänzt sich. Nicht zuletzt weil die Technik komplett auf seiner Seite steht. In 3D fliegt einem jedes Trümmerteil einzeln um die Ohren und wir versinken in der Tiefe des Alls. Die Erde wirkt faszinierend plastisch. Einziges wirkliches Manko: Im Kino war’s noch beeindruckender. Ansonsten erfreuen der hohe Detailgrad und der perfekte Schwarzwert, der hier natürlich besonders wichtig ist. Das Farbbild fängt die Kälte und Lebensfeindlichkeit des Alls ebenso spürbar ein, wie die anziehende Lebendigkeit der Erde. Der Surround-Sound legt noch eine Schippe oben drauf, baut sich langsam dramatisch auf und schlägt dann doch wie ein Hammer ein.
 
„Gravity“ ist ein unglaublich eindringlicher Überlebenskampf im Mittelpunkt eines tosenden Sturms. Eigentlich gibt es nur einen Wermutstropfen, und der ist Geschmackssache. Irgendwann wird es dramaturgisch immer pompöser und zuweilen schwülstig. Das könnte dem einen oder anderen zu dick aufgetragen sein.
 
Beim Online-Händler Amazon gibt es das mitreißende Weltraum-Drama für aktuell für 14,99 Euro auf Blu-ray. Die 3D-Ausführung ist beim Händler für derzeit 24,00 Euro zu haben. Das exklusive Steelbook zum Film bietet Amazon für aktuell 34,99 Euro an.Die Wertung

 

 

FILMINHALT: 9,5 von 10


 
TECHNIK: 9,5 von 10
 
BILDQUALITÄT: 9,5 von 10
 
TONQUALITÄT: 10 von 10
 
3D: 9,5 von 10
 

Kurzfazit: Einer der intensivsten, wenn nicht der bisher intensivste Survival-Trip auf der Leinwand in dem wohl plastischsten All, das bis dato erlebbar war. Auch dank beeindruckendem 3D.


 
BONUSMATERIAL: 9 von 10


Infos zur Blu-ray


 

Genre: Science-Fiction/Thriller | Originaltitel: Gravity | Land/Jahr: US, GB/2013 | Vertrieb: Warner Home Video | Bild: MVC, 2.40:1 | Ton: DD 5.1 | Regie: Alfonso Cuarón | Darsteller: Sandra Bullock, George Clooney | Laufzeit: 91 min | Wendecover: nein | Anzahl Discs: 2 | FSK: ab 12 Jahre | Start: 21. Februar 2014


 
An dieser Stelle präsentiert Ihnen das BLU-RAY MAGAZIN immer dienstags die „Blu-ray der Woche“, die aus Sicht unserer Redakteure die  interessanteste Veröffentlichung der kommenden Tage darstellt. Zur Blu-ray-Vorstellung der vergangenen Woche „Der Butler“ geht es hier.

 
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[Felix Ritter]

Bildquelle:

  • Inhalte_Blu-ray_Artikelbild: © Auerbach Verlag
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