Android-Handy als Display-Ersatz

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Android-Handy als Display-Ersatz, Seite 2

Konfiguration, Feintuning, Performance

Vorbereitungen am Receiver

Doch mit der Herrichtung des Smartphones haben wir erst den halben Acker bestellt. Damit der Linux-Receiver das Handydisplay anspricht, muss zuerst die Erweiterung „LCD4Linux“ installiert werden. Erfreulicherweise ist diese in den meisten Images bereits inklusive GIT im Erweiterungs-Feed vorhanden und kann somit direkt installiert werden. Zu finden ist diese unter „Erweiterungen/ extensions“. Sollte die Erweiterung dort bei Ihnen nicht zu finden sein, ist diese entweder bereits installiert oder muss per FTP auf die Box geschoben werden. Entsprechende IPK-Pakte können natürlich auch aus dem Netz geladen werden. Starten Sie nach der Installation zuerst ihren Receiver neu. Damit ist die Grundinstallation von LCD4Linux abgeschlossen.

LCD4Linux konfigurieren

öffnen Sie nun auf einem Rechner im gleichen Netzwerk den Webbrowser und Tippen folgende Adresse ein: ihreip lcd4linux/config. Natürlich müssen Sie „ihreip“ durch die Adresse des Receivers im Netz ersetzen. Ist Ihnen diese nicht bekannt, hilft ein Blick auf die Infoseite des Receivers unter „Informationen/Netzwerk Einstellungen“. Haben Sie die Konfigurationsseite der Erweiterung geöffnet, zeigt diese die wichtigste Einstellungsseite „Global/andere“ an. Hier muss zuerst das Smartphone als Wiedergabemedium konfiguriert werden.
 
Aktivieren Sie den Button „lcd4linux aktiv“ und konfigurieren Sie das Handy als LCD-Display 1. Geben Sie unter Typ „Benutzerdefinierte Größe ein“ und stellen Sie die Helligkeit auf 5. Das ist wichtig. Ein Bug stellt nämlich die Helligkeit nach dem Speichern immer wieder auf 0 und am Display ist nichts zu sehen. Die Einstellung unter LCD refresh können Sie bei „immer“ belassen. Scrollen Sie nun etwas herunter bis zum Punkt „Speichert als Bild für WebIF“. Hier müssen Sie LCD1 aktiveren. Darunter geben Sie bitte die Auflösung des Bildschirmes vom Smartphone ein. Ist Ihnen diese nicht bekannt, hilft etwas experimentieren.
 
Tasten Sie sich damit langsam an die Auflösung des Smartphones heran. Hierzu müssen Sie bei Handy die Adresse im Browser eingeben. Diese lautet: ihreip/lcd4linux. Haben Sie die erste Konfiguration abgeschlossen, müsste bereits etwas auf dem Gerät angezeigt werden. Somit haben Sie grundsätzlich die Verbindung zum Smartphone geschafft und der größte Schritt ist getan. Wichtig: nach der Einrichtung das globale Speichern (oben rechts „Save Config“) nicht vergessen, sonst sind die änderungen nach dem nächsten Start wieder verschwunden.

Grundeinstellungen

  1. Bei der Grundeinstellung muss der Modus auf „Global“ stehen
  2. Hier wählen Sie „andere“ an
  3. Unser Display wird als LCD Typ 1 konfiguriert. Wichtig: LCD 1 Helligkeit [nicht SPF] auf 5 stellen! Außerdem muss LCD4linux aktiviert werden
  4. Hier stellen Sie die Auflösung des Smartphones ein
  5. Übernehmen Sie die Einstellungen mit diesem Button
  6. Zuletzt muss noch die geänderte Konfiguration global gespeichert werden

Feintuning

Leider ist das Plugin sehr komplex und die Einstellungsmöglichkeiten unheimlich vielfältig. Orientieren Sie sich daher etwas an unserem kleinen Schaubild, um einen groben überblick zu behalten. Grob gesagt dient der Modus „Global“ der generellen Einstellungen der einzelnen Module. Unter „On“, „Media“ und „IDLE“ richten Sie hingegen die anzuzeigenden Elemente in den einzelnen Modi ein. Das ganze nochmals getrennt für maximal neun mögliche unterschiedliche Bildschirme, die jeweils unterschiedliche Elemente enthalten können und auch verschiedenen Displays zugeordnet werden können.
 
Zur Veranschaulichung wählen Sie einmal den Modus „On“. Es erscheinen einzelne Elemente, wobei einige (aktive) Grün erscheinen. Diese einzelnen Elemente wie Kanalname, Satellit oder auch Programm Info können aktiviert und nach belieben angepasst werden. Das betrifft sowohl die Position auf dem Display als auch die Größe. Selbst Senderlogos (Picons) können auf diese Weise eingebaut und nach Belieben positioniert werden. Hier sind der Kreativität des Nutzers kaum Grenzen gesetzt. Am besten findet man seine optimale Display- Einrichtung durch verschiedenes Testen heraus. Hat man einmal eine passende Struktur gefunden, empfiehlt es sich, einen anderen Schirm für weitere Tests zu verwenden.

Performance

Beim Testen fanden wir heraus, dass bei zu häufiger Aktualisierung die Box schon ganz schön an Geschwindigkeit einbüßen kann. Der Grund: die App übermittelt die Daten nicht etwa telematrisch, sondern legt Bilder in den /tmp-Ordner der Box, welche wiederum vom Smartphone permanent neu geladen werden. Erfolgt diese Bilderstellung nun sekündlich, muss der Receiver immer wieder eine Art Screenshot erstellen, was auf die Performance geht. Unsere Empfehlung: finden Sie einen praktikablen Wert zwischen akzeptabler Geschwindigkeit und Aktualisierung. Uns reichte zum Beispiel eine Intervall von 5 Sekunden, da es sich beim Testgerät ohnehin nicht um einen „Zappingreceiver“ handelt.

Im Test hat sich auch gezeigt, dass die Box bei häufigen Änderungen in der Konfiguration von lcd4linux zunehmend langsamer wurde. Hier hilft ein anschließender Neustart, dann läuft wieder alles wie gewohnt. übrigens: einmal mühevoll erstellte Konfigurationen können Sie problemlos auch auf andere Enigma2- Geräte übertragen. Die Datei liegt im Ordner /etc/enigma2/ und nennt sich lcd4config. Damit Sie sofort wie in unserem Beispiel loslegen können, stellen wir unsere Konfig-Datei zum Download bereit. Alle Infos finden Sie hier:

Praxistauglichkeit

Die vorgestellte Konfiguration lief bei uns mehrere Tage völlig problemlos. Sollte einmal das Smartphone abstürzen, muss lediglich Firefox Mobile neu gestartet werden und dann lief wieder alles problemlos. Empfehlenswert ist natürlich, die Adresse des Receivers in Firefox Mobile als Lesezeichen zu hinterlegen, dann ist auch nach einem Neustart der Screen des Linux-Receivers auf Knopfdruck wieder verfügbar.
(Mike Bauerfeind)

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