Blu-ray der Woche: „Robocop (2014)“ – Kurzweiliger Actioner

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Bild: © Auerbach Verlag
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Nachdem der Ur-„Robocop“ von 1987 jahrelang in Deutschland auf dem Index stand und dadurch nur einen umso höheren Kultstatus erreichte, versucht der 2014er-„Robocop“ nun mit jeder Menge Action seine Fans zu überzeugen. Das Remake des Maschinenmenschen ist unsere Blu-ray der Woche.

Obwohl der erste „Robocop“-Film von Paul Verhoeven schon knapp 27 Jahre zurückliegt, ist das Thema „Verhältnis Mensch-Maschine“ nach wie vor hochaktuell. Ab wann gilt ein Mensch als Maschine, ab wann eine Maschine als Mensch? Oder ist der Mensch nicht gar ein organischer, wenn auch sehr komplexer Roboter? Oder steckt hinter dem menschlichen Bewusstsein noch mehr als hochkomplexe Schaltkreise und chemische Reaktionen? Besonders letzteren Fragen geht auch die aktuelle Neuverfilmung des „Robocop“-Stoffes nach.
 
Die Story ist weitestgehend noch dieselbe wie im Original: Nach einer schweren Verstümmelung (durch eine Explosion) erwacht Polizist Alex Murphy im chinesischen Labor des Prothesen-Spezialisten Omnicorp. Wo früher noch seine Extremitäten waren, prangt nun ein nigelnagelneuer Maschinenkörper. Nach einem langen Training kommt es dann zum ersten echten Feldeinsatz Murphys, bei dem er sich selbst auf die Spur seiner „Mörder“ begibt.

Sein größtes Ziel ist hierbei die Sicherheit seiner Frau und seines Sohnes, die beide nach wie vor zu ihm stehen. Das größte Ziel Omnicorps wiederum ist ein positives Marketing für die Roboter-Technologie als Polizei-Ersatz in Amerika. Nur so könnte die Stimmenmehrheit gegen ein Gesetz erreicht werden, das den Roboter-Einsatz im öffentlichen Dienst verhindert.

 

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Skrupellose Geschäftsführung

Der zweifelhafte Marketingfeldzug eines auf Robotik spezialisierten Großkonzerns wurde kritisch und sehr spannend von Regisseur José Padilha („Elite Squad“) inszeniert. Nicht zuletzt die An- und Ab-Moderationen des durchtriebenen Journalisten Pat Novak (brillant gespielt von Samuel L. Jackson) lassen die Alarmglocken des Zuschauers gleich mehrfach klingeln, sodass der Film im Prinzip als eindeutige Gesellschaftskritik verstanden werden muss. Im Vergleich zum Original wurde das Remake allerdings breitenwirksam als FSK-12-Titel produziert, was an und für sich nichts Schlimmes ist – sich aber auf diverse Faktoren auswirkt. Neben der vorsichtigeren Gewaltdarstellung (in den Shootouts geht’s trotzdem mächtig zur Sache) gibt es daher auch keine Ehe-Probleme, keine komplexen Seitenhiebe auf die wechselnde Körperidentität und weniger Moral-Fragen, die Murphys Handeln selbst betreffen.
 
Wer ist denn nun verantwortlich für Robocops Handlungen? Ausschließlich Omnicorp? Das wäre doch nun wirklich zu einfach, oder? Trotz der glattgebügelten Motive liefert Padilha einen ordentlichen Actioner ab, der zum einen Spaß macht und zum anderen auch genügend Stoff zum Nachdenken gibt. Dazu tragen insbesondere auch die Darsteller bei, die bereits in früheren Comic-Verfilmungen auftraten. Gary Oldman als sympathischer, wenn auch skrupelloser Wissenschaftler, Michael Keaton als gewissenloser Wirtschaftsboss mit Faible für Schwarzes und Jackie Earle Haley als „Kleines Arschloch im Exoskelett“ – genialer hätte die Seite der Bad-Guys nicht besetzt sein können. Ein Film über Technik sollte am besten auch technisch 1A aussehen – und das trifft auf den neuen „Robocop“ voll und ganz zu. Ultrascharfe Kanten, die nur in Ausnahmefällen wie den Hochgeschwindigkeits-Sequenzen verschwimmen, schön viele Details, die durch den optimal eingepegelten Kontrast zum Vorschein kommen, sowie satte Farben, die sich auch nicht von den grauen Labors einschüchtern lassen, zeugen von höchster Bildqualität. Der Schusswechsel im Dunkeln wirkt, als wäre er mit einer höheren Bildfrequenz im Videostyle für eine Live-übertragung im Fernsehen gedreht worden. Gleichwohl erhält die Szene durch die verfremdeten Visor-Effekte und die Ego-Perspektive eine Art Videospiel-Ästhetik.
 
Den etwas seichteren, dafür aber umso actionreicheren 2014er „Robocop“ kann man sich bei Amazon für derzeit 14,90 Euro auf Blu-ray ins Wohnzimmer holen. Das limitierte Steelbook ist bei Händler für aktuell 19,99 Euro zu haben.Die Wertung

 

 

FILMINHALT: 7 von 10


 
TECHNIK: 9,5 von 10
 
BILDQUALITÄT: 10 von 10
 
TONQUALITÄT: 9 von 10
 
Kurzfazit: Es ist nicht der sozialkritische, anspruchsvolle SF-Thriller, der er hätte sein können. Dennoch ist der neue „Robocop“ ein kurzweiliger Actioner.
 
BONUSMATERIAL: 4,5 von 10


Infos zur Blu-ray


 

Genre: Science-Fiction/Action | Originaltitel: Robocop | Land/Jahr: US/2014 | Vertrieb: Studiocanal | Bild: MPEG-4, 2.35:1 | Ton: DTS-HD MA 5.1 | Regie: José Padilha | Darsteller: Gary Oldman, Joel Kinnaman, Michael Keaton | Laufzeit: 117 min | Wendecover: k.A. | Anzahl Discs: 1 | FSK: ab 12 Jahre | Start: 07. Juni 2014


 
An dieser Stelle präsentiert Ihnen das BLU-RAY MAGAZIN immer dienstags die „Blu-ray der Woche“, die aus Sicht unserer Redakteure die  interessanteste Veröffentlichung der kommenden Tage darstellt. Zur Blu-ray-Vorstellung der vergangenen Woche „Paris Countdown“ geht es hier.

 
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[Falko Theuner]

Bildquelle:

  • Inhalte_Blu-ray_Artikelbild: © Auerbach Verlag
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2 Kommentare im Forum

  1. AW: Blu-ray der Woche: "Robocop (2014)" - Kurzweiliger Actioner Bitte was ist ein Actioner? Das man dieses erbärmlich schlechte Remake/Relaunch von Paul Verhoevens Klassiker als kurzweilig bezeichnet ist ein Witz. Ich bin ohne große Erwartungen ins Kino gegangen, die dann aber noch meilenweit unterboten wurden. Der Film ist weder kurzweilig noch witzig und es fehlt ihm völlig die die harte Gesellschaftskritik des Originals. Und das "Happy End" ist sowas von unpassend das mir davon schlecht wurde. Jeder generische Actionfilm ist da besser geeignet zu unterhalten!
  2. AW: Blu-ray der Woche: "Robocop (2014)" - Kurzweiliger Actioner http://forum.digitalfernsehen.de/forum/blu-ray-dvd/336635-robocop.html
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