Aufstieg in den Kino-Olymp: The Dark Knight Rises

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Der neue Batman

Mit Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“ erreicht eine der beeindruckendsten Trilogien der Filmgeschichte ihren finalen Höhepunkt. Lesen Sie hier, weshalb Nolans dunkler Rächer auch nach rund 7 Jahren nichts von seinem Appeal verloren hat.

Seit Christopher Nolan das darniederliegende Franchise vor mittlerweile knapp zehn Jahren dankenswerterweise unter seine Fittiche genommen und höchst erfolgreich mit neuem Leben erfüllt hat (wir erinnern uns noch mit Grausen an Joel Schumachers Totalausfall „Batman & Robin“ aus dem Jahre 1997), ist der dunkle Rächer quasi zum Synonym dafür geworden, wie eine stylishe, düstere und – im Rahmen der Regeln des Genres – realistische Comicadaption für die große Leinwand im neuen Jahrtausend auszusehen hat.
 
Einen äußerst lebendigen Eindruck davon, wie tief diese Figur und inzwischen auch Christopher Nolans Filme in der amerikanischen Popkultur verwurzelt sind, konnte man erst unlängst während der MTV Movie Awards 2012 in Los Angeles bekommen: Als Quasi-Höhepunkt der Show teaserten Christian Bale, Gary Oldman und Joseph Gordon-Levitt (der mit dem mysteriösen Nachwuchs-Cop John Blake eine der interessantesten Figuren im Cast von Teil Drei spielt) den neuesten Trailer zum Film minutenlang an, um dann Mastermind und Regisseur Christopher Nolan unter dem frenetischen Beifall des Publikums auf der Bühne zu begrüßen. Dessen beinahe märchenhafter Aufstieg vom eigenwilligen und kompromisslosen Independent-Regisseur zum Retter des Blockbuster-Kinos ist eine Story, wie sie die Amerikaner lieben und wie sie tatsächlich nur Hollywood möglich machen kann.

Hit oder Hype?

„The Dark Knight Rises“ wird der immensen Erwartungshaltung absolut gerecht, und das ist angesichts des brillanten Vorgängers beileibe keine Selbstverständlichkeit („Der Pate unter den Comicverfilmungen“, wie Kevin „Silent Bob“ Smith es einmal so schön ausdrückte). Sorgen, dass Christopher Nolan nach dem Promotion-Marathon für „The Dark Knight Rises“ arbeitslos werden oder dem Genrekino nach all der geballten Action in den vergangenen Jahren in Zukunft ganz und gar abschwören könnte, muss man sich im Übrigen nicht machen: Nachdem die Postproduktion zum nächsten Superman-Abenteuer „Man Of Steel“ (Kinostart Mitte 2013), bei dem er als Co-Autor und Produzent tätig ist, derzeit in vollem Gange ist, äußerte er bereits reges Interesse an einem eventuellen James-Bond-Reboot – was wir uns offen gesagt als ziemlich ideale Kombination aus Mainstream-Marke und den typischen Nolan-Qualitäten vorstellen würden! Auch für die anstehende Neuausrichtung des Batman-Franchise im Rahmen des langsam immer konkretere Formen annehmenden „Justice League“-Projekts von Warner steht er in Zukunft möglicherweise wieder zur Verfügung. Doch dazu später mehr.

Nolans Handschrift

Christopher Nolans Batman-Filme ranken sich nicht etwa einfach nur um einen makellosen Fledermaushelden, der des Nachts ein paar Schurken vermöbelt – quasi das übliche Hollywood-Gut-gegen-Böse, das heute so viele Superheldenfilme routiniert abspulen. Nein, diesem Filmemacher ging es stets um die genaue Charakterisierung und eine stringente Entwicklung seiner Hauptfigur, in einem Kontext, der die Trademarks des Regisseurs zwar immer wieder durchscheinen lässt, trotz allem Neo-noir-Touch aber immer noch verdammt nah dran ist an einem möglichst realistischen Gegenentwurf zum sonstigen Over-the-Top-Comic-Ansatz.
 
So lässt sich die gesamte Trilogie als komplexe Metamorphose des Multimillionärs Bruce Wayne zur ikonisch aufgeladenen Heldenfigur des Batman lesen, eine Wandlung, die Nolan fachkundig inszeniert, psychologisch und inhaltlich ungeheuer auflädt und mithilfe der Kamera filmisch atemberaubend erforscht. Die weitreichenden Konsequenzen aus den grundlegenden Anfängen seiner Story-Arc in „Batman Begins“ und dem tragischen Niedergang seines Protagonisten am Ende von „The Dark Knight“ zelebriert er nun mit lustvoller Rasanz und brachialer Urgewalt im letztendlichen Aufstieg seines Titelhelden zur zeitlosen Instanz für den Kampf gegen das Dunkel, in der Welt und in uns selbst: Vorhang auf für „The Dark Knight Rises“!

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