CD und MP3

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CD und MP3, Seite 2

Im Gespräch mit Karlheinz Brandenburg (IDMT)

Herr Brandenburg, haben Sie eine private Hi-Fi-Leidenschaft?
 
Ich gehöre sicher nicht zu den Menschen, die ständig die neueste und beste Anlage zu Hause brauchen. Aber schon als Jugendlicher habe ich mir meine Lautsprecherboxen zu Hause selbst zusammengebaut. Auch später war es mir immer wichtig, dass meine Hi-Fi-Anlage eine ordentliche Qualität hat. Mein Vorhaben, einen Raum akustisch zum Heimkino auszubauen, ist leider seit sechs Jahren nicht weitergekommen. So richtig gut bin ich also in dieser Hinsicht nicht.
 
 
Liegen Ihnen Zahlen vor, wie oft bisher in Geräten der Unterhaltungselektronik die MP3-Technologie zur Anwendung kam?
 
Ich weiß, dass unsere Kollegen, die sich bei Fraunhofer mit der Lizenzierung beschäftigen, diese Zahlen schon einmal recherchiert haben. Aber genau können wir nicht sagen, wie oft die Technologie bisher zum Einsatz kam. Ich denke, es sind inzwischen insgesamt sicher einige Milliarden Geräte, mit denen sich MP3 abspielen lässt.
 
 
Sahen oder sehen Sie nun nach den Jahren des Erfolges dieser Audiodatenkompression einen Fluch oder einen Segen, der sich damit verbindet?
 
Ich sehe ganz klar einen Segen darin. Sicherlich werden nicht alle Leute derselben Meinung sein, aber ich denke, Musik ist damit einfach zugänglicher geworden. Es gab früher natürlich auch schon Kassettenabspielgeräte, aber heute kann ich Musik ganz einfach überall unterwegs dabei haben oder über das Internetradio Radiostationen aus der ganzen Welt hören. Das ist sicher etwas, was im Sinne der Musik und der Musiker ist und was ich als sehr gut bezeichnen würde.
 
 
Nutzen Sie für Ihre Hi-Fi-Anlage Audio-Netzwerkstreaming und in welcher MP3-Auflösung haben Sie Ihre Musik archiviert?
 
Internetradio verwende ich eigentlich nur über die Geräte selbst und nicht über den PC. Ich möchte schon direkt über die Anlage gut hören. Meine eigene Musik habe ich in verschiedenen Formaten gespeichert. Neuere Musik habe ich in AAC mit bester Qualität bei hohen Bitraten archiviert. Meine CDs, die ich gerippt habe, sind zum Teil noch aus früheren Zeiten mit einer Bitrate von 128 kbit/s, neuerdings aber auch mit 192 kbit/s – obwohl meine Ohren langsam auch etwas schlechter werden und ich die Unterschiede weniger hören kann als früher.
(Torsten Pless, Christian Trozinski)

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